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Wirtschaft

Klostergasse bekommt ein neues Gesicht

Im Neumarkter Bausenat stellte Architekt Andreas Schmid die Pläne für zwei Wohn- und Geschäftsgebäude vor.
Von Eva Gaupp

An der Ecke Kastengasse/Klostergasse entsteht ein modernes Wohn- und Geschäftshaus mit einem Café im Erdgeschoss. Visualisierung: Berschneider + Berschneider
An der Ecke Kastengasse/Klostergasse entsteht ein modernes Wohn- und Geschäftshaus mit einem Café im Erdgeschoss. Visualisierung: Berschneider + Berschneider

Neumarkt.Das Stehcafé von Roland „Rolo“ Ochsenkühn war eine Institution. An der Ecke Kastengasse/Klostergasse trafen sich über Jahrzehnte Stammgäste in dem kleinen grünen Haus auf einen Ratsch oder eine Portion Fleischpflanzerl. Inzwischen klafft an dieser Stelle eine Baulücke, ebenso drei Häuser weiter. Im Bausenat hat Architekt Andreas Schmid vom Büro Berschneider + Berschneider die Pläne für zwei Wohn- und Geschäftshäuser vorgestellt, die stattdessen entstehen.

Es war eine ziemlich schwere Geburt, das machten seine Ausführungen und die Ergänzungen von Helmut Senft, dem Leiter der städtischen Bauaufsicht deutlich. 18 Versionen waren notwendig, bis Bauherr Dieter Recht, Architekten und Verwaltung die endgültige Lösung gefunden hatten.

Anstelle des ehemaligen Stehcafés entsteht ein modernes Wohn- und Geschäftshaus, das mit dem Haus Klostergasse 24 in U-Form verbunden wird. Foto: Gaupp
Anstelle des ehemaligen Stehcafés entsteht ein modernes Wohn- und Geschäftshaus, das mit dem Haus Klostergasse 24 in U-Form verbunden wird. Foto: Gaupp

„Das war keine leichte Aufgabe, zwischen zwei Straßen die richtige Gebäudekonfiguration zu finden“, sagte Senft und bedankte sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit. Knifflig war zum einen die Gebäudehöhe – weil die Häuser in der Klostergasse höher sind als in der Kastengasse – und zum anderen sollten die bestehenden Wohnungen mit Balkon in der Nachbarschaft nicht zugebaut werden. Deshalb werden die Giebel in dieser Gasse abgestuft, führte Schmid aus.

18 kleine Wohnungen

Beide Gebäude sind in U-Form miteinander verbunden. Das Eckhaus bietet im Erdgeschoss wieder Platz für ein Café, die Hausnummer Klostergasse 24 sieht ein Ladengeschäft vor – beide barrierefrei. Darüber entstehen jeweils neun Wohnungen, teilweise mit Balkon. Da es sich um kleinere Einheiten handelt, wäre sie als Studentenappartments geeignet, so Schmid.

Im Vordergrund ist das neue Geschäftshaus des Investors Dieter Recht zu sehen, das in der Klostergasse entsteht. Visualisierung: Berschneider + Berschneider
Im Vordergrund ist das neue Geschäftshaus des Investors Dieter Recht zu sehen, das in der Klostergasse entsteht. Visualisierung: Berschneider + Berschneider

Oberbürgermeister Thomas Thumann zeigte sich begeistert, dass die einst totgeglaubte Klostergasse sich nun so zukunftsträchtig entwickle. „Das ist ein Riesenfortschritt. Vor Jahren hätte kein Investor auch nur einen Cent in der Altstadt investiert.“ Helmut Jawurek fand in der Planung dennoch einen Wermutstropfen, da in der Kastengasse Parkplätze verloren gingen. Mit der Ablösesumme, die der Investor wegen fehlender Stellplätze zahlen müsse, könne beispielsweise der ÖPNV ausgebaut werden, entgegnete Helmut Senft. „Dann müssen die Bewohner erst gar nicht das Auto nutzen.“

Berater für private Bauherren

Ein zweites großes Thema war das Engagement eines städtebaulichen Beraters. Damit beauftragt wurde das Münchner Büro Schober Architekten, Architektur und Stadtplanung. Mit ihm werden künftig alle privaten Bauherren zu tun haben, die ein Haus in der Neumarkter Altstadt besitzen und für dessen Umgestaltung einen Zuschuss aus dem Kommunalen Förderprogramm beantragen.

Denn die Regierung der Oberpfalz mache ihren 60-prozentigen Zuschuss in Zukunft von einem städtebaulichen Berater und einer Gestaltungssatzung abhängig, erklärte der Chef des Stadtplanungsamts, Ralf-Peter Hoffmann. Deshalb bleibt der Stadt gar keine Wahl. Für private Vorhaben stehen jedes Jahr 100000 Euro an Fördermitteln für kleinere Baumaßnahmen zur Verfügung: 40000 Euro gewährt die Stadt Neumarkt, 60 Prozent der Freistaat und der Bund. Bauherren reichen ihre Unterlagen ein und können maximal 35000 Euro an Zuschüssen erhalten.

Das Büro Schober soll künftig eine Stellungnahme für all diese Bauvorhaben formulieren, die Ausgangssituation beschreiben sowie das weitere Vorgehen – unter Umständen mit städtebaulichen Skizzen ergänzen. Ist die Baumaßnahme abgeschlossen, fertigt der Berater überdies eine Begutachtung und Bewertung an. Dafür soll das Büro in der nächsten Förderperiode 2018 bis 2022 insgesamt 35000 Euro an Honorar bekommen – Kosten, die allein Stadt und Staat tragen. Dem privaten Bauherren sollen keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Voll Wehmut nahm Roland „Rolo“ Ochsenkühn von seinem Stehcafé Abschied.

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Senats-Splitter

  • Erweiterung:

    Auf ihrem Grundstück errichtet die Firma Dehn + Söhne ein neues Bürogebäude mit vier oberirdischen Geschossen und einem Untergeschoss. neben großraumbüros findet dort auch eine Kantine Platz. Dafür wird ein Produktionsgebäude abgerissen.

  • Schule:

    Den Pausenhof der Bräugassenschule wird Landschaftsarchitektin Ulrike Mrachacz vom Büro Knychalla umgestalten.

  • Auftrag:

    Die Elektrik im Pöllinger Bürgerhaus übernimmt das Ingenieurbüro Bamberger, das die neue Außenbeleuchtung von Rathaus und Münster konzipiert und realisiert hat.

  • Fachhochschule:

    Im Oktober hat der Bausenat ein Büro aus Regensburg mit der Gestaltung der Außenanlagen beauftragt. Nun hat es die Stadt informiert, dass es den Auftrag nicht ausführen kann. Damit muss das Projekt erneut ausgeschrieben werden.

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