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Letzter Pater ging vor 50 Jahren

Das Kloster in Berching hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Seit 1972 werden in seinen Mauern Senioren betreut.
Von Franz Guttenberger

Das Franziskanerkloster wurde 1970 geschlossen und in das Pettenkoferhaus sowie das Seniorenheim umgebaut. Foto: Franz Guttenberger
Das Franziskanerkloster wurde 1970 geschlossen und in das Pettenkoferhaus sowie das Seniorenheim umgebaut. Foto: Franz Guttenberger

Berching.1970, vor genau 50 Jahren, verließ der letzte Franziskanerpater das Kloster in Berching. Aus Nachwuchsmangel wurde das Kloster aufgelöst und in das Pettenkoferhaus umgebaut. Pater Theodulf Fanderl war der letzte Franziskanerpater in Berching. Er war zugleich Superior. Er zog vor 50 Jahren in das Franziskanerkloster Freystadt und danach nach München in das Kloster St. Gabriel, wo er 1980 auch verstarb.

Kriegsende

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Pater Theodulf war bei der Bevölkerung sehr beliebt. Den Kindern wurde der Gruß gelernt, wenn sie den Pater begegneten: „Gelobt sei Jesus Christus“. Diesen Gruß erwiderte der Mönch und nickte dabei. So erzählen es Berchinger Bürger, die den Pater kannten und die gerne zum sonntäglichen Gottesdienst ins Kloster gingen und das Kloster den Gottesdiensten in der Stadtpfarrkirche vorzogen.

1806 – ein bedeutendes Jahr

Das Franziskanerkloster, zuvor das Kapuzinerkloster, hat Berchinger Geschichte geschrieben. 1806 ist für die Stadt Berching ein bedeutendes Jahr. 1806 wurde Bayern zum Königreich erhoben und dabei kam Berching zu Bayern. Vorher gehörte Berching dem Hochstift Eichstätt an. Dies brachte zwangsläufig Veränderungen mit sich. Vor gut 200 Jahren mussten die Kapuziner das Kloster in Berching verlassen und siedelten nach Eichstätt über. Die Franziskaner von Beilngries übernahmen das Kloster in Berching.

Krise

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Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wünschten sich die Bürger der Stadt Berching ein Kloster. Während der Weinhändler Johann Georg Rumpf Franziskaner in Berching haben wollte, bestand Johann Georg Pettenkofer auf Kapuziner. Beide waren bedeutende Adelsfamilien und Weinhändler. Die Familie Pettenkofer und die Familie Rumpf standen in Konkurrenz. Johann Georg Rumpf musste gegen den mächtigeren Pettenkofer kapitulieren und daher unterstützte er die Gründung eines Franziskanerklosters in Beilngries.

Jetzt ein Altenheim

  • Abschied:

    Der letzte Franziskanerpater Theodulf verließ 1970 Berching und zog zunächst in das Franziskanerkloster nach Freystadt.

  • Neubeginn:

    Zu diesem Zeitpunkt war bereits der Umbau des Klosters durch den Caritasverband Eichstätt in ein Altenheim St.- Franziskus angelaufen. 1972 wurde das Altenheim eingeweiht.

Mit Hilfe der Pettenkofer wurde das Kapuzinerkloster an der Sulz in Berching errichtet und 1723 eingeweiht. Der Orden der Kapuziner blühte auf, wurde aber infolge der Säkularisation 1806 aufgelöst. Im Juli 1806 erging der königliche Befehl, dass die Kapuziner von Berching in das Kapuzinerkloster nach Eichstätt transferiert werden. Auf Bitten und Drängen einflussreicher Berchinger Bürger, die sogar nach München zu König Maximilian I. fuhren, wurde erreicht, dass im Dezember 1806 die Franziskaner von Beilngries in das verwaiste Berchinger Kapuzinerkloster einzogen.

Franziskaner waren sehr beliebt

Die Franziskanermönche waren sehr aktiv und beliebt bei der Bevölkerung. Das Berchinger Ölbergspiel im Kloster ist vielen älteren Mitbürgern noch in guter Erinnerung. Nachwuchssorgen in den Klöstern waren mit ein Grund, warum es nach dem 2. Weltkrieg immer ruhiger um das Kloster wurde.

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