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Gericht

Kontrolleurin wurde grob beleidigt

Ein 25-Jähriger wurde ausfällig. Dieses Verhalten ahndete das Gericht mit Geldstrafe.
Von Luis Münch

Die Tat wurde als Beleidigung geahndet. Foto: Malte Christians/dpa
Die Tat wurde als Beleidigung geahndet. Foto: Malte Christians/dpa

Neumarkt.„Du dreckiges Stück Scheiße. Hast doch nicht mehr alle Latten am Zaun.“ Mit diesen Worten soll ein 25-Jähriger Anfang März eine Angestellte der kommunalen Verkehrsüberwachung in der Innenstadt beleidigt haben. Deshalb musste sich der Mann am Dienstagvormittag vor dem Neumarkter Amtsgericht verantworten.

„Er hatte einen schlechten Tag“, rechtfertigte Rechtsanwalt Dr. Jürgen Bauch das Verhalten seines Mandanten. Der 25-Jährige habe sich an einem stressigen Tag bereits vor der Fahrt in die Stadt mit seiner Lebensgefährtin „wegen den Kindern in die Wolle bekommen. Es kam eins zum anderen“, erklärte der Rechtsanwalt.

Der Angeklagte hatte behauptet, die Geschädigte habe ihn mit den Worten „immer diese Ausländer“ angesprochen, woraufhin der Mann „immer diese Deutschen“ erwiderte. Doch das stellte sich als Lüge heraus.

Der 25-Jährige entschuldigte sich bei der Angestellten der kommunalen Verkehrsüberwachung, die wiederum erwiderte: „Wenn Sie das gleich gemacht hätten, hätten wir uns das hier sparen können.“

Das Bundeszentralregister wies sechs Einträge über den 25-Jährigen auf, der erst im November vergangenen Jahres strafrechtlich in Erscheinung trat. In der Vergangenheit fiel er unter anderem wegen Betrugs, versuchten Diebstahls, aber auch aufgrund einer Beleidigung auf. Richter Rainer Würth warnte: „Wenn Sie nicht reagieren, müssen wir etwas unternehmen.“

Die Vertretung der Staatsanwaltschaft, Thomas Leykam, wertete die „äußerst massive, herabwürdigende“ Beleidigung zulasten des Angeklagten. Andererseits habe sich der Mann persönlich bei der Geschädigten entschuldigt und den Sachverhalt eingeräumt. Leykam wies daraufhin, dass es sich um eine Vorsatztat während einer laufenden Bewährung handele. Trotzdem könne man „letztmals mit einer Geldstrafe arbeiten.“

Rechtsanwalt Dr. Jürgen Bauch hoffe, das Gericht werde den Ball flach halten. „Wenn er das gleich anders gehandhabt hätte, stünden wir nicht hier“, resümierte der Rechtsanwalt. Man müsse keinesfalls eine längere Haftstrafe auf den Weg bringen. Richter Rainer Würth verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 3600 Euro. „Das war eine massive Beleidung, wofür die Frau nichts gekonnt hat. Absolut unter der Gürtellinie“, erklärte der Richter, der anschließend zu einem Rundumschlag ausholte. „Diejenigen, die das Gemeinwesen am Rollen halten, sind oft solchen Verhaltensweisen ausgesetzt. Irgendwann ist der Punkt überschritten. Sie haben die Latte überrissen. Schlimmer geht es nicht mehr“, sagte Richter Rainer Würth.

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