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Region Neumarkt
Freitag, 23. Februar 2018 2

Gericht

Mit gestohlenen Instrumenten gehandelt

Vier Angeklagte mussten sich vor dem Amtsgericht Neumarkt wegen Hehlerei verantworten. Doch drei wurden freigesprochen.
von Andreas Friedl

Um nicht ganz „saubere“ Musikinstrumente ging es am Amtsgericht Neumarkt. Foto: Hitij/dpa

Neumarkt.Der Platz auf der Anklagebank reichte nicht aus, so dass ein weiterer Stuhl hinzugestellt werden musste. Grund dafür war, dass sich zwei Ehepaare wegen banden- und gewerbsmäßiger Hehlerei bei Richter Rainer Würth am Amtsgericht Neumarkt einfinden mussten.

Wie die Anklagevertretung in Person von Thomas Leykam anführte, soll einer der Angeklagte, Alfons D. (Name von der Redaktion geändert), von einer nicht bekannten Person weit über 200 Teile für Musikinstrumente bekommen und diese dann im Internet zum Verkauf eingestellt haben. Wie sich aber ergab, waren diese Teile nicht „sauber“.

Beim Verkauf soll auch seine Ehefrau mitgewirkt haben. Das zweite Ehepaar soll für die finanzielle Abwicklung zuständig gewesen sein und sei, wie es hieß, mit einem Viertel an dem Verkaufserlös beteiligt gewesen. Der bekannte Schaden habe dabei über 12 000 Euro betragen.

Nach diesen Vorhaltungen fragte Richter Würth den Angeklagten Alfons D., ob er sich zu den Vorwürfen äußern möchte. „Mein Mandant hat mich gebeten, eine Erklärung abzugeben“, sagte Rechtsanwalt Christoph Johannsen. Wie der Anwalt dann ausführlich schilderte, habe sein Mandant diese Gegenstände von einer Person, die sein Mandant nicht nennen möchte, erhalten. Da er seinen Wohnort nicht als Versandort der angebotenen Waren ins Spiel bringen wollte, habe er das befreundete Ehepaar gebeten, sich des Zahlungsverkehrs anzunehmen. Das Paar wohnt in einem nördlichen Bundesland.

Dieses, wie auch die Ehefrau von Alfons D., so führte Johannsen weiter aus, seien der Meinung gewesen, dass es sich um legale Ware handele und hätten daher auch kein Verdacht geschöpft. „Mein Mandant bereut das Ganze. Er möchte sich bei den anderen Drei entschuldigen. Ihm ist klar, dass er sich strafbar gemacht hat“, so Rechtsanwalt Johannsen weiter.

Aufgrund dieser Äußerungen stellte Richter Würth das Verfahren gegen die drei Mit-Angeklagten ohne jegliche Auflagen ein. Thomas Leykam forderte für den bisher auch nicht auffällig gewordenen Alfons D. eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Würth folgte in seinem Urteil dem Antrag der Verteidigung, die ein Jahr und drei Monate als Höchstgrenze angegeben hatte. Im Urteil, das noch im Saal rechtskräftig wurde, ist eine Geldauflage von 2000 Euro enthalten, die der Angeklagte an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen muss.

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