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Zwischenbilanz

Mühlhausener Umgehung nimmt Form an

Bürgermeister Eisenreich und Dr. Hundsdorfer sind zufrieden. Beide sprechen von einer zukunftsfähigen Lösung.
Von Hans Gleisenberg

Die Dimensionen der neuen Brücke lassen sich bereits erahnen. Fotos: Gleisenberg
Die Dimensionen der neuen Brücke lassen sich bereits erahnen. Fotos: Gleisenberg

Berching.Seit letztem Sommer laufen nun auch die Arbeiten für die Umgehungsstraße der B 299 um Mühlhausen im Ortsteil Pollanten auf Hochtouren. Die mächtige Trasse, die unmittelbar am Sportgelände des SC Pollanten vorbeiführt, ist nicht zu übersehen. Nun ist auch der erste Brückenpfeiler fertig und es ist zu ersehen, welche Dimensionen die Anbindung haben wird.

Allerdings wird hier auch eine verkehrstechnische Lösung produziert, die alle sicherheitsrelevanten Maßnahmen beinhaltet. Deshalb bezeichnet Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich diese Trasse auch als „Jahrhundertbauwerk“, dass auch im Stadtrat beschlossen wurde. „Wir haben diese Lösung in Bürgerversammlungen vorgestellt und der damalige Ortssprecher Michael Zeller hat bei der Bevölkerung auch erfolgreich um Zustimmung für diese Lösung geworben.“

„Blockieren macht keinen Sinn.“

Wolfgang Grossmann, Ortssprecher

Natürlich habe es auch kritische Stimmen geben und diesen sei dann auch nach Möglichkeit vom staatlichen Bauamt in Regensburg Rechnung getragen worden. Eine wichtige Komponente sei dabei, dass man mit dem Kreisverkehr in Richtung Westen vom Ort abgerückt sei. Wichtig sei weiter, dass die bisherige Bundesstraße nicht zur Sackgasse wird, sondern durch die Abstufung zur Kreisstraße vor allem landwirtschaftlichen Belangen Rechnung trägt.

Dieser Aussage schloss sich auch Mühlhausens Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer an, der ebenfalls von einer zukunftsfähigen Bauweise sprach. Beide Rathauschefs sind sich einig, dass man mit dieser Lösung ein hervorragendes Ergebnis erzielt habe, das für die nächsten Generationen eine tragfähige Säule sei.

Aus Dreistegspannbalken gefertigt

Die beiden Bürgermeister demonstrieren Einigkeit. Die Brücke (von Osten) wird ein Tribünenplatz zum Sportgelände. Sicht von Pollanten auf die Brücke. Porträts Wolfgang Großmann und Markus Beyer.(ngl)
Die beiden Bürgermeister demonstrieren Einigkeit. Die Brücke (von Osten) wird ein Tribünenplatz zum Sportgelände. Sicht von Pollanten auf die Brücke. Porträts Wolfgang Großmann und Markus Beyer.(ngl)

Jürgen Dollhopf vom staatlichen Bauamt zeigte die Eckpunkte der Brücke auf. So werde diese aus Dreistegspannbalken gefertigt. Die lichte Höhe beträgt 4,70 Meter und die Gesamtbreite 16,55 Meter. In die Brücke ist ein 2,50 Meter breiter Rad- und Fußweg integriert. Die Gesamtfläche der Brücke, in der 650 Kubikmeter Beton und 140 Tonnen Stahl verbaut werden, beträgt 453 Quadratmeter. Die Kosten bezifferte Dollhopf auf 1,2 Millionen Euro. Laut dem Projektleiter werde man im Lauf der Bautätigkeit um kurzfristige Sperren nicht herumkommen, doch die Umleitung über die Anbindung Pollanten Mitte sei nur wenig weiter.

„Der angebundene Kreisverkehr ermögliche kreuzungsfreien Verkehr in alle gewünschten Richtungen. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal dieses Jahres geplant“, erläuterte Dollhopf weiter. Auch Ortssprecher Wolfgang Großmann hat mit dieser Lösung mittlerweile seinen Frieden geschlossen: „Es macht ja keinen Sinn, hier eine Blockadehaltung einzunehmen, und dies ist auch die Meinung der Bürger, auch wenn man hier und da noch der Meinung ist, dass der Aufwand zu groß ist.“

Hier finden Sie weitere Informationen zur Umgehung:

Die Umgehung in Zahlen

  • Länge:

    5,4 Kilometer in dreispuriger Bauweise wird die Umgehung B 299 Mühlhausen lang

  • Kosten:

    Knapp 25 Millionen Euro bei 14 Brückenbauwerken

  • Baubeginn:

    März 2017, geplante Fertigstellung Frühjahr 2020

Allerdings sei man mit den Mühlhausener Bürgern in vieler Hinsicht solidarisch und man befürworte diese für Mühlhausen verkehrsberuhigende Maßnahme. Etwas Klärungsbedarf besteht hingegen noch bei der Vereinsführung des SC Pollanten. Vorsitzender Markus Beyer erklärte, dass vor allem sicherheitsrelevante Punkte einer abschließenden Klärung bedürften.

„Sicherheit ist das Wichtigste.“

Markus Beyer, SC Pollanten, Vorsitzender

Beyer nannte hier vor allem einen Fangzaun zur neuen Straße, um Gefährdungen von Verkehrsteilnehmern, aber auch von Sportlern, die Bälle holen wollen, zu minimieren. Er hofft, dass bei den anstehenden Verhandlungen mit der Leitung des Staatlichen Bauamts eine tragfähige Lösung gefunden werden kann, da ein solch großer Zaun auch einen erheblichen finanziellen Aufwand bedeuten würde, die ein kleiner Verein nicht stemmen kann.

Größtmögliche Sicherheit für Verkehrsteilnehmer

„Unser Ziel ist größtmögliche Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer und die Vermeidung finanzieller Belastungen für den Verein. Wir haben schon einige schmerzliche Einbußen hinnehmen müssen, vor allem den nun fehlenden Wald, der den Westwind ungehindert über das Sportgelände pfeifen lässt. Es gibt auch keinen Schatten mehr und die Lärmbelastung wird natürlich größer. Aber letztlich überwog doch, bei allen Problemen, die Solidarität mit den Bürgern von Mühlhausen, die diese Umgehungsstraße dringend brauchen“, machte Beyer deutlich.

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