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Literaturtage

Ladies Crime Night: Frauen morden anders

Viele Morde von Frauen bleiben offenbar unentdeckt. Sechs Autorinnen sprechen in Berching über die feminine Mordlust.
Von Markus Rath

Autorin, Buchmarktaktivistin, Managerin und Mutter. Sie ist eine von sechs Frauen, die sich mit spannenden Themen beschäftigt. Foto: Janet Clark
Autorin, Buchmarktaktivistin, Managerin und Mutter. Sie ist eine von sechs Frauen, die sich mit spannenden Themen beschäftigt. Foto: Janet Clark

Berching.Im Raum herrscht atemlose Stille. Alle Augen sind auf die Frau in Rot und Schwarz gerichtet. Gebannt lauscht das Publikum ihren Worten. Man hört ein Herz schlagen, erst leise, dann immer lauter – und plötzlich fällt ein Schuss. Die Zuhörer zucken zusammen, und mitten im Satz hört die Erzählung auf. Wie es weitergeht?

Am Samstagabend, 6. April, wird es in Berching spannend. Autorinnen lesen auf der Bühne. Erfunden haben dieses besondere Format der Krimilesung die „Mörderischen Schwestern“.

Barbara Großmann und Gerlinde Delacroix haben die erste Ladies Crime Night des Jahres nach Berching geholt. Foto: Delacroix
Barbara Großmann und Gerlinde Delacroix haben die erste Ladies Crime Night des Jahres nach Berching geholt. Foto: Delacroix

Auch Frauen morden und schreiben darüber, wie auf den Literaturtagen zu sehen ist. Doch es ist nicht leicht, sich in einem Genre durchzusetzen, das als Männerdomäne gilt und besonders intensiv von Autoren aus englischsprachigen oder skandinavischen Ländern beackert wird. Um von Frauen geschriebene, deutschsprachige Krimis zu fördern, haben sich die „Mörderischen Schwestern“ gegründet. Die Lesung in der Schranne wird von Melissa Hüttner und Danièle Wittl, Mitglieder der Berchinger Musikgruppe „NeuRosen“, begleitet. Im Folgenden ein Überblick über spannende Autorinnen mit spannenden Themen – von Kurzroman über True-Stories bis hin zu Erotikromanen.

Jacqueline Lochmüller

Foto: Dieter Doleysch
Foto: Dieter Doleysch

Die 1965 in der Festspielstadt Bayreuth geborene Autorin schreibt sowohl unter ihrem richtigen Namen als auch unter dem Pseudonym Shannon Crowley Krimis, Thriller und Erotikromane. Außerdem gibt es umfangreiche Veröffentlichungen im Bereich True-Stories, Kurzromane, Kurzkrimis und Taschenhefte.

Bei der Ladies Crime Night in Berching dürfen sie die Zuhörer in die Welt des Inspektor Dunn begleiten, der einen schwierigen Fall lösen muss. Er handelt von dem hoch verschuldeten Anwalt Andrew Collins, der im Keller einer einsamen Burgruine eine gefangen gehaltene junge Frau entdeckt. Ehe er die Situation erfasst, steht ein bewaffneter Mann hinter ihm. Es kommt zum Kampf. Andrew schießt seinen Gegner nieder und sperrt ihn in einen der Kellerräume. Er vermutet, es handelt sich bei der jungen Frau um eine Bankierstochter, die kürzlich entführt und für die ein hohes Lösegeld gefordert wurde. Er beschließt, die Entführung zu übernehmen. Anderntags ist der Verletzte entkommen. Andrew gerät in Panik.

Martina Schmid

Foto: Martina Schmid
Foto: Martina Schmid

Schon im Jugendalter begann die Oberpfälzerin mit dem Schreiben von Gedichten und Songtexten sowie kleinerer Geschichten. Aus beruflichen und familiären Gründen unterbrach sie diese Leidenschaft für einige Jahre. Doch seit geraumer Zeit widmet sie sich wieder verstärkt dem Schreiben. Sie lebt mit Mann und Katze in Laaber, liebt Tiere und die Natur, in der sie auch die Muse zum Schreiben findet. Als schreibende Allrounderin hat sie Kinderbücher, Thriller und Kriminalromane veröffentlicht, sich aber auch an Zeitzeugenberichte aus dem Zweiten Weltkrieg und über die Flucht aus dem Nahen Osten gewagt. Unter ihrem Pseudonym Alisha April verfasst sie zudem eine Lovestory-Reihe. In Berching stellt sie in ihrem Ostbayern-Krimi die Frage, was ein vergrabenes Skelett und ein aus der Donau geborgenes Autowrack verbindet? Weil die Polizei sich zurückhält, forschen die beiden Freundinnen Sofie und Maria auf eigene Faust nach.

Janet Clark

Foto: Janet Clark
Foto: Janet Clark

Autorin, Buchmarktaktivistin, Managerin und Mutter. Schlafmangel kompensiert Janet Clark mit Powernaps oder einer Runde Joggen in dem Wald, der schon seit ihrer Kindheit ihre Fantasie beflügelt. Getrieben wird sie von dem unbedingten Wunsch, ihren Teil zu leisten, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und genau das spiegelt sich in ihren Romanen für Erwachsene und Jugendliche wieder. Hochaktuelle, oft brisante Themen verstecken sich in den spannenden Plots und regen die Leser an, über Dinge nachzudenken, die sie bislang vielleicht ignoriert haben. Bei der Ladies Crime Night stellt sie mit „Black Memory“ einen preisgekrönten Thriller vor, in dessen Mittelpunkt ein vermisstes Mädchen mit einer einzigartigen Inselbegabung und eine Ärztin stehen, die sich an jedes Detail ihrer Ausbildung erinnern kann, aber nicht an ihren Namen und auch nicht an das Verbrechen, das sie begangen haben soll.

Rosemarie Benke-Bursian

Foto: Rosemarie Benke-Bursian
Foto: Rosemarie Benke-Bursian

Die promovierte Biologin kann nicht nur kriminalisieren: die freiberufliche Journalistin und Autorin und hat auch zahlreiche Artikel aus Naturwissenschaft und Medizin sowie Sachbücher verfasst. Sie schreibt zudem Kurzgeschichten und Kindergeschichten und Krimis. Ihr Wohnort Tutzing ist auch der Schauplatz, an dem ihr erster Kriminalroman „15 Tage“ spielt: Der fast 16-jährige Leo Förster ist verschwunden. Aus heiterem Himmel. Einfach weg. Was ist geschehen? Ist er weggelaufen? Ist ihm etwas zugestoßen? Sagt sein Freund David die Wahrheit oder verschweigt er etwas? Und wer ist diese geheimnisvolle Person, mit der Leo sich angeblich vor seinem Verschwinden getroffen hat? Immer wieder stecken Polizistin Abby und Hauptkommissar Georg fest. Je mehr sie über Leo erfahren, umso rätselhafter erscheint sein Verschwinden.

Ursula Schmid-Spreer

Foto: Arne Marenda
Foto: Arne Marenda

Ob die viele Jahre im Schuldienst, sie unterrichtete Deutsch und Wirtschaft, Schuld daran sind, dass die Autorin eine gewisse Mordlust ausleben muss, ist nicht abschließend aufgeklärt. „Ungestraft morden dürfen, das hat was!“, lautet jetzt nach dem Abschied vom Lehrberuf ihre Devise. Mittlerweile sind vier regionale Krimis erschienen. In Berching liest Schmid-Spreer aus ihrem Roman „Mord in Cork“. Hauptkommissar Michael Tischer ist als „Austauschpolizist in Irland aktiv und lernt nicht nur Land und Leute, sondern auch die regionale Küche kennen.

Carmen Mayer

Foto: Beata Kopec
Foto: Beata Kopec

Die Moderatorin der Ladies Crime Night in Berching ist in Württemberg geboren und lebt seit 40 Jahren in Ingolstadt. Sie schreibt neben Kurzgeschichten und Mundart-Theaterstücken hauptsächlich Krimis und historische Romane. Sie wird aus ihrem in Ingolstadt spielenden Krimi „Kellerasseln“ vorlesen. In seinem fünften Fall beschäftigt ihren Helden, Walter Braunagel und seine Kollegin Maxi Wöhrl, der Tod des Zuhälters Benno Krüger. Führt die Spur ins Milieu oder ist es eine familiäre Angelegenheit. Als drei Babyleichen gefunden werden, geraten Bennos Schwester und ihrer Freundin unter Mordverdacht.

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