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Logistikzentrum stiftet Unruhe

Die Ansiedlung des Lebensmittel-Logistikers Chefs Culinar ruft offenbar auch Kritiker auf den Plan, wie sich herausstellt.
von Daniela Essmann

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung stellte Bürgermeister Andreas Truber das geplante Projekt am „Waldeck“ vor.
Im Rahmen einer Informationsveranstaltung stellte Bürgermeister Andreas Truber das geplante Projekt am „Waldeck“ vor. Foto: Daniela Eßmann

Pilsach.Seit bekannt wurde, dass auf dem Pilsacher Gemeindegebiet „Waldeck“ an der B299 ein Logistikunternehmen eine Niederlassung bauen will, herrscht Unruhe in der Gemeinde. Bei einer Bürgerinformation stellte Bürgermeister Andreas Truber das Vorhaben 50 Interessierten vor.

„Wir haben für die Ansiedlung gekämpft und haben jetzt das Filetstück der Unternehmen“, erklärte Truber nicht ohne Stolz. Denn auch in Allersberg hatte sich das Kieler Unternehmen für eine Gewerbefläche interessiert.

Doch in Pilsach sind die Gegebenheiten für Chefs Culinar perfekt: ein elf Hektar großes Gelände, verkehrsgünstig für die Belieferung Ostbayerns. Rund 400 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. „Bei uns gibt es keine Werkverträge und wir sind kein Schlachthof“, betonte Jan Meyer, der die Geschäftsführung des Unternehmens vertrat.

Qualifizierte Arbeitsplätze

Denn auch ihm war klar, dass die Bürger absolut keine Wohncontainer mit osteuropäischen Arbeitskräften akzeptieren werden. Auf Nachfrage erläuterte er, dass durchaus auch qualifizierte Arbeitsplätze entstünden, etwa im IT- Bereich und im Vertrieb. Rund zehn Auszubildende, zum Beispiel Groß- und Außenhandelskaufleute will das Unternehmen jährlich einstellen. „Und wir zahlen bei Ihnen Gewerbesteuer“, versprach Meyer. Ein für die Gemeinde entscheidender Punkt, denn derzeit sind die Kassen nicht gerade gut gefüllt. Dieser Aspekt stand bei den Kritikern der Ansiedlung jedoch nicht an erster Stelle.

Vor allem Anwohner des Ortsteils Laaber würden auf zusätzlichen Lkw-Verkehr gerne verzichten. Doch der ist unausweichlich, denn das Logistikunternehmen wird von Pilsach aus mit rund 120 Lkw-Fahrten täglich Ostbayern, die Oberpfalz und Niederbayern versorgen. Dass hierfür nicht nur die Autobahn genutzt werden kann, liegt auf der Hand. Die Auslieferung beginnt in den frühen Morgenstunden, bereits ab zirka 3 Uhr, je nach Fahrziel.

Es gab auch positive Stimmen

Auch die Umwandlung der bisherigen Ackerfläche in eine Gewerbefläche stand in der Kritik. „Unsere Rohstoffe müssen doch irgendwo angebaut werden“, sorgte sich eine Bürgerin. Ein Pilsacher sagte klipp und klar: „Chefs Culinar passt nicht zu Pilsach“ – und erntete den Applaus einiger Mitbürger. Doch es gab auch positive Stimmen, vor allem im Hinblick auf die neuen Arbeitsplätze.

Dass aufgrund der Corona-Auflagen nicht alle Interessierten in der Turnhalle Platz fanden, bat Truber zu entschuldigen. Er versprach: „Die Planungen werden öffentlich ausgelegt und auch im Internet zugänglich gemacht, jeder kann sich informieren.“

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