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Konzert

Lustigste Band Neumarkts feiert

Vor zwei Jahren starteten die „Rock Sixties“ – damals konnte keiner von ihnen ein Instrument spielen. Jetzt wollen sie behinderten Kindern helfen.
Von Lothar Röhrl

Immer gut drauf: Die Musiker der „Rock Sixties“. Foto: Röhrl

Neumarkt. Das jüngste Band-Mitglied ist 45, das älteste 65 – aber nicht das ist bei der Formation „Rock Sixties“ das bemerkenswerte. Wenn diese Band am 16. März im „Cooper’s“ (Ingolstädter Straße) ihr zweijähriges Bestehen feiert, ist zu beachten: Vor genau zwei Jahren konnte noch keiner der acht Musiker ein Instrument spielen. Am 16. März wird damit auch gefeiert, dass es die Band nun schon auf 20 Stücke bringt. Weil jetzt auch das erste eigene Stück im Repertoire zu finden ist, scheint es mit der einst als Volkshochschul-Projekt „Wir gründen eine Band!“ gestarteten Einheit nun richtig los zu gehen.

Das soll besonders am 16. März bewiesen werden, denn das Jubiläums- ist auch ein Benefizkonzert zugunsten eines gemeinsam von der städtischen Musikschule und der Lebenshilfe geförderten Band-Projekts.

Bayernweit hat die Neumarkter Volkshochschule mit diesem Projekt für Aufsehen und Nachahmung gesorgt. Mit dem Neumarkter Professor Dr. Wolfgang Pfeiffer, der an der Uni Erlangen-Nürnberg künftige Musiklehrer an weiterführenden Schulen ausbildet, hatte man die nötige Unterstützung. Zwei schon im schulischen Alltag angekommene Studenten waren damals die Musiklehrer. An die im Band-Jargon immer noch „Embryonal-Zeit“ genannten Monate nach dem allerersten Treffen am 15. März 2011 können sich die meisten der acht Band-Mitglieder gut erinnern.

Wie etwa Franz X. Müller, der heutzutage am Keyboard sitzt. Zur allerersten Kursstunde vor zwei Jahren war er noch mit der Absicht gekommen, E-Bass spielen zu wollen. Die gleiche Idee hatten auch Rosi Hirschmann, Rita Großhauser und Richard Schießl gehabt. Weil aber jeder ein zweites Instrument angeben sollte, das er gerne lernen würde, ist aus beiden Möchtegern-Bass-Zupfern schon in der zweiten Kursstunde im Fall von Franz X. Müller der Keyboarder und im Fall der Rosi Hirschmann die Schlagzeugerin geworden. Rosi Hirschmann verschmerzte die „Versetzung“ auch deshalb leicht, weil bei ihr daheim schon seit vielen Jahren davor ein Schlagzeug herum stand. Das konnte sie endlich erlernen.

Für die Tatsache, dass schon nach drei Monaten mit „Land of 1000 dances“, „Oye como va“ und „Wild Thing“ drei Lieder im Kasten waren, macht Franz X. Müller heute noch Rita Großhauser verantwortlich. „Sie wollte ihren Mann zum Geburtstag überraschen. Dass sie E-Bass lernte, hatte sie ihm bis zu dem Auftritt verheimlichen können. Denn sie sagte ihm, dass sie einen Yoga-Kurs angefangen hat...“, verriet Franz X. Müller dieser Tage bei einer Gesprächsrunde der Band mit dem Tagblatt.

Unvergessen bleibt der Band auch die Premiere anlässlich des Geburtstagkonzerts für Ralf Großhauser, dem Mann von Rita Großhauser: „Es war ein absoluter Freiflug: An bestimmten Stellen konnte man erkennen, was für ein Lied wir gerade spielen“, erinnert sich Franz X. Müller.

Zwei Jahre später hören sich diese acht Freunde der Musik, die in den 60er und 70er Jahren in war, schon um einiges gereifter an. Mit dem „Rock Sixties-Blues“, einer Eigenkomposition im Stil der Blues-Standards der späten 60er Jahre, sowie einer soften Variation des Ray Charles-Dampfhammers „Hit the road jack“ trauen sie sich nun auch künstlerisch was zu.

Am 16. März wird auch noch eine Band mit fast der gleichen Vorgeschichte dabei sein: „Seriously MJ“. Das „MJ“ steht für die Sängerin „Miss Jacqueline“ Goller. Ihr Papa Günther Goller wirkt an Gitarre und Gesang mit. Wie beide sind auch die anderen Neumarkter Mike Deml (Bass) und André Bromert (Gitarre) ebenfalls seit zwei Jahren erst Musiker. Der einzige Profi, Schlagzeuger Theo Lehl, hat es in sich: Er und seine Band sind schon öfters von keinem Geringeren als Johnny Cash als seine Begleitband für Auftritte in Deutschland gebucht worden. „Seriously MJ“ bieten aktuelle Hits wie „Summertime Sadness“ und sind somit ein tolles Gegenprogramm zu „Rock Sixties“.

Am Abend dieses 16. März sind mit dem Duo „B-Side“ auch zwei junge Könner dabei: Felix Müller, der Sohn von Franz X. Müller, und Christian Fossenkaul. Zum Abschluss laden „Rock Sixties“ alle anwesenden Musiker zur Session ein.

Wer sich eine Karte für dieses Konzert sichern möchte, sollte beachten: Der Vorverkauf findet in Neumarkt nur „Im Fass“, dem Geschäft von Rita Großhauser, am Oberen Markt statt. Jedes Ticket kostet fünf Euro.

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