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Sprache

Kleine Wörter mit großer Wirkung

Die Berchingerin Ina Willax ist Kinderbuchautorin und Kommunikations-Dozentin. Sie lässt jedes Wort auf der Zunge zergehen.
Von Dagmar Fuhrmann

  • Eine Szene aus dem Buch „Scubakids“ Illustration: Daniela Schaum
  • Ina Willax stellt ihre Bücher vor. Foto: Fuhrmann

Berching.Eine Idee für eine Geschichte zu haben, ist das Eine. Diese dann auch zu schreiben, ist das Andere. Wenn es sich um ein Kinderbuch handelt, spielt die Sprache eine wichtige Rolle. Denn die Botschaften sollen eindeutig sein und so formuliert, dass sie ohne Umwege im kindlichen Gemüt ankommen.

An diesem Punkt kommt Ina Willax ins Spiel. Sie ist selbstständige Dozentin für das Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept und Kinderbuchautorin. Sie weiß um die tiefe Wirkung der Sprache und hat dem Autor Florian Weidhase bei dessen Buch „Scubakids räumen auf“ sprachliche Hilfestellung gegeben. Die beiden waren früher Kollegen und sind inzwischen zu Freunden geworden. Weidhase bekennt, dass er durch das Buch „Kleiner Bagger“ von Ina Willax den Mut gefasst habe, seine eigene Geschichte zu schreiben.

Jedes Wort bewusst verwenden

Sich mit Ina Willax über Sprache zu unterhalten, sorgt immer wieder für einen AHA-Effekt. Wenn man sich darauf einlässt, macht sie bewusst, welche Wirkungen Worte haben.

Um zu verdeutlichen, wie einige Textstellen vor der Bearbeitung geklungen haben, nennt sie einige Beispiele: „Warte hier, Rufus! Das muss ich mir anschauen!“ ruft eines der Kinder im Buch. „Müssen“ mache Druck und klinge fremdbestimmt, lautet Willax‘ Urteil über diesen Satz. Besser sei „Rufus, warte hier! Das will ich mir anschauen.“ Das Wort „Wollen“ stärke den eigenen Willen und die Präsenz des Sprechers.

An einer anderen Stelle sagen die Kinder „ Aber klar doch, Herr Rochen. Das wissen wir doch.“ Eigentlich ein ganz einfacher und harmloser Satz, denkt man. Aber eben nur eigentlich. Denn die Worte „Aber“ und „doch“ würden das Gegenüber zum Widerspruch einladen. Der bessere Satz laute daher „Ja, Herr Rochen. Das wissen wir“, sagt Barney. Für Klarheit ist auch die richtige Reihenfolge in den Sätzen zuständig. Zum Beispiel: „Sarah und Felix sind heute besonders früh aufgestanden, weil sie zusammen mit ihren Eltern einen Tauchausflug unternehmen.“ Besser ist: „Sarah und Felix werden heute mit ihren Eltern einen Tauchausflug machen. Dafür sind sie besonders früh aufgestanden“. Das „weil“ verdrehe die Reihenfolge. Zuerst wollen sie den Tauchausflug machen. Das ist der Grund dafür, dass sie besonders früh aufstehen. Der Hörer kann leicht folgen. Der Sprecher gewinnt an Klarheit bei seinen Aussagen.

Wenn sich das „Ich“ versteckt

Ina Willax führt dem Leser auch vor Augen, welche Wirkungen so einfach dahingesagte Worte haben. Jeder hat vermutlich schon mehr oder weniger unbedacht das Wort „man“ benutzte. Hinter „man“ könne sich eine Gruppe oder auch „ich“ verbergen. Die Frage „Wie räumt man denn ein Riff auf?“ sei klarer, wenn sie umformuliert werde in „Wie räumen wir das Riff auf?“. Mit einem Personalpronomen „wir“ oder „ich“ benenne der Sprecher, wen er meint. „Damit spricht er klar und ist eigenverantwortlich für sein Handeln.“ Dies sind nur einige Beispiele aus dem Buch „Scubakids“.

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Gut zu wissen

  • „Scubakids“

    : Zwei Geschichten in einem Buch: 11,99 Euro für beide Geschichten. Zu bekommen im Schreibwarengeschäft Hutter in Berching, bei Ina Willax (willkommen@inawillax.de) oder via Internet www.scubakids.de.

  • Lingva Eterna Kommunikationsmodell:

    Es geht unter anderem um wertschätzende Kontaktaufnahmen und um einen Diskurs zwischen dem Sprecher und dem Hörer. Beide Sprecher wechseln sich ab.

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