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Region Neumarkt
Donnerstag, 24. Mai 2018 21° 5

Verkehr

Muss S-Bahn-Erweiterung warten?

Die Bayerische Eisenbahn-Gesellschaft nimmt den Abschnitt Neumarkt-Parsberg vorerst nicht in die Ausschreibung auf, weil alle Voraussetzungen fehlen.
Von Lothar Röhrl

Die bisherige „Arbeitsteilung“ verdeutlicht dieses Bild: Während die roten Triebzüge der S-Bahn zwischen Neumarkt und Nürnberg pendeln, verbinden die grauen der „Agilis“ Neumarkt mit Regensburg.

Neumarkt. Sicher noch nicht wird eine Verlängerung der S-Bahn-Linie 3 von Nürnberg über Neumarkt hinaus nach Parsberg in den Unterlagen der Ausschreibung für das S-Bahn-Netz in den zwölf Jahren nach dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2017 auftauchen. Das hat Andreas Schulz, der Leiter der Abteilung „Planung“ bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), auf Nachfrage des Neumarkter Tagblatts betont. Er verwies darauf, dass es noch gar keine Vorplanung gebe. Und somit auch keine Feststellung über den Kosten-Nutzen-Faktor, der nötig sei, um für diesen Ausbau der Infrastruktur finanzielle Mittel zu bekommen.

Schulz verwies auf den offiziellen Weg, den jedes Schienenprojekt im Nürnberger Raum einzuhalten hat. „Zuerst muss der Zweckverband des VGN, des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg, einen Antrag stellen. Dieser wird an das bayerische Wirtschaftsministerium gerichtet. Danach wird der Kosten-Nutzen-Faktor festgestellt. Nur wenn dieser über 1,0 liegt, hat ein Projekt die Chance, dass dafür eine Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen werden kann“, stellte der Chef-Planer der BEG generell fest.

Selbst der erste Schritt fehlt

Derzeit sei in Sachen S-Bahn-Verlängerung noch nicht einmal der erste Schritt, der Antrag des ZVGN, des Zweckverbandes des VGN, über die Bühne gegangen – betonte Schulz. Da seien zwei andere Erweiterungsprojekte schon viel weiter. Zum einen ist dies der Sektor Nord-Ost. Dabei handelt es sich um die Strecken rechts der Pegnitz: nach Hersbruck rechts der Pegnitz beziehungsweise nach Simmelsdorf-Hüttenbach. Auch hier soll es S-Bahn-Verkehr wie schon auf der Strecke links der Pegnitz (S1 bis Hartmannshof über Lauf und Hersbruck jeweils links der Pegnitz) geben.

Der andere ist der Sektor West, der die Hauptstrecke bis einschließlich Neustadt an der Aisch sowie die Nebenstrecken nach Markt Erlbach und Cadolzburg einschließt. Ob diese beiden Sektoren in der Ausschreibung für die Phase 2018 bis 2030 beinhaltet sind, ist offen. Auf eine solche Ausschreibung können sich Eisenbahnunternehmen aus ganz Europa bewerben. Bisher hatte die Deutsche Bahn den Zuschlag. Allerdings sind S-Bahn-Netze noch nicht ausgeschrieben worden. Dafür ist nun Premiere.

Nachtrag ist aber möglich

Dennoch könnte es eine S-Bahn-Verlängerung von Neumarkt nach Parsberg noch viel eher als bei der nächsten Ausschreibung für das Nürnberger S-Bahn-Netz in der Phase von 2030 bis 2042 schaffen. Andreas Schulz verwies auf die Möglichkeit einer „Ergänzungsvereinbarung“. Vorausgesetzt alle beschriebenen Vorstufen der Planung inklusive des Kosten-Nutzen-Faktors haben ein positives Ergebnis.

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