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Musik

Klassik im Kloster in Plankstetten

„Elemente der Natur“ war das beherrschende Thema des Abends, das Marioara Trifan am Klavier umsetzte.
Von Johann Grad

Pianistin Marioara Trifan ließ bei den Kompositionen über die Natur viele musikalische Gefühle und Stimmungen wach werden. Foto: Johann Grad
Pianistin Marioara Trifan ließ bei den Kompositionen über die Natur viele musikalische Gefühle und Stimmungen wach werden. Foto: Johann Grad

Plankstetten.Natürlich durfte Beethoven nicht fehlen und Marioara Trifan verabschiedete sich mit einer Komposition aus der letzten Klaviersonate. Auch dafür gaben die vielen Zuhörer des Abends anhaltenden Beifall. Die Pianistin hatte das Stück gewählt, weil „Beethoven einen innigen Bezug zur Natur hatte“. Und es passte zum Thema des Konzertabends „Elemente der Natur“ im Kloster Plankstetten.

Dr. Manuela Jahrmärker erklärte, dass ab Mitte des 18. Jahrhunderts Komponisten ihren Werken Titel gaben, mit dieser Musik Empfindungen auslösten und sozusagen auch „malten“. Zwei Richtungen entwickelten sich. Robert Schumann (1810-1856) blieb konservativ, hielt diese Musik genauso ästhetisch wie Opern. Franz Liszt (1811-1886) war fortschrittlicher und unterwegs in Richtung Programmmusik. Schumann strich bei dagegen bei seinen „Waldszenen“ sogar die Überschriften der einzelnen Teile, um den Anschein von Programmmusik zu vermeiden.

Die Künstlerin

  • Dirigentin:

    1984 schloss sie ein Studium als Dirigentin an der Musikhochschule in Köln mit Auszeichnung ab. 20 Jahre lehrte sie an der Musikhochschule München.

Mit Kompositionen von François Couperin, einem der ersten Vertreter dieser neuen Richtung, eröffnete Trifan das Konzert. Mit Tremolos und Triller ließ er die „verliebte Nachtigall“ hören, dann ging es flott und temporeich dahin mit dem „Wind“. Bereits bei diesen kurzen Szenen zeigte sich die exzellente Technik der Pianistin und ihre Fähigkeit, unterschiedlichste Szenen überzeugend zu gestalten.

Gelegenheit dazu boten die „Waldszenen“ von Robert Schumann: Beschwingt und fröhlich der Eintritt, lebhaftes Spiel und Hornsignale für den „Jäger auf der Lauer“, melancholische Stimmung für „Einsame Blumen“, düster wirkende Sequenzen bei „Verrufene Stelle“, gelöste und fröhliche Stimmung in „Freundliche Landschaft“, der etwas distanziert zwitschernde „Vogel als Prophet“, das flotte, kräftige „Jagdlied“ und ein ruhiger, fast wehmütiger „Abschied“.

Bei der „Vogelpredigt“ von Franz Liszt lässt Trifan jede Menge Vögel durcheinander zwitschern und singen mit raschen hellsten Tremolos und Trillern. Zurückhaltend und still wird es, als tiefere Töne erklingen und sozusagen „Franziskus spricht“ und zuletzt wieder viel Vogelgezwitscher einsetzt. Die Finger-Akrobatik der Künstlerin bringt das Publikum nicht nur bei diesem Stück zum Staunen.

Bei „Préludes“ von Claude Debussy lässt die Pianistin mit raschen Läufen und heftigen Schlägen den Westwind toben oder jemanden bei ruhigen Akkorden durch den Schnee stapfen. Die ganze Virtuosität Trifans zeigte sich noch einmal bei „Liebeszauber“ von Manuel da Falla (1876-1946). Die Musik „Danza ritual del fuego“ forderte die Pianistin mit schnellen Wechseln und kräftigen Akkorden. Langanhaltender Beifall war der Lohn für eine virtuose Künstlerin.

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