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Veranstaltung

Mühlhausen zeigt sich als Kultur-Zentrum

Der Vorentscheid für den Oberpfälzer Kabarettpreis begeisterte die Zuschauer. Fünf Protagonisten stellten sich der Jury.
Von Hans Gleisenberg

  • An der Eröffnung nahmen Künstler und Polit-Prominenz teil. Fotos: ngl
  • Auch Verpflegung gab es.
  • Launige Musikcomedy gehörte dazu.
  • Kunst und Künstler
  • Zwei Künstler
  • Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer im Gespräch
  • Skulpturen zum Bewundern
  • Kunstwerk vor dem Rathaus
  • Ein Tonkünstler

Mühlhausen. Einen ausgezeichneten Start hatten die zweiten Sulztaler Kunst – und Kabaretttage in Mühlhausen. Schon die offizielle Eröffnung im Kunsttempel in der Tiefgarage unter dem Rathaus gewährte einen Einblick in das Schaffen der Künstler.

Unterschiedlich, unterhaltsam, deftig und humorvoll war dann auch die Vorentscheidung für den „Oberpfälzer Kabarettpreis“ im gut gefüllten Bendersaal. Engagiert, couragiert und motiviert stellten sich die fünf auserwählten Protagonisten ihrer Jury und dem Publikum, das am Ende auch ihre Entscheidung, anhand von einem Votum auf dem Bierdeckel, in die Bewertung einfließen lassen konnte.

Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer zeigte sich bei der Begrüßung stolz auf seine Mannschaft: „Mein Dank gilt der Künstlergilde vom „Schmalen Grat“ sowie Lizzy Aumeier und Andreas Stock, die sich auch bei der zweiten Auflage unserer Kunst – und Kabaretttage vorbildlich um die Kultur in unserer Gemeinde angenommen und ein tolles Programm zusammengestellt haben. Er dankte aber auch Kabaretturgestein Toni Lauerer für sein erneutes Mitwirken“.

Die Jury bestand aus fünf Profis und einem Mann aus dem Volk, nämlich dem Bürgermeister. Lizzy Aumeier und Andreas Stock übernahmen dann in gewohnt souveräner und launiger Manier die Moderation des Abends, nahmen sich selbst auf die Schippe richteten ihrer Kabarettspitzen aber auch zielsicher in Richtung Publikum. „Aus 81 Videos auszuwählen war für die Jury nicht ganz einfach, doch ich glaube wir haben es geschafft, einen guten Querschnitt durch die Kabarettszene herauszufiltern“ so Aumeier, die auch deutlich machte, dass hier alle ehrenamtlich am Werk waren:

Den Anfang machte gleich ein Kabarettist aus der Multi-Kulti-Szene. Ob er er nun wirklich Helmut Steierwald oder Emir Taghikhmi heißt wurde nicht so ganz klar, doch sind seine Wurzeln, nach eigenem Bekunden türkisch – iranisch. Er machte deutlich, dass auch Muslimen in Deutschland alle Türen offen stünden – aber erst, wenn sie den Adventskalender leer gefressen hätten“.

Wolfgang Kamm aus Hohenschambach hielt die Oberpfälzer Farben hoch. Mit launiger Musikcomedy überzeugte er die Zuhörer vor allem bei seiner Hommage auf den Blütenstaub. Beim Refrain sangen alle mit: „Wenn die Wurscht so dick is wie as Brot is – dann ist mir Wurscht wie dick as Brot is“ Dann hatte Andreas Stock, bekanntlich Sachse, sein Heimspiel, denn mit Jürgen Fliegel aus Leipzig konnte er einen Landsmann begrüßen. Fiegel präsentierte sich im Weibergewand als Putzfrau „De Bietschn“ und unterzog das Publikum in einem Crashkurs in sächsich. „Das Eich“ aus Kulmbach musste, laut Ankündigung von Lizzy Aumeier, eingeladen werden, denn das Heimatministerium hatte angeordnet das auch ein Franke dabei sein müsse. Eich riss das Publikum zu Szenenapplaus hin. Kathi Wolf aus Ulm beschäftigte sich dann mit der großen Politik und stellte die Frage: „Warum darf einer, der ein Meerschweinchen auf dem Kopf hat Trampeltier heißt und von Politik soviel Ahnung hat wie eine Rolle Kloopapier, amerikanischer Präsident werden?“

Alles in allem ein gelungener Abend, den das Publikum mit viel Beifall würdigte. Nimmt man aber den Applaus nach den Darbietungen zum Anlass, so kristallisieren sich Stefan Eich und Wolfgang Kamm als Favoriten für den 2. Oberpfälzer Kulturpreis heraus.

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