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Region Neumarkt
Freitag, 21. September 2018 26° 4

Neugestaltung

Lupburg: Brunnen als Sahnehäubchen

Der Lupburger Burgvorplatz ist fertig. Auch die einsturzgefährdete Umfassungsmauer ist aufwendig saniert worden.
Von Peter Tost

Klaus Pfaff, Albert Krotter, Max Plank, Bürgermeister Manfred Hauser und Josef Holl (v. l.) freuen sich auf die Einweihung. Foto: Tost
Klaus Pfaff, Albert Krotter, Max Plank, Bürgermeister Manfred Hauser und Josef Holl (v. l.) freuen sich auf die Einweihung. Foto: Tost

Lupburg.In den vergangenen Monaten ist rund um die Burg viel passiert. Das ist Grund genug für eine große Einweihungsfeier, meint Bürgermeister Manfred Hauser. Denn: „Es ist sogar noch schöner geworden, als wir gehofft hatten.“

Das Lupburger Wahrzeichen hat durch die Sanierung der maroden Burgmauer optisch noch einmal deutlich gewonnen. Der Gesamteindruck ist nun stimmig und das Bauwerk bietet einen herrlichen Anblick. . Foto: Tost
Das Lupburger Wahrzeichen hat durch die Sanierung der maroden Burgmauer optisch noch einmal deutlich gewonnen. Der Gesamteindruck ist nun stimmig und das Bauwerk bietet einen herrlichen Anblick. . Foto: Tost

Vor zwei Jahren hatte das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz die einfache Dorferneuerung Lupburg 3 eingeleitet, die zwei große Einzelprojekte umfasste. Neben der Gestaltung des Vorplatzes der Burg stand auch die Sanierung der Burgmauer an, bei der eine substanzerhaltende und statische Instandsetzung notwendig war.

Wie dringend die Sanierung der Mauer, die den Burgvorplatz umfasst, tatsächlich war, habe sich dann bei den konkreten Sanierungsarbeiten herausgestellt. „Die Mauer war akut einsturzgefährdet“, sagt Albert Krotter. Der Schriftführer des Burgvereins hat die Sanierung im Auftrag der Marktgemeinde akribisch dokumentiert und war Hausers wichtigster Wegbegleiter bei dem Projekt, wie Letzterer sagt.

Standsicherheit war gefährdet

Die Ausgangssituation war, dass ins Mauerwerk eindringendes Wasser und darüber hinaus auch noch Pflanzenbewuchs die Mauer im Lauf der Jahrzehnte so stark geschädigt hatte, dass die Standsicherheit gefährdet war. Das Ziel war es somit, einerseits die Standsicherheit wiederherzustellen und gleichzeitig die Burgmauer vor Frostschäden zu schützen.

Gleichzeitig musste aber auch das erneute Eindringen von Pflanzenwurzeln in das Mauerwerk dauerhaft verhindert werden. Laut Albert Krotter wurde die Stabilisierung der Mauer durch den Einbau von Edelstahlankern sichergestellt. Zur Ausbesserung der schadenhaften Stellen wurde sogenannter Einkornbeton verwendet. Dieser Spezialbeton enthält keinen Sand oder Feinkornanteile, sondern einheitlich großen Kieskörner.

Lupburger Burg im Wandel der Zeit

Auf diese Weise kann ein Beton hergestellt werden, der wasserdurchlässig ist. Dadurch werden Frostschäden im Winter vermieden. Die Sanierungsarbeiten an der Burgmauer fanden in fünf Bauabschnitten von Oktober 2016 bis Ende September vergangenen Jahres statt. Die statische Instandsetzung der Umfassungsmauer war die Voraussetzung für das zweite große Projekt im Rahmen der einfachen Dorferneuerung, die Neugestaltung des Burgvorplatzes. Dieser war zuvor nur geschottert und diente als Parkfläche für Besucher des Rathauses und Kirchgänger.

Vor der Sanierung befand sich die Burgmauer in einem äußerst maroden Zustand. Eindringendes Wasser und Pflanzenbewuchs hatten die Umfassungsmauer so stark geschädigt, dass die Standsicherheit akut gefährdet war.  Foto: Albert Krotter
Vor der Sanierung befand sich die Burgmauer in einem äußerst maroden Zustand. Eindringendes Wasser und Pflanzenbewuchs hatten die Umfassungsmauer so stark geschädigt, dass die Standsicherheit akut gefährdet war. Foto: Albert Krotter

Entsprechend der Planung des Parsberger Architekten Alois Iberl wurde der Vorplatz der Burg zunächst mit dem gleichen Granitsteinpflaster befestigt, das auch im Burginnenhof verwendet worden war. Die Zufahrt zur Burg ziert nun ein in das Pflaster eingelassenes Gemeindewappen. Hinzu kommen fünf reguläre und ein Behindertenparkplatz, die bogenförmig an der Mauer angeordnet wurden.

Zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität des neugestalteten Burgvorplatzes wurde eine rund 60 Zentimeter hohe Plattform mit einer Fläche von rund dreimal sieben Metern geschaffen und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet.

Das Sahnehäubchen ist allerdings der vom Lupburger Künstler entworfene Brunnen, der speziell auf Lupburger zugeschnitten ist. In Anlehnung an die Maschkerertradition der Marktgemeinde besteht er aus drei Figuren, dem Flecklmann, dem Hofnarren und dem Obermarktgrafen.

Figuren in Ton modelliert

Wie Max Plank erklärt, hatte er die rund einen Meter hohen Figuren zunächst in Ton modelliert. In einem Fachbetrieb in Wörth an der Donau wurden sie anschließend mit dem Wachsausschmelzverfahren in Bronze gegossen. Die Kosten in Höhe von 25000 Euro für den Brunnen wurden laut Manfred Hauser aus Spenden finanziert, die der Verein Alt-Lupburg mit seinem Vorsitzenden Klaus Pfaff gesammelt hatte. „Max Plank hat ohnehin für Gottes Lohn gearbeitet“, betont der Bürgermeister.

In insgesamt fünf Bauabschnitten ist die Burgmauer umfassend saniert worden. Mit Hilfe eines Edelstahlankers wurde die Mauer stabilisiert und durch die Verwendung eines sogenannten Einkornbetons sind die schadenhaften Stellen sorgfältig aufgefüllt worden.  Foto: Albert Krotter
In insgesamt fünf Bauabschnitten ist die Burgmauer umfassend saniert worden. Mit Hilfe eines Edelstahlankers wurde die Mauer stabilisiert und durch die Verwendung eines sogenannten Einkornbetons sind die schadenhaften Stellen sorgfältig aufgefüllt worden. Foto: Albert Krotter

Einen großen Anteil an der Realisierung habe der Burgverein mit dem Vorsitzenden Josef Holl und Schriftführer Albert Krotter an der Spitze durch freiwillige Arbeitsleistungen beigetragen, nicht zuletzt durch die Finanzierung und Installation der neuen Beleuchtung für das Lupburger Wahrzeichen.

Beide Maßnahmen haben zusammen 417 000 Euro gekostet, wovon 317000 Euro aus Zuschüssen finanziert wurden. „Von den verbleibenden 100 000 Euro müssen noch die 25 000 Euro für den Brunnen abgezogen werden, so dass unter dem Strich 75 000 Euro auf den Gemeindesäckel entfallen“, rechnet Hauser vor.

Die offizielle Einweihung mit zahlreichen Ehrengästen – darunter Staatsminister Albert Füracker, Landrat Willibald Gailler und Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege – findet am Freitag, 6. Juli, statt. Laut Bürgermeister Manfred Hauser werden bei dieser Gelegenheit auch verdiente Bürger ausgezeichnet.

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