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Region Neumarkt
Dienstag, 19. Juni 2018 22° 3

Kirche

Krippe zeigt Taufe

In St. Johannes spielen drei Täufer eine wichtige Rolle – zu Ehren des Namenspatrons.

Zu Ehren des Johannistags stellen die Krippenfiguren die Taufe nach.Foto: Wittmann
Zu Ehren des Johannistags stellen die Krippenfiguren die Taufe nach.Foto: Wittmann

Neumarkt.Am 24. Juni wird der Geburtstag von Johannes dem Täufer gefeiert. Er ist der Schutzpatron des Neumarkter Münsters. Deshalb zeigt die barocke Münsterkrippe von St. Johannes in diesem Monat eine Szene, in der drei Täufer eine entscheidende Rolle spielen.

Das Johannesevangelium beschreibt, dass Jesus am Tag nach seiner eigenen Taufe wieder an der Stelle vorbeikommt, wo Johannes tauft. Der weist seine Jünger erneut auf ihn hin. Zwei Jünger folgen Jesus, um zu sehen, wo er wohnt. Er zeigt es ihnen und sie bleiben bei ihm.

Die Münsterkrippe zeigt das romanischen Taufbecken des Münsters. Wer noch die Sütterlinschrift beherrscht, kann dazu im Hintergrund eine Mitteilung des Täufers lesen.

Die beiden Jünger sind die künftigen Apostel Jakobus und Johannes. Jesus nennt die beiden Söhne des Zebedäus wegen ihrer ungestümen Art später die Donnerbrüder. Als künftiger Evangelist hat Johannes sein Schreibzeug dabei, um alles aufzuschreiben. Dass sein älterer Bruder Jakobus später zum Pilgerapostel werden wird, deuten die Muscheln auf seinem Pilgermantel und Hut schon an, die von den zahlreichen Jakobswegen bekannt sind, die zu seinem Grab in Santiago de Compostela führen.

Die Szene gehört zu den weniger bekannten Bibelstellen. Und die dem Barock und seiner nachempfundenen Kleidung stellt den Betrachter vor zusätzliche Herausforderungen. Das wird an der Jesusfigur deutlich. Es geht im Barock nicht darum, ihn so zu zeigen, wie er vor 2000 Jahren gekleidet war. Sondern: Aufgrund seiner Stellung steht ihm das prächtigste Fürstengewand mit den Handbeil-Pelzen Goldspitzen zu. Und das Blau seines Moire-Gewandes ist für das restliche Krippenvolk sowieso tabu. (nos)

Hintergrund: Der Johannistag leitet sich davon ab, dass Johannes nach dem Lukasevangelium sechs Monate älter als Jesus war.

Datum: So wurde das Fest auf den Tag sechs Monate vor Heilig Abend gelegt. (nos)

Der Johannistag

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