MyMz
Anzeige

Glaube

Langjährige Daßwanger Pilger geehrt

Seit 330 Jahren pilgert im Frühjahr eine Gruppe aus Daßwang nach Altötting. Manche bewältigen gar den Rückweg zu Fuß.
Von Vera Gabler

Langjährige Wallfahrer bekamen Kerzen überreicht. Foto: Vera Gabler
Langjährige Wallfahrer bekamen Kerzen überreicht. Foto: Vera Gabler

Daßwang.Im Gasthaus Nutz fand auch dieses Jahr der Ehrenabend zum Abschluss der Oberpfälzer Fußwallfahrt für die Gruppe Daßwang statt. Seit mehr als 330 Jahren pilgern im Schnitt rund 260 Gläubige vom Freitag nach Christi Himmelfahrt bis Dienstag vor Pfingsten nach Altötting. So traditionell das Wallfahren, so traditionell ein Treffen im Herbst, zu dem die Pilgerführer Georg Stephan aus der Rudolfshöhe, Georg Schön aus Rasch und Michael Nutz aus Wissing eingeladen haben.

Für die Pilger der Daßwanger Gruppe gab es zuerst einen Gottesdienst in Hamberg mit dem Ruhestandspfarrer Georg Schmid aus Dürn. Im Gasthaus Nutz gab es dann ein herzliches Hallo und passend zu der Bilderpräsentation von Konrad Meier und Christian Seegerer, die Impressionen von der Wallfahrt 2017 zeigte, wurden Erinnerungen ausgetauscht.

Ein Gefühl der Auszeit bleibt

Die Blasen sind schon längst vergessen, geblieben ist das Gefühl der Auszeit, das lange erhalten bleibt, hörte man aus der Runde. Bevor Pfarrer Stefan Brand aus Abendberg bei Nürnberg die Altöttinger Jubiläumskerzen mit dem Bildnis der Schwarzen Madonna und die Rosenkränze segnete, gab es auch Dankesworte von den drei Pilgerführern selbst. Allen voran hob er Georg Simon aus Simbach hervor, der 30 Jahre lang mit einem Begleitfahrzeug das Zugende abgesichert hat. Im Gespräch mit dem Tagblatt erzählt der 68-jährige, dass er sich vor 30 Jahren beim damaligen Pilgerführer Georg Höllrigl für die Sicherung in einem Fahrzeug angeboten habe. In Schrittgeschwindigkeit begleitet er seitdem die Oberpfälzer Wallfahrer mit den Gruppen aus Daßwang, Günching, Beilngries und Hemau ab Höfen, wo es um die Sicherheit der über 1500 Pilger geht. Es komme auch mal vor, dass ein Wallfahrer kurzfristig einsteigt, um sich dann bei der nächsten Pause versorgen zu lassen, verrät Simon.

Georg Simon hat 30 Jahre lang mit einem Fahrzeug den Daßwanger Pilgerzug abgesichert. Foto: Gabler
Georg Simon hat 30 Jahre lang mit einem Fahrzeug den Daßwanger Pilgerzug abgesichert. Foto: Gabler

Zu den Dankesworten der Pilgerführer gab es ein Erinnerungsfoto und eine traditionelle Kerze für 30 Jahre Teilnahme an der Pilgerwallfahrt. Gleichzeitig stellte Georg Schön den Krappenhofener Josef Schierl als Nachfolger vor. Josef Schierl ist selbst schon seit 39 Jahren als Pilger dabei und kennt die Strecke daher sehr gut. „Der Weg ist beim zweiten Mal nicht mehr so lang“, erklärt Sebastian Schlierf aus Freihausen. Er ist an dem Abend für 40 Jahre ausgezeichnet worden.

„Es waren wieder 265 Männer und Frauen in der Daßwanger Gruppe“, begann Schön die Ehrung von Pilgern und die Überreichung von Kerzen. In diesem Jahr gab es die Möglichkeit, schon im Vorfeld den Wunsch auszusprechen, statt einer großen Kerze eine Tischkerze zu wählen. Diese Alternative wählte unter anderem Thomas Niebler aus Freihausen, dem zum 15-Jährigen gratuliert und gedankt wurde. Ebenso seit 15 Jahren mit in der Daßwanger Gruppe sind Johann Altenthann und Stefan Rupp aus Kemnathen, Michael Böhm aus Schnufenhofen und Evi Scharbauer aus Velburg.

Für 20 Jahre wurden Roswitha Seitz aus Krappenhofen, Marita Schuderer aus Hamberg, Hans Huber aus Dürn, Karl Hotter aus Langenthonhausen und Erwin Weidner aus Daßwang geehrt. Seit 25 Jahren sind Engelbert Graf aus Rasch, Michael Gromann aus Dürn, Robert Böhm aus Schnufenhofen, Gerhard Eglmeier aus Wissing und Elisabeth Schmid aus Buch dabei. Klara Weigert aus Wissing, Georg Simon aus Simbach, Heiner Weidner aus Nürnberg, Georg Scheuerer aus Beratzhausen und Josef Ehrnsperger aus Parsberg pilgern seit 30 Jahren.

Am 31. Mai geht es wieder los

Für 40 Wallfahrten wurden als Höhepunkt Sebastian Schlierf aus Freihausen, Theres Oettl aus Eichenhofen und Maria Freihart aus Wissing geehrt. „Es war ein traumhaftes Wallfahrerwetter“, bilanziert Pilgerführer Nutz und verweist auf die Wallfahrt im nächsten Jahr vom 31. Mai bis 4. Juni. In diesem Jahr sei der Pilgerzug zum 333. Mal unterwegs gewesen. 160 Kilometer auf fünf Tage, um dann nach dem Gebet in der Basilika die Heimfahrt anzutreten. „Eine Gruppe von rund 50 Männer und Frauen geht zwei Tage später auch wieder zu Fuß nach Hause“ verrät Nutz und Renate Schmid bestätigt, dass der Heimweg noch viel intensivere Gebete und Gespräche bringe.

Eindrücke der Daßwanger Wallfahrer

Richard Bögerl

Richard Bögerl Foto: Gabler
Richard Bögerl Foto: Gabler

Bögerl ist Gesamtpilgerführer für die Oberpfälzer Fußwallfahrer, zu der die Gruppe Daßwang gehört. Ihm war es ein Anliegen, darum zu bitten, die Glaubenstiefe auch wieder in die Familie und in die Gesellschaft zu bringen.

Christian Seegerer

Christian Seegerer Foto: Gabler
Christian Seegerer Foto: Gabler

Seegerer nahm im Alter von 18 Jahren an der Wallfahrt teil. Er sah sie damals als sportlichen Anreiz. Jetzt mit 46 Jahren ist er zum zweiten Mal mitgegangen, diesmal aus Überzeugung. Innerliche Befriedigung, Ausgleich und Wohlbefinden konnte er mitnehmen.

Sebastian Schlierf

Sebastian Schlierf Foto: Gabler
Sebastian Schlierf Foto: Gabler

Schlierf wurde für 40 Jahre Wallfahren ausgezeichnet. Angefangen hat er schon vor 42 Jahren, dazwischen gab es zwei Jahre Pause. Er erinnert sich an den Muskelkater bei der ersten Wallfahrt – heute sind es fünf Tage ohne Sorgen.

Renate Schmid

Renate Schmid Foto: Gabler
Renate Schmid Foto: Gabler

Schmid trat vor 35 Jahren sozusagen in die Fußstapfen der Schwiegermutter, die nicht mehr an der Wallfahrt teilnehmen konnte. Trotz der vielen Blasen ist sie der Wallfahrt treu geblieben. Bemerkenswert: Sie geht von Altötting auch wieder zu Fuß nach Hause.

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht