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Kabarett

Mama Bavaria rockt Neumarkter Reitstadel

Luise Kinseher hat die Lacher auf ihrer Seite. Von Seehofer bis München bekommt alles sein Fett weg.
Von Alexandra Lindner

Luise Kinseher erntete viel Applaus. Foto: Alexandra Lindner
Luise Kinseher erntete viel Applaus. Foto: Alexandra Lindner

Neumarkt.Als Luise Kinseher am Freitag im Reitstadel vom Leder zog, blieb kaum ein Thema übrig: vom Schweinsbraten über Qigong bis zum Fetzenrausch war alles dabei. Die bayerischen Politiker kamen dabei ungewohnt nur eher am Rande vor. Kinseher schlüpfte von Beginn an in verschiedene Verkleidungen und Rollen.

Warum heißt der Tourist in Bayern Tourist? Na, weil er in einer Tour isst. Und warum ist der Flächenfraß für Bayern gefährlicher als der Borkenkäfer? „Der Flächenfraß wird unerkannt über die Banken eingeschleppt, nistet im Schmiergeld und wird über Bauherren und Landräte übertragen“, so Kinseher zur Erleuchtung des Publikums.

Seitenhieb auf Seehofer

Ab 600 Euro pro Nacht sei die Welt überall bewohnbar. Aber: Wer in sich selbst wohne, sei überall daheim, so die Mama Bavaria. Und warum gibt es auf der ganzen Welt in Hotels morgens Rührei? Weil es auf der ganzen Welt Hühner gibt. Auch die Mathematik blieb nicht verschont. Bayerische Mengenlehre: „Hock di hera, dann samma mehra.“ Warum Bayern ausstirbt, konnte sie auch beantworten – nicht, ohne damit einen Seitenhieb auf Heimatminister Seehofer zu machen: „Die Bayern sterben nicht aus, weil es an Heimatpflegern fehlt, sondern an Krankenpflegern.“

Fernsehen

Mit Mama Bavaria auf dem Sofa

Luise Kinseher sucht nach dem Nockherberg neue Gipfel. In ihrer Show entlockt sie künftig prominenten Bayern ihre Sünden.

Auch Söder blieb nicht verschont, bei einer Aufzählung von bayerischen Bezeichnungen für Rauschzustände – vom Fetzenrausch über den Säusler bis hin zum Söder: „Er hat Delirium bei vollem Bewusstsein“, scherzt Kinseher. Aber Söder reiche die Welt nicht. „Da muss es schon der Weltraum sein – Bavaria One – I hab mi so gschamt“, witzelt Mama Bavaria Kinseher.

Das Programm

  • Bavaria:

    Die vom Nockherberg bekannte Luise Kinseher zieht mit ihrem neuen Programm „Mamma Mia Bavaria“ durch Bayern. Die Tourdaten sind auf der Website zu finden: www.luise-kinseher.de.

  • Mittelpunkt:

    Welche Bedeutung hat Bayern vom Weltraum betrachtet? Bayern passe doch gerade so auf einen moosgrünen Bierdeckel, der bei Google Earth mit drei Klicks im Einheitsblau verschwindet.

Über das Thema angespannter Wohnungsmarkt ging es nach München. „Eine Freundin sucht für ihren 6-Jährigen jetzt eine Wohnung, damit er mit 30 raus ist.“ Und viele Münchner würden sowieso schon im Auto wohnen, im Stau am Mittleren Ring. „Wenn die sterben, zerfallen sie zu Feinstaub.“ Darum sei es auch so schön in Neumarkt. „Da wird man nicht erschlagen von Sehenswürdigkeiten.“ Am besten nach Bayern in den Urlaub fahren, „dann ist man gleich da und die Stecker passen auch“.

Warum Bayern erfolgreich ist

Früher habe man geheiratet, da sei nach dem Mittagessen die Braut entführt worden. Bis sie wieder zurück war, sei der Rest eh besoffen gewesen. Heute dagegen brauche man einen Wedding-Planer. Warum die Bayern so produktiv sind, erklärt Mama Bavaria so: „Früher hat man sich im Bett morgens ang’schaut, dann gedacht: ‚Wegen dir liegen bleiben, das lohnt sich jetzt nicht‘, ist aufgestanden und arbeiten gegangen.“ Darum sei Bayern auch wirtschaftlich so erfolgreich.

Kinseher erklärte auch, warum sie mit dem Nockherberg aufgehört habe. „Ich hab an dieses Politiker-Gschwerl rangeredet, wie an eine kranke Kuh, aber genützt hat es nichts“. Darum müsse Sie jetzt raus, aufs Land. „Sogar bis nach Neumarkt“.

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