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Freizeit

Kosten für das Berle-Bad explodieren

Die Arbeiten am Berchinger Bad sind teurer als geschätzt. Den Auftrag erhält die Firma, die auch das jetzige Dach gebaut hat.
Von Markus Rath

Das Drohnenbild zeigt das kaputte Dach des Berle. Die Sanierung wird nun deutlich mehr kosten, als vom Planer geschätzt. Foto: Stadtverwaltung Berching
Das Drohnenbild zeigt das kaputte Dach des Berle. Die Sanierung wird nun deutlich mehr kosten, als vom Planer geschätzt. Foto: Stadtverwaltung Berching

Berching.Der Zeitdruck und die überhitzte Baukonjunktur lassen die Kosten für die Sanierung des Berle-Bad-Daches im Vergleich zur Kostenschätzung explodieren. Das ergab die Auftragsvergabe in der nichtöffentlichen Bauausschusssitzung.

Fabienne richtete großen Schaden an

Zur Vorgeschichte: Wie schon Ende November 2018 berichtet, war dem Erlebnisbad Ende September 2018 vom Sturmtief Fabienne ein Viertel seiner Dachfläche entrissen worden. Während der Untersuchung für die Reparatur der Sturmschäden wurde deutlich: Auch die restliche Dachfläche ist so marode, dass ein komplett neues Dach gebaut werden muss, weil zwischen zehn und 40 Prozent der Nieten, welche die Dachhaut halten sollen, nicht mehr vorhanden sind bzw. herausgerissen wurden.

Sturmtief „Fabienne“ hat im September 2018 das komplette Dach an der Nordseite über das Dach hinweg auf die Südseite geschleudert. Die Windböe hat enormen Schaden angerichtet. Archivfoto: Franz Guttenberger
Sturmtief „Fabienne“ hat im September 2018 das komplette Dach an der Nordseite über das Dach hinweg auf die Südseite geschleudert. Die Windböe hat enormen Schaden angerichtet. Archivfoto: Franz Guttenberger

Lang hatte damals deutlich gemacht, dass der Statiker nicht bereit sei, die Restdachfläche freizugeben. Folglich sei eine Komplettsanierung des Dachs unumgänglich. Zusammen mit der direkt nach dem Sturm erfolgten Notabdichtung rechnete die Bauabteilung damals mit Baukosten von rund 692 000 Euro.

Nur zwei Firmen bieten an

Dabei wird es aber nicht bleiben. Allein der Preis für das Dach steigt um mehr als 50 Prozent. Den Zuschlag bekam die Tahedl Dach + Wand GmbH aus Regensburg zu einem Angebotspreis von 746 857 Euro. Pikant: Selbige Firma war beim Neubau des Berle als Subunternehmer tätig und hatte den Bau des heute maroden Daches zu verantworten. Bürgermeister Ludwig Eisenreich teilte mit, dass bei der Submission für die Dachsanierung nur zwei Angebote vorlagen. Wie aus Kreisen des Stadtrates zu erfahren war, veranschlagte der zweite Anbieter, ein Unternehmen aus dem Landkreis Neumarkt, sogar rund 850 000 Euro.

So geht es im Berle-Bad weiter

  • Sommeröffnungszeit:

    Aktuell ist der Außenbereich des Bades geöffnet. Der Eintritt ist frei.

  • Bauarbeiten:

    Ab 1. Juli sollen die Bauarbeiten beginnen. Ab diesem Zeitpunkt wird der Außenbereich wieder geschlossen.

  • Wiedereröffnung:

    Mitte September sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein und der Badbetrieb wieder beginnen.

Nicht gewertet wurde ein informelles Angebot, das bei der Submission nicht vorlag. Der Unternehmer hatte der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass er gerne anbieten würde. Wegen Rückfragen zu den Materialkosten schaffe er aber den Termin nicht. Zudem wollte er mit den Arbeiten erst Mitte September beginnen. Dafür hatte er ein Angebot von rund 600 000 Euro in Aussicht gestellt. Doch darauf wollte sich der Bauausschuss nicht verlassen. Lang: „Man hat sich entschieden, dass das Hauptaugenmerk darauf liegt, das Bad schnellstmöglich wieder zu öffnen.“

Entdeckung

Schock: Berle-Dach ist Schrott

Sturmtief Fabienne hat das Dach des Berchinger Bades nicht nur teilweise zerstört. Es muss offenbar komplett erneuert werden.

Zudem wäre der Bieter an sein informelles Angebot bei einer erneuten Ausschreibung nicht gebunden gewesen. Das unterstreicht auch Eisenreich: „Das war uns neben der verspäteten Angebotsabgabe zu heiß. Es gab im Bauausschuss die Befürchtung, dass sich die Arbeiten in den Winter hinziehen. Uns war trotz der Mehrkosten wichtig, dass der beauftragte Anbieter bereits am 1. Juli anfangen will.“ Damit wäre das Bad laut Lang spätestens Mitte September wieder geöffnet.

Die Blechteile und die Dämmmaterialien wurden inzwischen beseitigt. Archivfoto: Franz Guttenberger
Die Blechteile und die Dämmmaterialien wurden inzwischen beseitigt. Archivfoto: Franz Guttenberger

Keine Beachtung fand der erneute Vorschlag von Manfred Rackl, der den Wunsch formulierte, nur den versicherten Sturmschaden zu beheben und beim Restdach die Schwachpunkte zu beseitigen. Dann sollte mit Maß und Ziel eine Generalsanierung des Berle geplant werden. Diese Idee unterstützt auch Gerhard Binder (FW), der die Vorgehensweise im Bauausschuss „für eine Verschwendung von Steuergeldern hält.“

Auch Fassade wird teuerer

Vergeben wurden außerdem die notwendigen Fassadenarbeiten an die Firma Leidl aus Holnstein für 111 781,32 Euro. Hier lag die Kostenschätzung 24 Prozent niedriger und damit bei 91 000 Euro. Manfred Lang von der Berchinger Bauverwaltung rechnet nun für die Dachsanierung aufgrund der Preissteigerungen mit Gesamtkosten von rund 1,1 Millionen Euro, wobei von der Versicherung nur ein Bruchteil des Betrages zu erwarten sei.

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