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Freitag, 22. Juni 2018 16° 3

Gericht

LSD in der Wohnung gefunden

Der Angeklagte kam erneut mit einer Geldstrafe davon – obwohl er schon einmal wegen Drogen auffällig geworden war.
Von Luis Münch

Wegen Drogenbesitz stand ein 20-Jähriger vor Gericht. dpa
Wegen Drogenbesitz stand ein 20-Jähriger vor Gericht. dpa

Neumarkt.Zweieinhalb LSD-Trips, zwei verbotene Springmesser, mehrere Cannabis-Tütchen und zwei rezeptpflichtige Tabletten: Was der Angeklagte, der sich am Mittwochvormittag vor dem Neumarkter Amtsgericht verantworten musste, in seiner Wohnung aufbewahrt haben soll, könnte auch Teil eines gefährlichen Deliktes sein. Doch dass die Sachen dem Angeklagten auch gehörten, gab er vor Richter Dr. Marcel Dumke nur teilweise zu.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft beschuldigte den Mann wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmittel und illegalem Waffenbesitzes. Zu Beginn der Verhandlung zeigte sich der 20-Jährige gegenüber dem Richter weniger gesprächig. „Ich habe alles im vergangenen Jahr schon gesagt“, meinte der Angeklagte. Das Verfahren sei laut Dr. Dumke im vergangenen Jahr schon einmal eingestellt worden, der Angeklagte sollte eine Haarprobe abgeben. Weil er dies aber nicht getan hat, sei das Verfahren neu aufgerollt worden.

Mann wusste nichts von Verbot

Als zwei Beamte dem 20-Jährigem Anfang Februar vergangenen Jahres seinen Personalausweis aushändigen wollten, sahen sie durch seine Wohnungstür an einem Glastisch Tütchen mit Cannabis-Anhaftung. Die Beamten hatten daraufhin eine Wohnungsdurchsuchung beantragt. Dabei seinen die beiden Messer und zweieinhalb LSD-Trips gefunden worden.

„Die Springmesser und die LSD-Trips waren nicht meine“, sagte der Beschuldigte. Des Öfteren würden Freunde ihn in seiner Wohnung in Neumarkt besuchen. Was sie dort machen, wisse er nicht. Er gestand aber, dass die Cannabis-Tütchen ihm gehören. „Ich wusste nicht, dass Messer mit so einer Klinge verboten sind“, erklärte der Angeklagte. Die Springmesser messen eine Länge von zehn Zentimetern.

Mal skurril, teils schockierend und immer spannend: Das Neumarkter Tagblatt berichtet regelmäßig aus den Gerichten in Neumarkt und Nürnberg.

„Verbotsirrtum war vermeidbar“

Der Angeklagte ist vor der Tat schon einmal wegen unerlaubtem Handeltreiben mit Betäubungsmittel auffällig geworden. Damals ist der Mann noch mit einer Ermahnung und einer Geldauflage davongekommen. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft schlug eine Geldstrafe über 2500 Euro vor. Obwohl das Verbotsirrtum bei den Messern vermeidbar gewesen sei, wertete Richter Dr. Dumke es zugunsten des Beschuldigten. „Dass Sie noch einmal wegen Betäubungsmittel auffällig geworden sind, zeigt mir, dass Sie sich von der Geldauflage nicht haben beeindrucken lassen“, sagte der Richter. Er verurteilte ihn einer Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro.

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