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Kultur

Lizzy Aumeier begeisterte in Dietfurt

Die Neumarkter Kabarettistin trat bei der Standortmesse auf. Als Krönung holte sie sich ihren Mann auf die Bühne.

Lizzy Aumeier begeisterte in Dietfurt. Foto: Grad
Lizzy Aumeier begeisterte in Dietfurt. Foto: Grad

Dietfurt.Gescheite und deftige Sprüche kommen über ihre Lippen, sie kokettiert mit der nicht ganz so schlanken Figur, holt aus dem dicken Kontrabass exzellent höchste und tiefste Töne: Kabarettistin Lizzy Aumeier war der krönende Abschluss des ersten Messetages. Nicht zu vergessen ihre Partnerin Svetlana Klimova, die auf der Geige hübsche und rassige Melodien spielte und ihr oft mehrstimmige Akkorde entriss.

Im nicht mehr ganz unschuldigen weißen Kleid gibt sich Aumeier enttäuscht, weil es wie bei Autos keine Rückrufaktion für Männer gebe, „die nicht halten, was sie versprechen“. Denn noch nie habe sie am Valentinstag ein Geschenk erhalten. Sie stellt Kontakt zum Publikum her, fragt ungeniert einige Leute aus und singt für den Flo, der mit Stromnetzen zu tun hat, ein Liebeslied, um sich mit ihm zu vernetzen.

Dann gibt es rasante Musik auf Geige und Kontrabass und stürmischen Beifall. Über den kleinen täglichen Wahnsinn lässt sich Lizzy Aumeier aus, genauso über die Mächtigen der Welt. „Da kannst fei net parken“, sei der Willkommensgruß in Nürnberg. „Die Intelligenz verfolgt den Trump, aber der ist immer schneller“, lästert sie über den „ekelhaften Typ“. Über Pegida, Erdogan, die Rechten, Jens Spahn mit seinem Gerede über Armut ärgere sie sich ebenso wie über Markus Söder, dem fränkischen Chippendale, mit seinem neuen Polizeigesetz.

Eine Pointe nach der anderen wirft sie dem Publikum an den Kopf – eindeutige, wo sofort alle lachen, hintersinnige, die kurz Denkarbeit verlangen. Hauptsächlich Frauen sind gekommen, amüsiert sich die Kabarettistin und lästert: „Die Pflegefälle sind zu Hause.“ Wer ist ein echter Mann? Der isst keinen Honig, sondern kaut Bienen.

Nach der Pause trägt Aumeier ein großes schwarzes Kleid. Jeder kann sich seinen Teil denken. Auch ihre Leidensgenossinnen, Frauen ab Fünfzig, nimmt sie auf die Schippe: Keiner schaue dich mehr an, aus Hitzewallungen könnte man Strom machen. Joggen sei Sterben mit Anlauf, am liebsten mache man eine all inclusive Kreuzfahrt.

Am Ende rät Aumeier, den Anderen auch etwas zu gönnen. „Jeder darf leben, wie er mag.“ Dann wird es noch einmal lustig. Aumeier holt ihren Mann auf die Bühne, jeder frotzelt über den anderen, beide tanzen einen Walzer. Mit tosendem Applaus geht ein fröhlicher Abend zu Ende. (ugr)

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