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Ausstellung

Mistelbachs Vielseitigkeit zu bestaunen

Künstler aus Neumarkts Partnerstadt sind mit ihren Arbeiten im Reitstadel vertreten. Bis 21. Mai bietet sich Überraschendes.
Von Michael David

Thomas Herrmann (links) konnte als Gastkünstler aus Mistelbach zehn der 25 Ausstellenden begrüßen: (v.l.) Sylvia Seimann, Franz Josef Schwelle, Martina Marschall, Josef Schimmer, Marion Szedlacsek, Anthea Fraueneder, Mariana Ionita, Werner Gröger, Christina Simons und Helene Kukelka.Foto: David
Thomas Herrmann (links) konnte als Gastkünstler aus Mistelbach zehn der 25 Ausstellenden begrüßen: (v.l.) Sylvia Seimann, Franz Josef Schwelle, Martina Marschall, Josef Schimmer, Marion Szedlacsek, Anthea Fraueneder, Mariana Ionita, Werner Gröger, Christina Simons und Helene Kukelka.Foto: David

Neumarkt. Neumarkt. „Der Kunstverein Mistelbach zu Besuch in Neumarkt in der Oberpfalz“ ist nicht nur eine sehenswerte Tatsache. Es ist auch gleichzeitig das Motto der Ausstellung im Foyer des Reitstadels, Residenzplatz 3. Rund 100 Gemälde, Fotografien und Objekte von 25 Künstlern, die unterschiedlicher nicht sein können, sind bis zum 21. Mai zu sehen.

Zur Vernissage dieses kulturellen Austauschprogrammes sind zehn Künstler und Künstlerinnen aus Mistelbach mit angereist. Zusammen mit Thomas Herrmann eröffneten sie am Freitag die zweiteilige Ausstellung.

Astrid Aigner versucht mit ihren Bildern, in die tiefsten Schichten des Seins vorzudringen. Sie bedient sich einer nur scheinbar realistischen Darstellung, die sich bei näherer Ansicht als Meer von Formen und Farben erweist und das Auge des Betrachters zum Verweilen einlädt, sich einzulassen. Sylvia Seimanns Gedanken zum Frühling strahlen eine mediterrane Atmosphäre aus. Ihre Blumenbilder verführen zu einer Reise südlich der Alpen.

Dreidimensional erscheinen die Arbeiten von Franz Josef Schwelle. Mit Teer, Acryl, Pappe und Holz erschafft er Augenblicke der Ruhe, die durch die collagenhafte Gestaltung seiner Bilder, vertieft werden. „Zeitlose Kostbarkeiten“ erinnern ein wenig an die Arbeiten der großen Meister des Surrealismus. Akkurate Linien, geometrische Figuren, Zahlen und Buchstaben als gestalterische Elemente, leichte in Pastelltönen gehaltene Farben die im Kontrast mit Schwarz und Weiß eine besondere harmonische Beziehung eingehen, sind die herausragenden Charaktere der Arbeiten von Elena Hochmeister.

Auch Nitsch-Arbeiten sind dabei

Die Freude an der kreativen Gestaltung, die Lust, mit Farben zu spielen und sich an schöpferischen Prozessen zu vertiefen sowie der Fantasie freien Lauf zu lassen, strahlen regelrecht aus den zwölf kleinformatigen Bildern von Edda Swatschina. Wer mag, kann in aller Ruhe vor den Schüttbildern, des einst provokanten Aktionisten Herrmann Nitsch, verweilen. Ausgehend von einem Eimer verschütteter Farbe, lassen seine Werke einer unbegrenzten Fantasie genügend Spielraum. In den 1960ern setzten eine Gruppe Wiener Künstler das Konzept der amerikanischen Happening- und Fluxus-Kunst auf äußerst provokante Weise um. Es entstand eine „Kunst, um die Kunst zu verlassen“. Zu dieser Gruppe gehörte auch Herrmann Nitsch.

Alfred Wimmers digital bearbeiteten Kugelpanoramen und Kugelpanoramen mit Fischaugenprojektion geben sämtliche Blickwinkel und Perspektiven wieder, die von einem Standpunkt sichtbar sind. Der Steg im Badeteich ermöglicht einen fantastischen Rundumblick, der nur durch den Uferbewuchs eingegrenzt wird. Das Motiv der „Wald“, mit derselben Technik fotografiert und bearbeitet, lässt gegensätzliche Betrachtungsmöglichkeiten zu. Erscheint der „Badeteich“ als blauer Planet, so ist der „Wald“ die Zelle, in der das Leben erwacht.

Bewegte Schönheit

Das Wasser, oder besser ausgedrückt, die Wasseroberflächen und deren Aggregat-Zustände sind für der Fotografen Peter Kenyeres, das Element, welches es ihm besonders angetan hat. Es braucht schon ein wenig Zeit, um die Schönheit der blauen Oberflächen und deren bizarrer Reflexionen, die durch Wind oder Strömung beeinflusst und verändert werden, genießen zu können.

Mit einer gesunden Portion Humor gehen Martina Marschall und Marion Szedlacsek an die Thematiken ihrer Arbeiten. Aus Holzfunden, Alteisen, Keramik und Emailgeschirr schaffen sie nicht nur dekorative Gegenstände. Mit viel Fantasie und Kreativität bringen sie körperliches und seelisches Leiden „Migräne“ und „Herzschmerz“ in greifbare Formen. Ein Schmunzeln über diese treffenden Darstellungen lässt sich kaum vermeiden.

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