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Region Neumarkt
Dienstag, 17. Juli 2018 27° 2

Konzert

Mark Bender spielt wieder in Neumarkt

Am Samstag tritt Mark Bender nach zwei Jahren Pause bei einem Open-Air wieder mal in seiner Heimatstadt Neumarkt auf.
Von Lothar Röhrl

Mark Bender 2016 auf der Reitstadel-Bühne Foto: Röhrl
Mark Bender 2016 auf der Reitstadel-Bühne Foto: Röhrl

Neumarkt.Gleich eine Fußballfrage: „Die Legende lebt“, Hymne des 1. FC Nürnberg; „Stark wie noch nie“, Stadionlied vom TSV 1860 München – beide sind aufgestiegen. Beide Lieder haben stark mit Ihnen zu tun. Wie sehr freuten Sie sich mit?

Beim 60er-Lied habe ich beim Marketing mitgemacht. Damals bin ich in einem Erdinger Studio zu einem Team gestoßen, das diesen Song geschrieben hatte. Dem folgten weitere Stadionhits wie „Wir san Löwen-Fans“ und „Weiß-Blau-TSV“. Beim 1. FC Nürnberg habe ich das Lied gemeinsam mit Horst Haubrich geschrieben und war auch dessen Produzent. Beim Aufstieg des Clubs habe ich natürlich mehr mitbekommen. Denn im Neumarkter Raum wurde die „Legende“ überall gespielt. Beide Aufstiege haben mich glücklich gemacht.

Wie teilt sich das bei Ihnen auf: Der Mark Bender, der auf der Bühne steht. Und der Mark Bender, der Lieder für andere schreibt und der Musikverleger sowie Label-Inhaber ist?

Erst einmal bin ich ja Autodidakt, was Musik betrifft. Ich mache alles nach Gefühl und habe mir alles selbst beigebracht. Ich war damit auch auf keiner Textdichterschule. Auf der Realschule in Neumarkt hatte ich Gitarrenunterricht beim Herrn Richter, der Kult-Status hatte. Dieses eine halbe Jahr war das einzige, in dem ich Unterricht hatte. Alles andere habe ich mir selbst zugeeignet. Dabei spielten Reife und Erfahrung eine große Rolle. Vielleicht habe ich deshalb mehr Fehler in der Musikbranche gemacht als diejenigen, die alles gelernt bekommen. Der Mark Bender auf der Bühne wurde im Laufe der Jahre immer weiter zurückgeschraubt. In den vergangenen drei Jahren war ich hauptsächlich als Textdichter und Songwriter unterwegs. Hier habe ich mittlerweile so viele Anfragen, dass ich gar nicht mehr dazu komme, mit der Band so viel zu unternehmen.

Sie sind Songwriter. Für wen tun Sie das?

Das sind mittlerweile schon sehr viele Künstler. Das liegt daran, dass ich über 3000 Titel geschrieben habe. Dazu zählen fast 400 Kinderlieder, da ist Wellness-Musik dabei, da sind die Fußballstadien-Songs enthalten. Und eben auch viele Titel für bekannte Künstler wie Roland Kaiser und Ireen Sheer von der älteren Garde oder das bei Jüngeren sehr erfolgreiche Projekt mit der Sängerin Oonagh, das ist Ethno-Pop in Elbensprache. Und es waren Titel für Voxxclub (Geiles Himmelblau), Nicole, Claudia Jung und den leider schon verstorbenen Andrea Jürgens und Jürgen Marcus dabei. Aktuell mache ich was für Nicki. Das sind alles Künstler aus den Sparten volkstümliche Musik bis deutscher Pop. Über diesen Bereich der U-Musik hinaus mache ich nichts.

In Ihren eigenen Texten transportieren Sie viel Botschaft wie vor genau 20 Jahren, als Sie mit „Zeit für Sinneswandel“ das Erkennungslied der Neumarkter Landesgartenschau verfasst haben. Wie sehr haben Sie auf so etwas Wert gelegt?

Das war mir von Anfang an wichtig. Ich habe ja mit dem Anspruch begonnen, dass meine Titel mehr Aussage haben als alle anderen zu dieser Zeit. Ich hatte damals die anspruchsvolleren, in Deutsch gehaltenen Texte mit New-Country sowie Elementen aus der Pop- und Rockmusik verpackt. Damit blitzte ich bei Radiosendern ab. Die sagten immer: Ist zwar toll, was Du machst, aber zu anspruchsvoll. Da werden etwa die Hausfrauen beim Bügeln gestört, denn sie müssen dann dabei zuhören. Damit war ich 20 Jahre zu früh dran. Denn heutzutage spielen Sender wie SWR, HR oder WDR genau das. Ich war halt einfach zu früh am Start. Dafür habe ich es jetzt leichter, weil mittlerweile viele Künstler anspruchsvollere Texte von mir wollen. Natürlich kann ich auch über meinen Schatten springen und etwa romantische Titel für Künstler schreiben, die dafür von ihrem Publikum geliebt werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zu dem Konzert:

Das Konzert

  • Veranstalter:

  • Frequenz (lies: Frequenz hoch drei) ist eine Abteilung des Fördervereins des G6 (Haus für Jugend, Bildung und Kultur).

  • Konzertdaten:

  • Einlass ist am Samstag ab 18 Uhr, Beginn ist um 19 Uhr. Sollte das Wetter am Samstag für ein Open-Air zu schlecht sein, findet die Veranstaltung mit Mark Bender und seiner sechsköpfigen Band im Innenraum des G6 statt. In der Konzertpause zeigt sich die Linedance-Gruppe Saloon Sweepers.

  • Kartenverkauf.

  • Es gibt eine Abendkasse und Tickets an den bekannten Vorverkaufsstellen. (lr)

Wie lernen Sie dieses Publikum kennen?

Ich gehe viel in Veranstaltungen, Fernsehsendungen und zu Open-Airs, wo diese Künstler vertreten sind. Etwa jetzt im Juli in Österreich zu einem Musi-Open-Air. Dort ist die ganze Bandbreite von volkstümlich bis Schlager-Pop vertreten. Da sehe ich genau, wie das Publikum auf welche Nummer reagiert: Was bei einem Künstler funktioniert und was nicht.

Sie sind in Neumarkt nicht oft zu hören. Das letzte Mal ist gut zwei Jahre her. Was hat sich seither bei Ihnen verändert?

Ich bin mit den eigenen Sachen wohl etwas pingeliger geworden. Denn ich bringe lieber weniger Titel auf den Markt. Diese eine oder zwei Radio-Singles müssen aber richtig gut sein. In diesen muss der Text außergewöhnlich sein. Da habe ich einen höheren Anspruch als früher. So liebe ich Wortspiele wie bei der Ballade „Meerweh“. Wenn es der Titel nicht ist, dann soll aber die Story, um die es in dem Lied geht, außergewöhnlich sein. Oder es soll die Instrumentierung für deutsche Verhältnisse außergewöhnlich sein. Da schwimmst Du aber auch nicht in der Kommerzwelle mit.

Hier finden Sie ein Video:

Mark Bender präsentiert sein neues Programm „Seele

Ist Ihnen das Kompliment ‚Sie haben mir jetzt aus der Seele gesungen‘ damit wichtiger als ein Chartplatz?

Auf jeden Fall! Aber halt bei den eigenen Sachen. Bei den Sachen, die ich für andere schreibe, muss ich auf Charts schielen.

Das hört sich danach an, dass Sie an jedem Tag sehr viel Zeit an Musik denken?

Ja, es ist definitiv so, dass ich von früh bis abends mit Musik beschäftigt bin. Ich schreibe Lieder, wenn ich unterwegs bin oder wenn ich daheim im Garten bin. Dazu kommen leider aber auch bürokratische Dinge wie die Steuererklärungen, die nichts mit Musik zu tun haben.

Haben Sie Zeiten, von denen Sie wissen: Jetzt bin ich am kreativsten?

Natürlich im Urlaub: Wenn ich da an einem Pool liege, geht es am leichtesten und schnellsten. Da fließt es halt am besten, weil so viel, was sonst den Alltag ausmacht, nicht präsent ist. Da entstehen viel schneller auch die besseren Sachen. Die meisten guten Songs entstehen im Fluss. Da sagt vielleicht ein normaler Mensch: Wie geht denn das, dass man in wenigen Minuten einen Hit schreiben kann? Das ist aber das Normale, wenn man den großen Songwritern glauben darf. Wenn Du an einem Song ewig rumdoktern musst, kommen zusammengeschusterte Ergebnisse heraus. Die schnell geschriebenen Nummern hingegen werden häufig die besten.

Hier finden Sie ein Musik-Video von Mark Bender:

Welche dieser sogenannten ‚schnellen Nummern‘ wird es am 30. beim Open-Air vor dem G6 geben?

Den „Regenmann“ etwa. Den hatte ich geschrieben, als ich bei düsterem Wetter im Esszimmer gesessen war. Dieser Song hatte nicht mal eine Viertelstunde gedauert. Genau so war es bei „Verkauf nicht meine Seele“. Am Samstag wird es die von mir getextete deutsche Version des amerikanischen Country-Songs „The time marches on“ geben.

Bitte noch ein paar Worte zur Band, die Sie am 30. Juni begleiten wird.

Wir spielen in dieser Besetzung: Stephan Auer aus Dachau (Klavier, Gesang), Mariana Beleaeva aus München (Violine), Frank Schimann aus München (Gitarre, Gesang), Chris Tournay aus Erlangen (Drums, Percussion), Jens Ohly aus Dasing (Baß). Beim Open-Air müssen wir, was die Instrumentierung betrifft, aufgrund der Akustikverhältnisse vor allem das Drumset und den Bass nicht so reduziert einsetzen, wie das im Reitstadel der Fall ist. Da kann die Band „das volle Besteck“ auffahren, aber dennoch mit normaler Lautstärke spielen. Es wird sicher ganz gemütlich, aber es wird schon auch ein wenig rocken. Unser Bandmotto für den Abend heißt ja „Never too old to rock and roll“. Das ist ein Titel aus meinem Album „Small Stuff“.

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