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Versorgung

Mitarbeiter kämpften für Krankenhaus

Das Krankenhaus in Parsberg soll geschlossen werden – doch vor allem die Mitarbeiter äußern nun Bedenken.
von Christiane Vatter-Wittl

Die CSU Parsberg hat zum Stadtgespräch eingeladen. Landrat und Bürgermeister stellten sich den Fragen. Foto: Vatter-Wittl
Die CSU Parsberg hat zum Stadtgespräch eingeladen. Landrat und Bürgermeister stellten sich den Fragen. Foto: Vatter-Wittl

Parsberg.Das Krankenhaus Parsberg und dessen geplante Schließung sind derzeit ein heiß diskutiertes Thema. Der CSU-Ortsverband Parsberg hatte deshalb zu einem Stadtgespräch über die Zukunft des Gesundheitsstandortes Parsberg geladen.

„Die Bevölkerung hat das Krankenhaus in Parsberg geschätzt, doch haben wir als Landkreis Probleme, den Betrieb aufrecht zu halten“, sagte Landrat Willibald Gailler. Fakt sei aber auch, dass bereits 94 Prozent aller Bürger, die in Parsberg stationär behandelt werden könnten, in andere Häuser gehen würden.

In Parsberg sei eine Projektgruppe gegründet worden, in der auch Bürgermeister Josef Bauer mitarbeite. Auch externe Gutachter seien involviert. Bauer sagte, es gelte, die Facharztstruktur vor Ort weiter auszubauen. Daher ist ein „Haus der Gesundheit“ geplant. So solle der Bevölkerung ein breites Spektrum geboten werden. Anfragen von Ärzten seien bereits da, derzeit könne man aber noch keine konkreten Zusagen treffen, sagte Bauer: „Wir wollen aber nicht erst warten, bis das Krankenhaus schließt, sondern bereits jetzt eine adäquate Lösung finden.“

Kritik der Mitarbeiter

In der anschließenden Diskussion sprachen sich vor allem die Mitarbeiter des Krankenhauses für dessen Erhalt aus. Sie sagten, dass man die finanziellen Fakten nicht mit dem Alltag vor Ort vergleichen könne, schließlich gehe es um den Menschen als Patient, der vor Ort gut versorgt werde. Eine Mitarbeiterin beklagte auch die langen Strecken, die ein Notarzt in der Zukunft zurücklegen müsse, und wie lange es dauern würde, bis der Rettungswagen wieder einsetzbar sei.

Zudem beteuerten die Mitarbeiter, dass sie bereits seit zwei Jahren vom Bezirk hingehalten würden, da die psychosomatische Abteilung noch nicht in dem Umfang vor Ort sei wie geplant. Bauer sicherte zu, dass der Bezirk nach wie vor zum Standort Parsberg stehe und die geplante Abteilung kommen werde. Er räumte aber auch ein, dass die Mühlen im Bezirk langsam mahlen würden. Auch ehemalige Patienten sprachen sich für den Erhalt der Klinik aus, da sie sich darin sehr gut betreut sehen würden.

Zeitplan

  • Ende: Bis 2022 soll der Betrieb des Parsberger Krankenhauses weiterlaufen – danach wird es geschlossen.

  • Lösung: Bis es soweit ist, wollen die Stadt Parsberg und der Landkreis Neumarkt ein neues Konzept erarbeiten. Die Parsberger sollen durch den Ausbau des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) und den Bau eines Hauses der Gesundheit versorgt werden.

Gailler sagte mehrfach, dass man sich bewusst dafür entschieden habe, nicht bis zur Schließung des Hauses zu warten: „Wir möchten auch von Seiten des Landkreises neue Strukturen parallel aufbauen, bevor alte geschlossen werden.“ So würden sich auch bei einer Neustrukturierung des Parsberger Gesundheitssystems neue berufliche Möglichkeiten für die Arbeitnehmer ergeben.

„Landkreis in der Pflicht“

Der stellvertretender Kreisvorsitzende Jochen Zehender sagte, dass das Thema Krankenhaus in Parsberg viele Facetten habe und viele Menschen, insbesondere das Personal, berühre: „Gerade deshalb werfen wir den Blick in die Zukunft und wir nehmen den Landkreis in die Pflicht, etwas Positives zu schaffen.“

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