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Neumarkt

Mit Durchblick bei der Berufsfindung

Schülerinnen der Mädchenrealschule Neumarkt erhielten bei Fielmann Einblick in die Arbeit eines Augenoptikers.
Von Nicole Selendt

Die Besucher von der Mädchenrealschule bekamen Pilotensonnenbrillen geschenkt. Fotos: Selendt
Die Besucher von der Mädchenrealschule bekamen Pilotensonnenbrillen geschenkt. Fotos: Selendt

Neumarkt.Glück gehabt. Lara braucht keine Brille. Noch nicht. Denn der Sehtest in der Fielmann-Filiale Neumarkt hat ergeben: Lara ist zwar ein wenig weitsichtig. Doch ihr junges Gehirn kann die Weitsichtigkeit ausgleichen. Erst, wenn sie in der Schule beim vielen Lesen Kopfschmerzen bekommt, müsse man sich Gedanken machen. Dann könnte es an den Augen liegen, erklärte Augenoptiker Martin Partsch der 14-Jährigen. Vorsichtshalber nahm Lara die Ergebnisse des Sehtests doch einmal mit nach Hause. Man kann ja nie wissen.

Dass Lara die Niederlassung an diesem Vormittag besucht hat, war allerdings nicht in erster Linie, um einen Sehtest zu absolvieren. Zusammen mit ihren 29 Klassenkameradinnen von der Mädchenrealschule und ihrer Lehrerin Sonja Deibel war sie dort, um etwas über die Ausbildungsmöglichkeiten zum Augenoptiker bei Fielmann zu erfahren.

Im Alltag eines Augenoptikers

Die seien nämlich vielfältig, wie die Mädchen von Niederlassungsleiter Jürgen Busch erfahren. Vier Auszubildende hat die Filiale Neumarkt momentan, mehr als 3000 sind es in ganz Deutschland. Und die lernen, wenn sie nicht gerade in ihrer Niederlassung mitarbeiten, in einer der fünf Lehrwerkstätten des Unternehmens. Die Auszubildenden aus Neumarkt würden in München zur Schule gehen und wochentags in einer Art Internat untergebracht, wo sie wohnen und essen. „Ein großer Spaß“, wie Busch von seinen Auszubildenden zu berichten wusste.

Mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr gebe das Unternehmen für Aus- und Weiterbildung aus. Und auch die Verdienstmöglichkeiten für die Lehrlinge seien laut Busch recht gut. 600 Euro verdient ein Lehrling im ersten Lehrjahr, 700 Euro im zweiten und 800 im dritten. Was die Mädchen nach der Abschlussprüfung zur Augenoptikerin erwarten würde, durften sie sich in kleinen Gruppen gleich live ansehen. So durften sie dabei zusehen, wie die Sehstärke mit einem speziellen Gerät gemessen wird und so festgestellt wird, welche Brille ein Kunde braucht. Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmung – das alles spielt dabei eine wichtige Rolle.

Beim Test muss Lara Zahlen vorlesen.
Beim Test muss Lara Zahlen vorlesen.

In der Werkstatt schräg gegenüber warfen die Mädchen einen Blick in die Apparate, mit denen Gläser so geschnitten und geschliffen werden, damit sie am Ende in die Fassung passen, die sich der Kunde ausgesucht hat. Augenoptikerin Katharina Sippl zeigte auch, mit welchen Materialien Lehrlinge während ihrer Ausbildung hantieren und was in praktischen Prüfungen von ihnen verlangt werden kann.

Genau das sei auch der Grund dafür, dass viele der Mädchen sich vorstellen könnten, einmal ein Schnupperpraktikum bei Fielmann zu machen. Die 14-jährige Sarah Feuerstein zum Beispiel sagte, dass sie sich für Berufe interessiert, in denen sie einerseits mit Menschen zu tun hat, andererseits mit ihren Händen etwas herstellen kann. Das Gleiche gilt für Leandra Schmock. Verkauf, Beratung, Handwerk, Büro: Sie möchte gern einmal sehen, ob der Beruf des Augenoptikers auch wirklich so vielseitig ist. Für die 13-Jährige sei ein Job erstrebenswert, in dem sie nicht jeden Tag das Gleiche mache.

Was als Augenoptiker im Gespräch mit den Kunden im Verkaufsraum wichtig ist, zeigte zum Schluss Christoph Mederer. Mit verschiedenen Zangen könne er die Brillen bearbeiten, damit sie richtig auf der Nase sitzen. Damit die Bügel hinter den Ohren nicht drücken, könne er sie entsprechend zurechtbiegen. Und sein Tipp für jeden Brillenträger zur Reinigung der Brille: Am besten unter fließendem Wasser mit einem Tropfen Spülmittel saubermachen. Dass bei jedem Menschen die Gesichtshälften nicht ganz gleich sind, bewies Mederer dann zum Schluss mit einem Gerät, mit dem man den Augenabstand messen kann.

Eine Entscheidung steht bald an

Mit diesem Gerät misst Christoph Mederer den Augenabstand.
Mit diesem Gerät misst Christoph Mederer den Augenabstand.

Als Erinnerung an ihren Besuch bei Fielmann bekamen die Mädchen eine Pilotensonnenbrille geschenkt, die ihnen auch gleich von den Mitarbeitern der Niederlassung fachmännisch angepasst und mit einem Ultraschallgerät gereinigt wurde. Klassensprecherin Lena Wyss freute sich im Gespräch mit dem Neumarkter Tagblatt über die Aktion. Schließlich hätten die Sonnenbrillen insgesamt einen Wert von rund 600 Euro. Dass sie und ihre Klassenkameradinnen Einblicke in den Alltag eines Augenoptikers gewinnen konnten, hält sie für sehr wichtig bei der Wahl eines Praktikums. Denn auch, wenn sie erst in der achten Klassen sind. Lehrerin Sonja Deibel betonte: „Spätestens in der neunten Klasse sollte man langsam eine Idee bekommen, in welche Richtung die Reise beruflich gehen soll.“

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Zahlen und Fakten

  • Mitarbeiter:

    73 Prozent der mehr als 18 000 Mitarbeiter von Fielmann sind Augenoptiker, mehr als 3000 noch in der Ausbildung. Die meisten von ihnen arbeiten in den rund 730 Niederlassungen.

  • Ausbildung:

    Für die Aus- und Weiterbildung gibt Fielmann mehr als 20 Millionen Euro jährlich aus. Neben den fünf zentralen Lehrwerkstätten des Unternehmens gibt es die Fielmann Akademie Schloss Plön.

  • Produktion:

    Das Produktions- und Logistikzentrum des Unternehmens steht im brandenburgischen Rathenow. Von dort aus werden Fassungen und Gläser in die Niederlassungen geschickt, wo sie schließlich für den Kunden fertiggestellt werden.

  • Design:

    Die Brillendesigner von Fielmann arbeiten im Designstudio und Musterbau in München, die Unternehmenszentrale mit Vertrieb, Marketing, Personal und weiteren Ressorts steht in Hamburg.

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