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Unterkunft

Klosterburg: Investor hat Vorrang

Die Regierung würde die Asylbewerber wieder abziehen, sobald sich eine neue Nutzung abzeichnet – Bürgermeister Stefan Braun ist erleichtert.

Möglicherweise wird aus der Klosterburg eine Asylbewerber-Unterkunft – wenn, dann aber nur auf Zeit. Foto: Archiv

Kastl. Seit Monaten ist die Zukunft der Klosterburg Kastl unklar – möglicherweise sollen nun 40 Asylbewerber in den in den 80er-Jahren angebauten Teil der Burg ziehen. Mit dieser Lösung wäre Bürgermeister Stefan Braun alles andere als glücklich. Ihm gehe es nicht darum, dass Kastl keine Asylbewerber aufnehmen wolle („diese Menschen müssen vernünftig untergebracht werden, das ist völlig klar“), ausgerechnet das Wahrzeichen seiner Gemeinde hält er jedoch nicht für die richtige Wahl. „Die Burg verbindet jeder mit Kastl, die hat eine gewisse Strahlkraft.“

Für den Kastler Bürgermeister gibt es aber noch einen zweiten, schwer wiegenden Grund, warum die Burg nicht zum Asylbewerber-Auffanglager werden sollte: Seit November 2012 führt er Gespräche mit potenziellen Interessenten und Investoren. Mindestens eines davon sei „interessant“, eines sogar „sehr interessant“ verlaufen, sagt Braun. Mehr könne er zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sagen. Er befürchtet jedoch, dass sich eben jene Interessenten zurückziehen könnten, wenn sie hören, dass nun Asylbewerber in die Burg ziehen sollen.

Gebäude grundsätzlich geeignet

Halbwegs beruhigt ist Braun darum seit gestern Nachmittag nach einem Gespräch mit der Regierung: Der Leitende Regierungsdirektor Wolfgang Schmitt habe ihm zugesichert, dass die Regierung die Asylbewerber sofort wieder abziehen würde, sobald ein Investor gefunden sei, sagte Braun auf Anfrage des Neumarkter Tagblatts. Diese Zusage werde er ihm auch schriftlich geben.

Nach dieser Aussage ist Braun sehr erleichtert. Denn Schmitt habe ihm auch erklärt, dass das Gebäude für eine Unterkunft für Asylbewerber gut geeignet sei – auch wenn noch verschiedene Prüfungen, zum Beispiel wegen des Brandschutzes, ausstehen. Weitere Detailplanungen dürften ebenfalls noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Die Schweppermannspiele, die immer auf der Klosterburg stattfinden, seien daher in keiner Weise gefährdet. Außerdem habe die Regierung erklärt, dass die Kastler Burg generell nur eine Zwischenlösung sein könne.

MdL Reinhold Strobl (SPD) sicherte Bürgermeister Braun gestern indes ebenfalls seine Unterstützung zu – Braun hatte in dieser Sache alle Landtagsabgeordneten um Hilfe gebeten. „Ich freue mich sehr, dass das interfraktionell so klappt“, sagte er. Strobl wandte sich erneut schriftlich an Staatsminister Dr. Markus Söder und Regierungspräsidentin Brigitta Brunner, wie er gestern mitteilte. Er schreibt ihnen nach eigenen Angaben, dass ihm sehr daran gelegen sei, dass in die Klosterburg wieder Leben einziehe und sie auf Dauer genutzt werde. Er selbst könnte sich die Nutzung durch den Freistaat selbst als Sitz einer Behörde, eines Museums oder einer Bildungseinrichtung vorstellen.

Zur Unterbringung von Asylbewerbern schreibt Strobl, dass der Landkreis bereits viele Asylbewerber dezentral in den Gemeinden untergebracht habe – dies funktioniere vorbildlich. Dass die zentrale Unterbringung (40 Personen) in einem Gebäude immer mit Schwierigkeiten verbunden sei, dürfte auch Söder bekannt sein. „Wir setzen im Landkreis auch weiterhin auf eine dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern.“

Strobl teilt Brauns Bedenken

In Kastl seien bereits jetzt zehn Personen untergebracht. „Es darf nicht sein, dass die Bemühungen nach einer zukunftsgerichteten Nutzung der Klosterburg durch derartige Vorschläge beeinträchtigt und vernachlässigt werden.“ Er sehe die Gefahr, dass die Möglichkeit, die Gebäudeteile der Klosterburg einer Verwendung mit Perspektive und Entwicklungspotential zuzuführen, versperrt werde.

Außerdem teile er die Bedenken von Bürgermeister Braun, dass mögliche Investoren abspringen. Erste Gespräche hätten sich bereits „sehr positiv“ entwickelt, für die Fortführung der Gespräche sei jedoch noch mehr Zeit notwendig.

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