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Berching

Kulturhalle: Planungen vor dem Abschluss

Am Dienstag wird der Bauantrag im Berchinger Stadtrat behandelt. Dann wird auch entschieden, ob der Bau ein Holzdach bekommt.
Von Alexandra Nurtsch

Das originalgetreue Modell vor dem Rathaus zeigt es: So würde das Dach der Kulturhalle mit Lärchendielen aussehen. Foto: Nurtsch
Das originalgetreue Modell vor dem Rathaus zeigt es: So würde das Dach der Kulturhalle mit Lärchendielen aussehen. Foto: Nurtsch

Berching.Das Projekt Kulturhalle biegt in die Zielgerade ein. Am Dienstag beschäftigt sich der Stadtrat in seiner Sitzung mit dem Bauantrag für das 3,5 Millionen Euro teure Gebäude. Doch einen Tagesordnungspunkt vorher muss über das Dach entschieden werden. In ihrer Märzsitzung sprachen sich die Stadträte gegen ein modernes, günstigeres Flachdach und für ein Satteldach aus. So wird die Kulturhalle mit einer Firsthöhe von 13 Metern annähernd so hoch wie die Post Berching.

Für Diskussionen sorgte die Dacheindeckung. „Das ist eine riesige Dachfläche, da darf ruhig Leben drin sein“, warb Architekt Michael Kühnlein jun. für Holz. Doch das sahen nicht alle Räte so. Viele prangerten die geringe Lebensdauer einer Holzeindeckung an. Es wurde kritisiert, dass das Dach nicht dicht sei und sich die Holzdielen werfen könnten. Man entschied sich, die Dacheindeckung noch einmal zu überarbeiten.

Einheitliche Vergrauung erwartet

„Wir haben dort die Chance, etwas Besonderes zu schaffen“, sagt Bürgermeister Ludwig Eisenreich. Er ist für eine Dacheindeckung aus Holz, denn „das fällt auf“. Eisenreich und die Mitglieder des Arbeitskreises Kulturhalle hatten zu ihrem Treffen vor zwei Wochen mehrere Fachmänner geladen. Zimmermeister Johann Hecker brachte ein originalgetreues Modell der Dacheindeckung der Kulturhalle mit, das nun vor dem Rathaus steht. Immer wieder bleiben Passanten davor stehen und diskutieren darüber – auch mit Bürgermeister Eisenreich. „Die Resonanz ist überwiegend positiv“, sagt er. Eisenreich hat keine Bedenken, dass das Dach nicht dicht ist. Zum einen fließe das Wasser durch die Steilheit rasch ab, zum anderen gebe es unter den Holzdielen eine verschweißte Folie und eine Dämmplatte mit wasserabweisender Oberfläche. Zur Haltbarkeit der Holzeindeckung habe der auf Holzbau spezialisierte Statiker, Dr. Thomas Gollwitzer, bei dem Treffen gesagt, es habe eine Lebensdauer von mindestens 35 Jahren. Defekte Dielen könnten ausgetauscht werden.

Details zur Kulturhalle lesen Sie in unserem Infostück:

Die Geplante Kulturhalle

  • Maße:

    Die Kulturhalle wird ein imposantes Gebäude. Sie wird rund 40 Meter lang, zwölf Meter breit und 13 Meter hoch. Sie soll in Holzbauweise errichtet werden.

  • Anbau:

    Sanitäranlagen und Cateringküche werden in einem Anbau in Richtung Hotel Post Berching untergebracht. Dieser ist in Betonbauweise geplant. Die Bühne und der Backstagebereich werden unterkellert und ein Lastenaufzug wird eingebaut.

  • Innenraum:

    Der Innenraum wird großzügig und luftig. Er soll Platz für 250 Menschen bieten. Im hinteren Drittel ist ein Hubboden vorgesehen. Die Bühne ist 90 Zentimeter erhöht.

  • Vorhänge:

    Um die Halle vollständig zu verdunkeln, ist, wie im Burgsaal in Parsberg, ein schwarzer Stoffvorhang vorgesehen. Dieser habe auch einen Zusatznutzen für die Akustik. Alternative wären teuere elektronische Innen- oder Außenjalousien.

Das Lärchenholz für die Dacheindeckung soll aus dem Stadtwald und den Wäldern der Region kommen. Genug Holz stehe zur Verfügung, wie Eisenreich auf Nachfrage bei der Waldbauernvereinigung Berching-Mühlhausen erfuhr. Aber der Zeitpunkt könnte ein Problem werden. „Das Lärchenholz müsste Ende Dezember, Anfang Januar geschlagen werden, dann ist es am saftärmsten“, berichtet der Bürgermeister von dem Gespräch.

Der Arbeitskreis entschied in seiner Sitzung, dem Stadtrat die Eindeckung mit heimischen Holzdielen zu empfehlen. Eine Kulturhalle in dieser zentralen Lage inmitten der Altstadt müsse architektonisch und gestalterisch auffallen und dürfe sich nicht verstecken, hieß es. Das Dach sei ein augenfälliges Alleinstellungsmerkmal und stehe mit der Holzfassade und der gesamten architektonischen Gestaltung für die Attraktivität der Halle. Alternativen für die Dacheindeckung wären Biberschwanz-Ziegel oder Holzschindeln. Doch beides schließt Eisenreich aus. „Mit der Biberschwanzeindeckung hätten wir eine riesige rote Fläche. Das wäre nichts Besonderes.“ Ein Schindeldach passe nicht in die Oberpfalz. Außerdem sei es teurer als Lärchendielen oder Biberschwanzziegel.

„Wir haben dort die Chance, etwas Besonderes zu schaffen.“

Bürgermeister Ludwig Eisenreich

In der Stadtratssitzung im März wurde auch die Gestaltungsfibel angesprochen und dass sich auch die Stadt daran halten müsse. Doch die beziehe sich laut Eisenreich auf Wohn- und Geschäftshäuser in der Innenstadt und nicht auf Sonderbauwerke. Die Mitglieder des Arbeitskreises sprachen auch über eine Vergrauung der Holzdielen. Das Holz für das Dach und für die Fassade seien unbehandelt. Das gesamte Gebäude werde daher im Laufe der Zeit vergrauen. Da die Halle frei stehe, sei eine einheitliche Vergrauung zu erwarten, hieß es bei dem Treffen.

Abriss läuft weiter

Ursprünglich war geplant, das Hotel Post Berching und die Kulturhalle gemeinsam zum Jahresende 2019 zu eröffnen. Doch ob das klappen wird, ist fraglich. „Das wird sportlich“, sagt Bürgermeister Eisenreich. Aber es sei auch nicht so schlimm, wenn Kulturhalle und Hotel Post nicht gemeinsam eröffnen würden.

Der Asbest-Ausbau im Sulztrakt ist abgeschlossen. Foto: Nurtsch
Der Asbest-Ausbau im Sulztrakt ist abgeschlossen. Foto: Nurtsch

Im März 2017 wurde mit dem Abriss der neuzeitlichen Gebäude des Hotels begonnen. Eigentlich sollten die Arbeiten drei Monate später abgeschlossen sein. Doch dann wurde in einigen Räumen Asbest entdeckt und die Arbeiten ruhten mehrere Wochen. Im März wurde mit dem Asbest-Ausbau begonnen. Mittlerweile ist er abgeschlossen. „Nun werden die Gebäude entkernt und dann geht der Abriss weiter“, sagt Eisenreich. Einen genauen Zeitplan für die Kulturhalle gebe es erst, wenn alle Gebäude abgerissen seien und die Baugenehmigung erteilt sei.

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