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Verbraucherschutz

Nächster Rückruf betrifft Griebenschmalz

Binnen 24 Stunden bieten zwei Firmen aus dem Raum Neumarkt Kunden um Mithilfe: Am Donnerstag folgte die Metzgerei Nießlbeck.
Von Lothar Röhrl

Griebenschmalz wird gerne als Brotaufstrich verwendet. Foto: Warnecke/dpa
Griebenschmalz wird gerne als Brotaufstrich verwendet. Foto: Warnecke/dpa

Neumarkt.Am Tag zuvor die Neumarkter Lammsbrauerei, am Donnerstag die Metzgerei Nießlbeck aus Berg: Gleich zwei, binnen 24 Stunden gestartete Rückrufaktionen mit Produkten heimischer Hersteller warnen ihre Kunden. Die Metzgerei will 1400 Gläser mit Griebenschmalz zurückhaben, weil die im Schmalz verarbeiteten Röstzwiebel Metalldrähte enthalten könnten. Damit gibt die Firma eine Warnung weiter, die ursprünglich der niederländische Hersteller von Röstzwiebeln, die TOP Taste BV, am 11. September gemeldet hatte.

Der Rückruf war in das von allen Bundesländern sowie dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelwarnung eingerichtete Portal „lebensmittelwarnung.de“ eingebracht worden. Zunächst hatten die deutschen Supermarktketten Real und Aldi sowie die dänische „Orkta Foods“ mit Röstzwiebeln verarbeitete Produkte aus dem Handel genommen. Dann reagierten weitere Kunden des niederländischen Lieferanten auf die Warnung. Einer dieser Abnehmer war die Metzgerei Nießlbeck mit Stammsitz in Berg bei Neumarkt und ihren 20 Filialen im Raum Neumarkt, Nürnberg und Schwabach.

Firma fand selbst nichts

Allerdings, so teilte die Metzgerei Nießlbeck mit, konnte sie selbst keine Metallteile in den Rostzwiebeln feststellen. Zudem habe es keine einzige Reklamation durch Kunden gegeben. Nießlbeck hat dennoch sofort aus Gründen eines vorbeugenden Verbraucherschutzes den Rückruf gestartet. Dabei ist der tatsächliche Umfang einer eventuellen Verunreinigung der Röstzwiebel noch gar nicht bekannt.

Seit Donnerstag möchte Nießlbeck alle Gläser mit Griebenschmalz zurückhaben, die diese drei Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) aufweisen: 29. Januar 2020, 4. Februar 2020 und 4. März 2020. Die Gläser seien in allen Nießlbeck-Filialen angeboten worden. Wer dort ein Glas mit einem solchen MHD gekauft hat, sollte es bei der einer der Filialen zurückgeben. Dann erhält er auch den Kaufpreis zurück.

Obermeister ist nicht alarmiert

Als „bisher einzigartig“ bezeichnete Karl Schneider, der Obermeister der Metzger-Innung im Kreis Neumarkt, diese Rückrufaktion. In den rund 20 Jahren seiner Obermeister-Funktion sei so etwas noch nicht vorgekommen. Dass Betriebe – rund 25 gehören im Landkreis der Innung an – solche außer ihres Hauses hergestellten Zutaten einsetzen, sei übrigens nicht ungewöhnlich. Wer etwa Filialen habe, nutze das. Die Metzger hatten „zu Recht“ – wie es Schneider betont – dieser Ware bisher vertrauen können.

Der erste, am Mittwoch gestartete Rückruf eines heimischen Unternehmens hatte fehlerhaft als „alkoholfrei“ etikettiertes Zzzisch-Edelpils der Neumarkter Lammsbräu betroffen.

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