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Region Neumarkt
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Nach Sanierung: Pfarrei hat Schulden

900 000 Euro investierte die Pilsacher Pfarrei in die Kirchenrenovierung. Gläubige spendeten fleißig - doch das reicht nicht.
Von Doris Distler

  • Die Pilsacher Kirche St. Peter und Paul strahlt wieder – doch der Schuldenberg belastet die Pfarrei. Foto: Distler
  • So sieht die renovierte Kirche aus. Foto: Distler
  • Das Deckengemälde in der Kirche Foto: Pfarrei Pilsach/Oswald Härteis
  • Auch der Kirchturm wurde renoviert. Foto: Pfarrei Pilsach/Oswald Härteis

Pilsach.Für die Pilsacher ist es schon beinahe wieder Alltag, dass ihre Kirche St. Peter und Paul mitten im Ortszentrum strahlend dasteht und die Gläubigen in ihrem renovierten Zustand zum Gebet, Gottesdienst oder zum besinnlichen Verweilen einlädt. Dennoch ist die Spendenfreude der Bürger für ihre Kirche ungebrochen.

Was der Pfarrgemeinderat 2010 beschlossen hatte, war zu einem Riesen-Projekt geworden: Der Innenraum des Gotteshauses war schwarz und unansehnlich geworden. Es sollte eine Innenrenovierung stattfinden. Die Diözese Eichstätt schickte einen Sachverständigen – und der fand noch viel mehr, was saniert werden sollte: Die Mauern seien feucht und bröckelten, Turm und Emporenfenster hätten Risse. Die Fachbüros, das Architekturbüro Meier aus Buchberg und das Statikerbüro Braun, Haas und Lerzer, stellten gravierende Mängel fest.

So sah es während der Renovierung aus. Foto: Pfarrei Pilsach/Oswald Härteis
So sah es während der Renovierung aus. Foto: Pfarrei Pilsach/Oswald Härteis

So wurde aus der geplanten Innenrenovierung eine Komplettrenovierung innen und außen. Auch das Dach wurde aufgrund von morschen Balken erneuert.

600 000 Euro mehr als geplant

Das Projekt dauerte von 2012 bis 2013 und kostete die Pfarrei rund 900 000 Euro. Für die Innenrenovierung waren nur 200 000 bis 300 000 geplant. Die Diözese hatte knapp die Hälfte bezuschusst.

Kirchenpfleger Alois Kölbl schaut sich die Bilder der Renovierung an und hofft auf weitere finanzielle Unterstützung. Foto: Distler
Kirchenpfleger Alois Kölbl schaut sich die Bilder der Renovierung an und hofft auf weitere finanzielle Unterstützung. Foto: Distler

„Kurz danach kam eine neue Satzung heraus, dann hätte die Diözese mehr Kosten übernommen,“ sagt Alois Kölbl, der seit Jahrzehnten als Kirchenpfleger für St. Peter und Paul aktiv ist und auch während der Renovierung ständig im Einsatz war. Abends habe er meist noch in der Kirche nachgesehen, wie weit die Handwerker gekommen waren. Auch wegen der schriftlichen Angelegenheiten sei er täglich im Einsatz gewesen.

Ein Barometer in der Pilsacher Kirche zeigt an, wie hoch der aktuelle Schuldenberg für die Kirchenrenovierung steht. Foto: Distler
Ein Barometer in der Pilsacher Kirche zeigt an, wie hoch der aktuelle Schuldenberg für die Kirchenrenovierung steht. Foto: Distler

Nach und nach wurden die bemerkten Mängel behoben: Vom Dach zu den Außenmauern bis zur feuchten Innenmauer. Diese erhielt eine Mauer-Heizung, um einer erneuten feuchten Wand vorzubeugen. Wegen des vielen Staubs musste die komplette Orgel auseinandergebaut und gereinigt werden, Pfeife für Pfeife. Als die komplette Kirche wiederhergestellt war, herrschte einerseits Erleichterung. Andererseits waren Pfarreimitglieder wegen der hohen Schulden bedrückt.

Schuldenberg ist gesunken

Die Pfarrei führte alle vier Wochen Sonderkollekte während des Gottesdienstes durch. Viele Vereine und Organisationen in Pilsach widmeten ihre Aktionen und Veranstaltungen der Kirche, um die Renovierung abzubezahlen. Theaterspiele zählten ebenso dazu wie Glühweinverkauf oder Konzerte. Das Ehepaar Donauer erwies sich als großzügiger Unterstützer. Auch bei Beerdigungen wird für die Kirchenrenovierung gespendet.

„Seit der Renovierung ist der Schuldenstand von 450 000 auf mittlerweile rund 110 000 Euro gesunken“, sagt Kölbl. In der kurzen Zeit sei das eine enorme Summe. „Wir kommen in die Endphase des Abbezahlens.“ Nun sei es auch genug: „Wir sind langsam an einem Punkt, wo wir nicht mehr können,“ sagt der Kirchenpfleger. Irgendwann sei die Spendenbereitschaft erschöpft.

Vor dem Beichtstuhl steht das Schulden-Barometer. Foto: Distler
Vor dem Beichtstuhl steht das Schulden-Barometer. Foto: Distler

Wegen der noch offenen 110 000 Euro will Kölbl noch einmal zur Diözese gehen und fragen, ob diese der Pfarrei nicht unter die Arme greife. In einem Antrag möchte er um den Erlass von Schulden bitten – oder zumindest um einen Teilerlass. „Aber wir haben natürlich auch laufende Kosten in der Kirche,“ sagt Kölbl. Hostien und Kerzen kaufe man meist aus Kollekten. Aber Strom und Heizung müssten auch bezahlt werden. „Da sollten die Pilsacher mit ihrer Spendenbereitschaft jetzt doch noch ein wenig durchhalten,“ appelliert Alois Kölbl an die Gläubigen.

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