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Gesundheit

Klinikum Neumarkt: Bau liegt im Zeitplan

Schon im Januar sollen die ersten „Wunder“ zur Welt kommen. Bis die neue Geriatrie fertig ist, dauert es aber noch.
Von Nicole Selendt

Unter anderem eine neue Geburtshilfestation, eine neue Geriatrie entstehen derzeit am Klinikum. Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan.

Neumarkt.Die Bauarbeiten am Klinikum Neumarkt liegen im Zeitplan. Architekt Hans-Jürgen Distler bestätigte bei einem Rundgang über die Baustelle mit dem Neumarkter Tagblatt, dass die neue Geburtshilfestation und die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung bis spätestens Jahresende übergeben werden. Auch der Bau der neuen Altersgeratrie liegt im Zeitplan, hier werde im August das Richtfest für den Rohbau stattfinden, Übergabe solle im Herbst 2019 sein.

Der Startschuss für den Bauabschnitt fiel im September 2017. Das Tagblatt berichtete:

Der rund 30 Millionen Euro teure Bauabschnitt enthält außerdem schon vorbereitende Maßnahmen für die Erweiterung des OP-Traktes. Geplant ist mittelfristig auch wieder ein Hubschrauberlandeplatz. Durch den Neubau der Geriatrie müssen Hubschrauber derzeit auf der anderen Seite der Nürnberger Straße landen, ein neuer Landeplatz soll ein Dachlandeplatz direkt über der Notaufnahme werden. Ein Förderantrag für das rund vier Millionen Euro teure Projekt sei gestellt, eine Antwort stehe laut Klinikums-Pressesprecher Oliver Schwindl noch aus.

Zugluft ist nicht erwünscht

Die neue Geburtshilfestation – „Wunder-Manufaktur“ soll sie laut Bauplan heißen – wird mit drei Kreißsälen ausgestattet sein. Zwei davon werden mit Geburtsliegen ausgestattet, einer erhält zusätzlich noch eine Wanne. Sowohl im direkten Zugang zum OP-Trakt des Krankenhauses über einen Tunnel aus Glas als auch in den Räumen selbst sei vor allem auf eine angenehme Belüftung Wert gelegt worden. So werde durch die Fußbodenheizung im Tunnel und Heiz-Kühl-Deckenkonstruktionen im Gebäude selbst dafür gesorgt, dass Zugluft kein Thema ist und Sommer wie Winter ein konstantes Temperaturniveau erreicht wird.

So soll der Empfangsbereich in der neuen Geburtshilfestation, der „Wunder-Manufaktur“, aussehen. Visualisierung: Distler Architekten und Ingenieure GmbH
So soll der Empfangsbereich in der neuen Geburtshilfestation, der „Wunder-Manufaktur“, aussehen. Visualisierung: Distler Architekten und Ingenieure GmbH

Eine besondere Herausforderung für die Planer stellte die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) dar. Dort werden nach einer Operation in einem ersten Schritt alle verwendeten Instrumente vorgereinigt und desinfiziert, dann in Sets verpackt und anschließend unter Anwendung hoher Temperaturen und hohen Drucks sterilisiert. Damit vom ersten noch belasteten Raum keine Keime in den dann sterilen Bereich des Klinikums vordringen kann, müssen sowohl Decken als auch Böden und vor allem Schnittstellen zwischen beiden Bereichen mit großem Aufwand abgedichtet werden, wie Distler erklärt.

Staubwand schützt den OP vor Dreck

Eine vierwöchige Probephase, bei der sowohl potenzielle Fehlerquellen beseitigt werden können, als auch die Mitarbeiter im Umgang mit den neuen Maschinen geschult werden können, soll der endgültigen Übergabe spätestens zum Jahresende vorausgehen. Für den Weg, den das dann sterilisierte OP-Besteck wieder zurück in den OP-Trakt nehmen soll – die sogenannte sterile Rüstzone – wird eigens eine Terasse überbaut.

Damit sich die Neubauten in das Gesamtbild des Klinikums nahtlos einfügen, wird die Außenfassade mit sogenanntem römischen Travertin verkleidet. Foto: Selendt
Damit sich die Neubauten in das Gesamtbild des Klinikums nahtlos einfügen, wird die Außenfassade mit sogenanntem römischen Travertin verkleidet. Foto: Selendt
Die Baustelle am Klinikum Neumarkt

Damit der Dreck und Staub, der derzeit auf der Baustelle entsteht, nicht in den sterilen OP-Trakt gelangen kann, haben die Planer – der Neumarkter Architekt koopertiert beim Bau mit dem Krankenhausplanungsbüro sander-hofrichter aus Ludwigshafen – spezielle Vorkehrungen treffen müssen. Eine Staubwand, bestehend aus geschäumtem Dämmstoff, umgeben von Blech, sorgt für je nach Jahreszeit für eine Kälte- oder Wärmeisolierung und für die Sauberkeit innerhalb des OP-Trakts, der direkt an die Baustelle angrenzt. Alle Anschlüsse und Kabel, die durch die Wand gelegt werden müssen, sind abgedichtet, zusätzlich ist die Wand von außen mit Klebefolie isoliert, wie Bauleiter Peter Oettel erläutert.

Derzeit sind ständig rund 80 bis 100 Bauarbeiter auf der Baustelle, für die Gesamtmaßnahme wurden 50 Gewerke vergeben. Schwindl rechnet vor, dass trotz einer europaweiten Ausschreibung des Klinikums Neumarkt mehr als 50 Prozent der Gewerke an Firmen aus dem Landkreis Neumarkt vergeben worden seien.

Drei weitere Stockwerke möglich

Letzter Bestandteil des siebten Bauabschnitts, der derzeit im Klinikum läuft, ist die Altersgeriatrie. Der Neubau entsteht dort, wo zuvor der Hubschrauberplatz und eine große Wiese gewesen ist. In einem ebenerdigen Geschoss entsteht eine geriatrische Tagesklinik mit 15 Betten. In einem weiteren Stockwerk – krankenhausintern ist das dann das Erdgeschoss – entsteht eine stationäre Akutgeriatrie mit 41 Betten. Dafür wird die Station des Kreiskrankenhauses Parsberg mit 20 Betten nach Neumarkt verlegt.

Die Architekten Peter Oettel, Hans-Jürgen Distler und Sabine Brüning (v.r.) führten über die Baustelle am Klinikum. Foto: Selendt
Die Architekten Peter Oettel, Hans-Jürgen Distler und Sabine Brüning (v.r.) führten über die Baustelle am Klinikum. Foto: Selendt

Ziel sei es im Klinikum Neumarkt, dass Patienten für Untersuchungen weder lange Wege durch die verschiedenen Stationen in Kauf nehmen müssen, noch dass sie gar das Haus verlassen müssen, wie Planerin Sabine Brüning erklärt. Deswegen werde der Geriatrie-Neubau über einen langen Tunnel mit dem Haupthaus verbunden. Darüber hinaus sei es laut Distler später einmal möglich, den Neubau um weitere drei Stockwerke plus eine Technikebene zu erweitern. Die Statik des Gebäudes sei darauf ausgelegt. Inbetriebnahme ist im Herbst 2019.

Der Rosengarten rund um das Klinikum ist durch die Baustelle sehr in Mitleidenschaft gezogen. Wie es damit weitergeht, lesen Sie hier.

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