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Region Neumarkt
Freitag, 21. September 2018 26° 2

Würdigung

Nachhaltige Mobilität ausgezeichnet

Die Lammsbräu vergab in mehreren Kategorien den Nachhaltigkeitspreis. Darunter auch für Journalisten.
Von Helmut Sturm

Die Preisträger des Lammsbräu-Nachhaltigkeitspreises. Foto: Sturm
Die Preisträger des Lammsbräu-Nachhaltigkeitspreises. Foto: Sturm

Neumarkt.Bereits zum 17. Mal vergab die Neumarkter Lammsbräu den renommierten und mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Nachhaltigkeitspreis. Aus diesem Anlass trafen sich hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur in den Räumen des Museums für historische Maybach-Fahrzeuge. „Für uns ist die Vergabe dieser Auszeichnung eine absolute Herzensangelegenheit“, sagte Susanne Horn, Jurymitglied und Generalbevollmächtigte der Bio-Brauerei.

Brauerei-Inhaber Dr. Franz Ehrnsperger schilderte eindrucksvoll einen inhaltlichen Schwerpunkt der diesjährigen Auswahl: die Mobilität. „Wie wir uns zukünftig fortbewegen werden, ist eine der entscheidenden Fragen für die nächsten Jahrzehnte.“ Immer mehr Menschen drängten in die Städte, der Verkehr staue sich und nehme den Menschen die Luft zum Atmen. Anhand zahlreicher Beispiele aus Anforderungen der Zukunft entwickelte er die These, dass die wichtigste Mobilität, über die wir Menschen verfügen, die Mobilität unseres Geistes sei.

Preisträger der Kategorie „Unternehmen“ wurde die UmweltBank. Dass es möglich sei, ökonomische und ökologische Zielsetzungen in Einklang zu bringen, beweise sie seit 1997. Über 100000 Menschen vertrauten heute der Kreditbank ihr Geld an – getragen von der Idee, mit den Einlagen ausschließlich ökologische Projekte zu fördern.

Keimzelle für Nachhaltigkeit

Als Keimzelle für einen nachhaltigen Lebensstil habe sich seit mehr als 30 Jahren das Münchner Haus der Eigenarbeit erwiesen. Es ermöglicht den Menschen als offene Werkstatt, selbst handwerklich und kreativ tätig zu werden. Mit seinem vielfältigen Angebot an Werkräumen, Kursen und Kulturveranstaltungen sei es ein Ort der Entstehung nachhaltiger Lebensformen geworden und erhielt dafür in der Kategorie „NGO“ den Nachhaltigkeitspreis 2018.

„Wir bringen die Menschen aufs Rad“, ist das erklärte Ziel der „LeaseRad“ GmbH. Mit dem Job Rad-Konzept kommen Beschäftigte via Fahrradleasing und Gehaltsumwandlung über ihren Arbeitgeber günstig an hochwertige Fahrräder. 7500 Betriebe beteiligen sich an diesem Projekt und revolutionierten seitdem die Fahrradnutzung. Sie erhielten den Preis der Kategorie „Innovation“ für den Aufbau eines nachhaltigen Verkehrs.

Mehr als 130 angehende Journalisten schulte bisher das gemeinnützige „Netzwerk Weitblick“. Dieses in höchstem Maße zukunftsrelevante Projekt gebe Journalisten das notwendige Rüstzeug mit, um in puncto Kreislaufwirtschaft, Kapitalmarkt oder Lobbyismus die richtigen Fragen zu stellen, dafür wurde es in der Kategorie Medien am Donnerstagabend ausgezeichnet.

Das Gebläse zur Beförderung der Kronkorken in der Abfüllanlage der Lammsbräu nervte Alexander Abele und Alexander Hinkel so dermaßen, dass sie es mit einem Verbesserungsvorschlag überflüssig werden ließen. Die Verschlüsse fallen seitdem im freien Fall und sind absolut störungsfrei. Der Lärmpegel gefällt den beiden jetzt deutlich besser und zusammen mit der erheblichen Energieeinsparung überzeugten sie die Jury und erhielten so den Nachhaltigkeitspreis der Kategorie „Mitarbeiter“ aus den Händen ihrer Chefin Susanne Horn.

Als Laudator für den Nachhaltigkeitspreis der Kategorie „Herausragendes Engagement“ hielt Clemens Stroetmann, Staatsekretär a.D. und Rechtsanwalt, eine flammende Rede auf den Mut und das Engagement des Gewinners Jürgen Resch und gegen die Gesetzesverstöße der übermächtig erscheinenden Autoindustrie.

Kampf gegen Luftverschmutzung

Resch ist seit 1988 Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe und kämpft seitdem gegen die Luftverschmutzung durch die Kfz-Lobby. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass schwefelfreie Kraftstoffe in Europa wesentlich früher als geplant eingeführt wurden, dass seit 2005 kein Diesel mehr ohne Filter fährt und dass die Abgasmanipulationen deutscher Autos aufgeklärt werden. „Er ist ein Beispiel dafür, dass man gleichsam als „David gegen Goliath“ auch übermächtige Gegner wie die Automobillobby dazu bringen kann, umweltbewusster zu handeln.“

Der Abend wurde von der Band free2play begleitet. Moderiert wurde er von Violetta Paprotta.

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