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Kirche

Landesweite Fastenaktion läuft

In Neumarkt fiel der offizielle Startschuss. Die Evangelische Kirche Bayern unterstützt Projekte im rumänischen Siebenbürgen.
Von Michael Schrafl

Bei der Eröffnung der Fastenaktion der Bayerischen Landeskirche in der Neumarkter Christuskirche mit dabei (v. l.): stellvertretender Dekan Martin Hermann, Bischof Reinhart Guib, Oberkirchenrat Michael Martin, Dekanin Christiane Murner, Kirchenrat Raphael Quandt, Pfarrer Stefan Wingen (kath.) und weitere kirchliche Vertreter Foto: Michael Schrafl
Bei der Eröffnung der Fastenaktion der Bayerischen Landeskirche in der Neumarkter Christuskirche mit dabei (v. l.): stellvertretender Dekan Martin Hermann, Bischof Reinhart Guib, Oberkirchenrat Michael Martin, Dekanin Christiane Murner, Kirchenrat Raphael Quandt, Pfarrer Stefan Wingen (kath.) und weitere kirchliche Vertreter Foto: Michael Schrafl

Neumarkt.In einem feierlichen Gottesdienst hat die Bayerische Landeskirche in der Neumarkter Christuskirche ihre Fastenaktion „Füreinander einstehen in Europa“ unter dem Motto „Würdiges Leben im Alter“ eröffnet. Mit der bayernweiten Fastenaktion soll die diakonische Arbeit in Rumänien gestärkt werden. Konkret unterstützt werden die Altenheime in Hetzeldorf und Schweischer.

Diese Projekte stehen exemplarisch für den Willen, den Dialog in Europa zu stärken und tatkräftig dort zu helfen, wo Not herrscht, sagte Oberkirchenrat Michael Martin. Zum Gottesdienst konnte Dekanin Christiane Murner eine Delegation aus Rumänien begrüßen. Kantorei und Solisten unter Leitung von Kirchenmusikdirektorin Beatrice Höhn und Landesmusikwart Jürgen Leutert hatten den Festgottesdienst feierlich mitgestaltet. Wie Bischof Reinhart Guib aus Rumänien eingangs seiner Predigt sagte, ist es für ihn und die Delegation eine große Freude, nach Neumarkt kommen zu können. Dann stellte er die zentrale Frage der Fastenaktion: „Wer ist für mich im Alter da?“

Nach der Wende seien, so der Bischof, viele Menschen aus Siebenbürgen in Richtung Deutschland und Bayern abgewandert oder von dort abgeworben worden. Obwohl die Pflegekräfte in der alten Heimat dringend gebraucht wurden. Die zurückgebliebenen alten Menschen geraten in Not, weil sie niemand pflegen kann, Pflegeeinrichtungen schlecht ausgerüstet sind und bisherige Familiennetze nicht mehr funktionieren.

70 diakonische Einrichtungen

In Siebenbürgen gebe es 70 diakonische Einrichtungen für alte und kranke Menschen, für Straßenkinder oder Kinder, die im Ausland arbeiten, sogenannte „Euro-Waisen“. Vom Staat gebe es aber nur wenig Unterstützung.

Die Unterstützung aus Deutschland und Bayern durch Gebet, Spenden und Besuche mache trotz der schwierigen Lage immer wieder Mut und Hoffnung, in den Bemühungen für die alten und kranken Menschen nicht nachzulassen. „Wir wollen den Menschen ein Zuhause und eine Gemeinschaft, Würde und Wertschätzung geben.“ Der Bischof dankte schon im Voraus für die Gaben und Spenden für diakonischen Projekte in Rumänien: „Sie sind ein Zeichen der Solidarität, für das Mit- und Füreinander in Europa.“

Beim anschließenden Fastenessen gab es noch verschiedene Grußworte, unter anderem von Seiten der Stadt, des Landkreises, der Katholischen Kirche und der Diakonie. „Nachbar“-Pfarrer Stefan Wingen machte dabei deutlich: „Der Mensch ist geliebtes Kind Gottes in allen Phasen des Lebens.“

Bereits am Freitag konnten die etwa 40 Gäste bei einer Führung durch das Evangelische Zentrum und die Christuskirche und Begegnung mit einer Konfirmandengruppe erste Eindrücke vom evangelischen Leben in Neumarkt gewinnen.

Motto: Würdiges Leben im Alter

Am Samstag ging es dann um das Schwerpunktthema der diesjährigen Fastenaktion „Würdiges Leben im Alter“. Dazu tauschten sich die Gäste mit den Gastgebern aus. Nach dem gemeinsamen Mittagessen besichtigte eine Gruppe das Martin-Schalling-Haus in Neumarkt, die andere das Seniorenzentrum Pyrbaum.

Am Abend erwartete die Gäste aus Rumänien sowie aus dem Dekanat Neumarkt ein Bläserkonzert mit dem Ensemble „Philharmenika“ aus Nürnberg. Beim anschließenden Bayerisch-Siebenbürgischen Festabend im Klostersaal trat eine siebenbürgische Tanzgruppe auf, ein gemischter Chor gab siebenbürgische Lieder zum Besten und Pfarrer Gerhard Servatius-Depner aus Mediasch erfreute mit humorvollen Einlagen. Zu essen gab es Leberkäs mit Kartoffelsalat aus Bayern. Die Gäste hatten Zwetschgenschnaps, Speck und Kuchen aus Rumänien mitgebracht.

Kirche in Rumänien

  • Hilfsprojekte:

    Alten- und Pflegeheim „Schweischer“ (30 Plätze): Erneuerung der Strom- und Wasserversorgung sowie Modernisierung der Wohnräume der Bewohner, Einbau eines Außenlifts

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