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Gluck-Jahr

Magische Momente auf der Schätzwiese

Das Vertikal-Ballett Don Juan vor der Kulisse des Frauenturms hatte zwar nicht viele vertikale Szenen, war aber dennoch ein wunderbares Erlebnis.
Von Dagmar Fuhrmann

  • Der Tod“ erscheint auf der Wand des Frauenturms. Foto: Martin Handschuh
  • Eine Szene aus dem dritten Akt
  • Der künstlerische Leiter Raymund Maurin
  • Tanzen im Wehrgang Foto: df
  • Der Tänzer Don Juan begeisterte die Zuschauer.
  • Licht sorgte für besondere Effeke.
  • Don Juan an der Berchinger Stadtmauer.

Berching.BERCHING. Es dürfte wohl keinen Besucher gegeben haben, der nicht tief beeindruckt die Schätzwiese verlassen hat. Beeindruckt von dem Erlebnis, das ihm durch das Vertikal-Ballett „Don Juan“ am Frauentrum beschert wurde. Ein vielschichtiges Erlebnis, das mehrere Sinne gleichermaßen bediente. Die unwiderstehliche Kombination von Barockmusik und Tanz verfehlte ihre Wirkung nicht. Was das Erleben aber so intensiv machte, war der besondere Ort, an dem das Ballett aufgeführt wurde: Die Wehrmauer und der Frauenturm bilden eine zauberhafte Kulisse, die kein Bühnenbauer nachahmen könnte.

Die Zuschauer kamen in den Genuss einer echten Premiere. Denn Glucks Ballett „Don Juan“ wurde mit den Texten von Molière ergänzt, er hatte sich bereits 100 Jahre zuvor mit der Figur des Don Juan beschäftigt. Die schauspielerischen Einlagen waren eine weitere Bereicherung.

Aber auch für die Akteure, war die Aufführung am Samstagabend eine Premiere. Denn an allen Probenterminen habe es heftig geregnet, sagte die Vorsitzende der Gluck-Freunde, Ursula Lindl, zur Begrüßung. Wie erleichtert die Organisatoren waren, als der Regen am Freitag pünktlich aufhörte, kann man leicht nachvollziehen. So wurde die Idee von der besonderen Bühne vor der besonderen Kulisse verwirklicht. Lindl stellte fest, dass der Frauenturm besonders gut zum Ballett „Don Juan“ passe.

Ohne den Frauenturm wären aber auch die ganz speziellen Momente des Abends nicht möglich geworden. Wenn je der oft strapazierte Ausdruck von der Gänsehaut zutrifft, dann sicher im vierten Akt, als der Tod und der Komtur aus dem Fenster des Frauenturms stiegen und abgeseilt wurden. Die Schatten, die die Tänzer auf der Mauer des Turms hinterließen, hatten eine dramatische und magische Wirkung. Vermutlich vergaßen die Zuschauer in diesem Moment völlig, wie kalt es ihnen war.

Dass am Ende aber nicht die Erinnerung an die Kälte auf der Schätzwiese bleibt, sondern der wunderbare Abend im Gedächtnis ist, ist dem Organisationstalent der Gluckfreunde zu verdanken. Sie hatten auf die frierenden Zuschauer reagiert und auf die Schnelle Decken zum Wärmen besorgt. Das Angebot wurde überaus dankend angenommen.

Nach dem Schlussapplaus gab es nur glückliche Gesichter: Bei den Zuschauern, weil sie beseelt von dem Abend waren, bei den Gluckfreunden, weil sie das Risiko einer Freiluft- Veranstaltung eingegangen waren und für ihren Mut belohnt wurden und weil nahezu alle Eintrittskarten verkauf waren. Und auch den Akteuren war die Freude über ihren gelungenen Auftritt anzusehen. Ursula Lindl bedankte sich bei jedem von ihnen mit einer Rose. Applaus bekam auch das Tanztrio „Apricot“ für die Demonstration des Barocktanzes.

Der künstlerische Leiter des Abends Raymund Maurin, sprach zwar von kleineren technischen Problemen, zeigte sich aber von der Leistung seiner Akteure und der Kulisse sehr angetan. „Hier sollte man Romeo und Julia aufführen“, sagte er der Mittelbayerischen Zeitung.

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