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Gluck-Jahr

Künstler schaffen „sichtbare“ Musik

Martin R. Handschuh ist ein Berchinger Gluckfreund und der Rektor der Freien Kunstschule Stuttgart. Dort entstand ein künstlerisches Mauerband.
Von Dagmar Fuhrmann

Martin R. Handschuh präsentiert das Mauerband der Freien Kunstschule Stuttgart.

BERCHING. Die Aktion Mauerband läuft auf Hochtouren. In dieser Woche können sie noch bis zum Freitag im Tourismusbüro abgegeben werden. Die offizielle Übergabe der Mauerbänder findet in feierlichem Rahmen am 30. März um 14 Uhr im Kuffer-Park beim Gluck-Museum statt. Hängen bleiben sie bis zum 15. November.

Im Jubiläumsjahr soll die Stadtmauer entlang der Uferpromenade und an der Sulz im Bereich des Gluck-Museums geschmückt werden. Die Mauerbänder sind eine alte chinesische Tradition. Sie wurden bei Festen und zu besonderen Anlässen angebracht und sollen Glück und Wohlstand bringen.

Die Bänder werden schon aus der Ferne darauf hindeuten, dass in Berching ein außergewöhnliches Ereignis stattfindet. Die bänderverzierte Stadtmauer soll während des Gluck-Jahres ein großes Gesamtkunstwerk bilden und dabei die Menschen und Vereine der Gemeinde repräsentieren.

Ganz besonderes Exemplar

Ein ganz besonderes Exemplar wird ebenfalls an der Mauer hängen. Besonders ist es deswegen, weil es nach rein künstlerischen Gesichtspunkten gestaltet wurde. Martin R. Handschuh ist nicht nur Schriftführer der Gluck-Freunde, sondern auch Rektor der Freien Kunstschule Stuttgart.

In dieser Eigenschaft hat er seinen Studenten nahegelegt, ein Mauerband zu gestalten. Die Idee sei mit großer Begeisterung aufgenommen worden, berichtet Handschuh, als er das Mauerband in Berching ablieferte. Denn eine derartige Aktion gehe weit über die normale Unterrichtstätigkeit hinaus.

Das erste Mal hätten sich die Studenten im September mit der Idee eines Mauerbands zum Thema Christoph Willibald Gluck beschäftigt, später sei das Thema dann anhand von Partituren und Fotos vertieft worden. Die Frage, vor der die Studenten gestanden hätten, habe gelautet, wie es gelingen könne, etwas zu visualisieren was sonst nur zu hören ist – nämlich die Glucksche Musik. Denn die Künstler an der Kunstschule seien eben keine Musiker, sondern bildende Künstler, so der Rektor der Freien Kunstschule.

Notenschrift als Basis

Um diese Musik optisch darzustellen hätten die Studenten experimentiert und die Lösung schließlich darin gefunden, dass sie sich eine spezielle Notenschrift vergrößerten und anschließend wieder zusammensetzten, so dass etwas entstanden ist, das aus quadratischen Notenstücken besteht.

Das Mauerband sei relativ farbenfroh, der Bezug zum heutigen sei darin zu sehen, dass es durch die Quadrate klar strukturiert sei, sagt Handschuh. Als Trägermaterial wurde Plastikfolie benutzt, die die Gluck-Freunde zur Verfügung gestellt haben. Die Quadrate bestehen aus Stoffstücken, die zum einen auf die Folie geklebt und zum anderen noch extra vernäht wurden, so dass das Mauerband auch bis zum November hält.

Vier bis fünf Studenten und die Dozentin Andrea Peter des Fachbereichs „Hochdruck“ haben das Mauerband von der Idee bis zur Verwirklichung umgesetzt. In diesem Fachbereich werden zum Beispiel auch Linolschnitte als Kunstobjekte gefertigt. Ein wichtiger Aspekt sei gewesen, die Verbindung von Tradition und Moderne zu schaffen. „Damit wollten wir daraufhinweisen, dass wir die älteste Kunstschule Deutschlands sind“, sagt Rektor Handschuh.

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