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Eklat

KLJB Deining für Volksfest 2016 gesperrt

Weil die Mitglieder heuer das „Thema verfehlt“ haben, hat die Stadt Neumarkt sie vom nächsten Volksfestzug ausgeschlossen.
Von Eva Gaupp

  • Die Stadtratskollegen lachten und klatschten – doch schon als die KLJB Deining mit ihrem Wagen vorbeizog, schien Oberbürgermeister Thomas Thumann (rechts) von dem Spruch nicht begeistert zu sein. Foto: Röhrl
  • Dieser Kommentar ist offenbar im Neumarkter Rathaus nicht gut angekommen. Foto: Röhrl
  • Eigentlich ist die KLJB Deining einer der treuesten Zugteilnehmer. Das machte sie auch auf ihrem Wagen deutlich. Die Jubiläums-Teilnahme hatte es wahrlich in sich. Foto: Röhrl

Neumarkt.„Z’erst die leere Altstadtpassage, mit‘m Neuen Markt wird‘s die gleiche Blamage.“ Der Beitrag der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Deining für den Volksfestumzug ist bei Oberbürgermeister Thomas Thumann offenbar nicht gut angekommen. Schon am Sonntagnachmittag konnte man seine Miene so deuten. Denn während die Stadtratskollegen Gertrud Heßlinger und Richard Graf neben ihm klatschten und lachten, blieben die Hände des Stadtoberhaupts auf den Knien liegen.

Vergleich mit „Altstadtpassage“

Der „Kassier“ des „Neuen Markts“ zeigte sich schlafend.
Der „Kassier“ des „Neuen Markts“ zeigte sich schlafend. Foto: Röhrl

Die Mitglieder der KLJB hatten sich Kleidung aus Einkaufstüten bekannter Textil- und Lebensmittelketten geschneidert und auf ihrem Wagen dem neuen Stadtquartier „Neuer Markt“ keine gute Zukunft prognostiziert. Außerdem hatte sich der „Kassier“ oben auf dem Gefährt neben einer Kasse demonstrativ zum Schlafen gelegt. Der Hintergrund: Bevor ein Freystädter Textilunternehmen das ganze Erdgeschoss übernommen hat, verzeichnete die „Altstadtpassage“ – gebaut von der Sparkasse Neumarkt-Parsberg – etliche Leerstände. Auch wegen des geplanten „Neuen Markts“ war es schwer gewesen, Mieter für die Ladeneinheiten zu finden.

Janka: Keine Bestrafung

Der Beitrag der KLJB Deining
Der Beitrag der KLJB Deining Foto: Röhrl

Wie die MZ erfahren hat, darf sich die Gruppe nächstes Jahr nicht am Volkfestzug beteiligen. Eine Bestrafung? „Die KLJB hat das Motto des diesjährigen Volksfestzuges verfehlt“, entgegnet Stadtpressesprecher Dr. Franz Janka. Im Vorfeld sei das Motto „Neumarkt – da leb i gern“ ausgegeben worden – doch dieser Beitrag passe nicht dazu. So kontroverse Themen könnten bei einem Faschingsumzug aufgegriffen werden, der Volksfestzug sei dafür jedoch der falsche Platz. Deshalb sei die Landjugend für das nächste Jahr gesperrt, sagte Janka.

Kolportiert wurde außerdem, dass die Deininger als einzige kein Antrittsgeld in Höhe von 75 Euro erhalten hätten. Ein Gerücht, wie Janka erklärt: Denn ein solches Antrittsgeld gebe es nicht, nur die schönsten Wagen und Beiträge der Teilnehmer würden mit einem Preisgeld prämiert. Unter den schönsten Wagen sei die KLJB Deining aber nicht gewesen.

Bürgermeister entschuldigt sich

Die Mitglieder der KLJB Deining hatten sich Kleider aus Plastiktüten geschneidert und verwiesen damit auf die Läden im „Neuen Markt“.
Die Mitglieder der KLJB Deining hatten sich Kleider aus Plastiktüten geschneidert und verwiesen damit auf die Läden im „Neuen Markt“. Foto: Röhrl

Der Deininger Bürgermeister Alois Scherer hat sich den Volksfestumzug wie alle Jahre selbst angesehen und auch ihm war der Beitrag seiner Gemeindebürger aufgefallen. Allerdings habe er ihn nicht als Problem empfunden, wie Scherer gegenüber der MZ versichert. Als er am nächsten Tag mit 150 Kindern zum Jura-Volksfest nach Neumarkt kam, sei ihm auch zu Ohren gekommen, dass es deshalb im Neumarkter Rathaus Verstimmungen gegeben habe.

Er habe sich per Mail bei OB Thumann entschuldigt und darum gebeten, die KLJB 2016 nicht auszuschließen. Immerhin sei sie seit vielen Jahren dabei gewesen. Man müsse auch Kritik zulassen können, ist seine Meinung. „Aber ich stehe auch auf der anderen Seite. Im Sessel des Oberbürgermeisters fände ich es vielleicht auch nicht so in Ordnung.“ Die KLJB seien junge Leute, die öffentliche Entwicklungen kritisch begleiten – und das wünsche man sich ja eigentlich auch, sagte Alois Scherer. Grundsätzlich sei ihm aber wichtig, dass dadurch nicht das Verhältnis zwischen den Vereinen und den Gemeinden Deining und Neumarkt belastet werde.

Eine Vertreterin der Landjugend wollte sich nicht namentlich dazu äußern. Der Verein habe sich offiziell bei Bürgermeister Scherer entschuldigt – und dieser habe es in ihrem Namen bei OB Thumann getan.

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