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Einsatz

Komplizierte Feuerwehr-Übung bei Brunn

In Niesaß ist ein Harvester verunglückt und der Wald brennt: So lauteten die Aufgaben für zahlreiche Feuerwehrleute.
Von Hans-Jürgen Hennig

  • Der verunglückte Arbeiter wurde über eine Art Bühne geborgen. Fotos: Hennig
  • Im zweiten Teil der Übung wurde ein Waldbrand simuliert.

Brunn.Samstagabend, 19 Uhr: Die Feuerwehr erhält einen Notruf, dass ein Harvester im Wald hinter Niesaß verunglückt ist – Harvester sind riesige Maschinen, auf vier Achsen, einem geländegängigen Kran gleich. Sie fixieren die Bäume, fällen sie und können die Stämme gleichzeitig entasten und für den Abtransport ablegen. Realität war das am Wochenende zwar nicht, aber die groß angelegte Übung simulierte einen durchaus möglichen Notfall.

Da solch eine umfangreiche Rettungsaktion in ihrer ganzen Kompliziertheit, beherrscht werden muss, beteiligen sich auch die Feuerwehren aus anderen Orten der Gemeinde.

Am Ort der Übung trafen die Einsatzfahrzeuge aus den Gemeinden Poppberg mit ihrem Kommandanten Helmut Schlenk, aus Gebertshofen (Kommandant Hans Kiefel), aus Pettenhofen (Kommandant Leo Moosburger), Lauterhofen (Kommandant Reinhard Meier), Schwend (Kommandant Thomas Müller) und Brunn ein. Einsatzleiter war Rudi Graf, der Kommandant der Feuerwehr aus Brunn.

Schwierig war die steile Lage

Drei wichtige Aufgaben waren zu meistern. Erstens die Rettung einer bewusstlosen Person aus dem Harvester und seine Sicherung, zweitens die Bekämpfung eines Waldbrands und drittens die Suche von zwei vermissten Personen.

Da sich alles in einem dichten Wald mit einer beachtlichen Neigung abspielte, hatte diese Übung einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad.

Der Harvester musste durch die Leute der Feuerwehr gegen ein Abrutschen an dem sehr steilen Hang gesichert werden, was noch relativ einfach war. Mit einem Stahlseil wurde er an einem Baum fixiert. Nun ging es darum, den bewusstlosen Fahrer aus dem Riesengerät zu retten.

Da die Mannschaft nicht so hoch kommen würde, um den fixierten Mann aus der Fahrerkabine zu heben, musste eine Art klappbare Bühne neben dem Fahrzeug aufgebaut werden. Die Retter konnten dann nach oben, den verunglückten Fahrer auf einem Transportbrett fixieren und langsam herunterreichen.

Das sagen die Teilnehmer

  • Rudi Graf, Leiter der Übung:

    „Zusammen mit Stefan Kölbl haben wir diese Übung vorbereitet. Abschließend kann man sagen, dass alles erfolgreich geklappt hat. Nach 20 Minuten hatten wir das Wasser vor Ort. Das ist ein gutes Ergebnis.“

  • Lukas Hollweck, Pettenhofen:

    „Es hat Spaß gemacht, auch das Atemschutztraining für den Ernstfall. Es bringt wirklich Erfahrung. Wir haben ja moderne Technik wie den Totmannschalter zur Verfügung, der hilft, einen Bewusstlosen wiederzufinden.“

  • Sabrina Greike, Lauterhofen:

    „Die Übung war wahnsinnig interessant. Meine Aufgabe war es, die Träger der Atemschutzgeräte zu überwachen, damit bei einem eventuellen Waldbrand, wo alles voller Qualm ist, niemand verloren geht.“

  • Florian Kölbl, der Mann, der aus dem Harvester gerettete wurde:

    „Die Übung war sehr gut angelegt, weil solche Unfälle wirklich vorkommen können – und es ist auch nicht abwegig, dass bei so einer Havarie ein Brand entstehen kann.“

Die Rettungsaktion war gut vorbereitet, zumal auch die superschnelle First-Responder-Mannschaft aus Lauterhofen mit vor Ort war.

Im konkreten Fall war es nicht „Gute Miene zum bösen Spiel“, sondern „Gute Miene zum guten Spiel“: Die gerettete Person war ja nicht wirklich verunglückt – stattdessen war es der Mann, der den Harvester tatsächlich täglich acht Stunden lang im Wald bedient, nämlich Florian Kölbl. Stefan Kölbl von der Kölbl GmbH hatte den Feuerwehren den Harvester für die Übung zur Verfügung gestellt und war zufrieden, dass sein Sohn so schnell „gerettet“ wurde.

Ein weiterer Bestandteil der Übung war die Bekämpfung eines angenommenen Waldbrandes, was bei der momentanen Wetterlage, mit ihrer andauernden Trockenheit, sicher keine undenkbare Situation wäre. Doch in solch ländlichen Gegenden, weitab vom nächsten Hydranten, ist das Löschen eines Feuers nicht so einfach.

Wasser aus großen Tanks

Woher nimmt man das Wasser? Man braucht also Löschfahrzeuge mit riesigen Tanks. Der erste Akt in diesem Übungsteil war es, die monströse Wasserpumpe aus dem Fahrzeug zu heben, mit den notwendigen Schläuchen und dem Tank zu verbinden. Auch hier war der Steilhang wieder eine beträchtliche Erschwernis, denn die Schläuche mussten nach oben verlegt werden.

Ebenfalls ein Teil der gesamten Übung war die Suche von zwei vermissten Personen, die durch Dummies imitiert wurden. Zwei Gruppen von jungen Feuerwehrleuten gingen auf Suche. Die Suchtrupps waren auch mit Wärmebildkameras ausgerüstet, um auch eine reglose Person bei Dunkelheit auszumachen.

Alle Teile der abenteuerlichen Übung, in einem steilen Waldhang, verliefen erfolgreich.

Bürgermeister Ludwig Lang, der die Übung mit großem Interesse verfolgte, zeigte sich sehr zufrieden über die Qualifikation der Feuerwehren und kommentierte das augenzwinkernd so: „Na ja, wir kaufen ihnen ja auch die modernen Autos.“

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