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Märkte haben lange Tradition

In Berching und Beilngries liegen die Wurzeln des Marktgeschehens hunderte Jahre zurück. Manches hat bis heute Bestand.
Von Franz Guttenberger

Franz Haneschka war am Dienstag  in Berching am Markt und normalerweise (wenn nicht Corona ist) wäre er am Mittwoch in Parsberg. Foto: Franz Guttenberger
Franz Haneschka war am Dienstag in Berching am Markt und normalerweise (wenn nicht Corona ist) wäre er am Mittwoch in Parsberg. Foto: Franz Guttenberger

Berching.Seit über 200 Jahren gibt es Warenmärkte in Berching und Beilngries. Einst waren es eher Viehmärkte als Warenmärkte. Seit 30 Jahren sind es nur mehr Warenmärkte, wenngleich manchmal noch kleine Küken und Entlein zum Verkauf angeboten werden. Bis vor 25 Jahren zählte der Viehmarkt in Berching zu einem Tag für die Bevölkerung aus nah und fern.

Die Märkte waren gut besucht. Viele Fieranten kamen nach Berching und Beilngries. In den vergangenen Jahren ging es rapide ab mit den Besucherzahlen und den Marktbeschickern. Wegen Corona wurde der 1. Markt im April ganz abgesagt, beim 2. Markt im April durften nur Anbieter von Lebensmitteln zum Markt kommen. Nun wurden die Märkte wieder freigegeben, so dass am Dienstag in Berching zwölf Standbetreiber gekommen waren. Die momentanen Sicherheitsauflagen mussten erfüllt werden und die Fieranten wie Marktbesucher richteten sich auch danach. Einige Besucher kamen mit Masken, andere nicht. Der vorgeschriebene Abstand allerdings wurde eingehalten. Die Stadt hatte die Vorgaben des Landratsamtes Neumarkt vollzogen, so dass alle Verkäufer einen Nasen-- und Mundschutzmaske tragen und der Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden musste. Der Abstand wurde mühelos bei der geräumigen Fläche am Pettenkoferplatz eingehalten.

Klagen über Umsatzverluste

Froh zeigte sich Angela Vipic, die seit über 40 Jahren am Markt teilnimmt. Für sie sind die Marktschließungen und Beschränkungen ein herber Schlag ins Gesicht. Beim Markt in Berching herrschte bei ihr die Nachfrage nach Gummibändern, Hosengummis oder Fäden für die Nähmaschine. Franz Haneschka gehört wie Angela Vipic zu den treuen Fieranten. Er beklag ebenso starke Umsatzverluste wie seine Kollegen. Dass es in Berching weniger Touristen wie noch vor 20 Jahren gibt, die durch den Markt flanieren, ist ebenso ein Grund für den Rückgang der Besucher und Standbetreiber wie die Tatsache, dass es viele Artikel vom Markt auch in den Supermärkten gibt. Vor allem die großen Märkte wie der Barthelmarkt in Oberstimm oder der Gillamoos in Abensberg treffen manchen Fieranten schwer, so auch Franz Haneschka und seine Gattin Brigitte.

Markttage

  • Berching/Beilngries:

    Alle 14 Tage finden wieder Märkte in Berching und Beilngries statt. Der nächste Markt ist am kommenden Dienstag, 12. Mai in Beilngries. Eine Woche später am 19. Mai ist wieder Markt in Berching.

  • Parsberg:

    Auch in Parsberg gibt es einen Markt. Dieser findet normalerweise mittwochs (außer während Corona jetzt) statt. Franz Haneschka wäre da wieder mit dabei.

Die Viehmärkte in Berching und Beilngries haben Tradition. 1786 wurde der Viehmarkt in Berching verliehen. Er bestand aber wohl schon früher. Der Viehmarkt ist für einige Zeit eingegangen und wurde dann 1882 wiedereingeführt. Ein Blick in die Marktgeschichte besagt, dass es schon 1496 den „Kramern" vom Stadtmagistrat untersagt war, ihre Waren in der Sulzstadt feilzubieten, denn die einheimischen Handeisleute wünschten keine auswärtige Konkurrenz. Das aber änderte sich im Wandel der Zeit. Alle Märkte und benachbarten Städte wollten Handel treiben, die Stadtväter einigten sich auf bestimmte Markttage, die so angelegt waren, dass ein anderer Markt nicht frequentiert wurde. Aber es gab auch immer wieder Spannungen. 1714 erließ Berchings Bürgermeister Hans Geörg Bettenkhouver (Pettenkofer) gegen Strafe das Verbot, heimisches Obst oder andere Handelswaren zum Verkauf zu anderen Märkten zu bringen.“

Markttage sind abgesprochen

Dieses Verbot war aber auch zum Schutz vor Gemüsenot der eigenen Bevölkerung erlassen worden. Wochenmärkte mussten von der Obrigkeit, den bischöflichen Landesherren in Eichstätt und nach der Säkularisation ab 1806 vom Staat genehmigt werden. Beilngries besaß einen Markt wie Berching. Um miteinander nicht ins Gehege zu kommen, wurden die Wochenmärkte zu verschiedenen Zeiten abgehalten. Die beiden Städte vereinbarten die Markttage. Und auch heute noch legen sie die Markttage fest.

In der Stadt Berching mussten im Mittelalter alle ein—und ausfahrenden Händler die Mautgebühr (Straßen—und Pflasterzoll) entrichten. Das Geld wurde zum Unterhalt der Verkehrswege verwendet. Der Zoll (die Maut) wurde von den Handelsleuten an den Stadttoren bezahlt. Das hochfürstliche bischöfliche Mautamt befand sich im ehemaligen Anwesen Textil-Kaufhaus Seitz.

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