MyMz
Anzeige

Voting

Name für Kulturhalle in Berching gesucht

Im Frühjahr wird die Kulturhalle fertig. Die MZ-Leser dürfen jetzt abstimmen, welche Bezeichnung ihnen am besten gefällt.
Von Markus Rath

So soll die neue Kulturhalle im Frühjahr aussehen. Jetzt braucht das neueste Kind der Berchinger Altstadt noch einen griffigen Namen.  Foto: Stadt Berching
So soll die neue Kulturhalle im Frühjahr aussehen. Jetzt braucht das neueste Kind der Berchinger Altstadt noch einen griffigen Namen. Foto: Stadt Berching

Berching.Irgendwas mit Kultur, oder mit Gluck oder doch gleich König-Ludwig-Center oder Main-Donau-Arena: Über den Namen für eine neu gebaute Einrichtung wie die Berchinger Kulturhalle lässt sich treffend diskutieren. Aus diesem Grund hatte die Stadt auch einen Namenswettbewerb ausgelobt und die Bevölkerung bis zum 31. Oktober um Ideen gebeten.

Die Resonanz war nach Auskunft von Veronica Platzek, Stadtmanagerin und Marketingverantwortliche für die Kulturhalle, gigantisch: „Wir haben 136 Vorschläge bekommen, aus denen nun der Sieger ausgewählt werden muss. Von Altstadthalle über Europasaal bis Wehrmauerplatzl ist nahezu alles dabei.“ Damit sei das Ansinnen der Stadt, eine breite Öffentlichkeit an der Namensgebung zu beteiligen, schon erfüllt.

Trotzdem gehen die Verantwortlichen nun noch einen Schritt weiter: Um der Jury, dem Arbeitskreis „Kulturhalle“, die Arbeit zu erleichtern, hat sich die Redaktion des Neumarkter Tagblatts zusammen mit den Verantwortlichen der Stadt dazu entschlossen, die Leser aus einer Vorauswahl von 15 Namen per Online-Voting ihren Favoriten küren zu lassen.

Umfrage

Wie soll die Berchinger Kulturhalle heißen?

Wir haben 15 Namensvorschläge. Welcher ist Ihr Favorit?

Ansprüche an den Namen

Wie wurde die Vorauswahl getroffen? „Der Name sollte natürlich keine falschen Hoffnungen bei den Interessenten wecken“, sagt Platzek. Eine Arena stehe in Verbindung mit einer Wettkampfstätte, was in der neuen Örtlichkeit jedoch nicht als erste Assoziation aufkommen soll und einfach nicht für die kulturelle Ausrichtung passt.

Bei Bezeichnungen in Verbindung mit „Philharmonie“ denke das Publikum eher an einen klassischen Konzertsaal mit entsprechender Akustik, was aber nicht die hauptsächliche Nutzung darstellt und das Marketing in eine falsche Richtung lenken würde.

Politik

Kosten für Kulturhalle steigen moderat

Zwei Drittel der Aufträge für das Berchinger Projekt sind vergeben. Die Kostenprognose liegt um 3,6 Prozent über der Planung.

Platzek: „Der Name soll möglichst vielfältig einsetzbar sein und sich am besten schnell einprägen. Vielleicht bürgert sich auch ein Spitzname des eigentlichen Namens ein, was völlig in Ordnung ist.“ Natürlich hat auch Platzek längst einen Favoriten unter den Einsendungen gefunden. Verraten will sie diesen aber jetzt noch nicht. Schließlich sollen die Leser unvoreingenommen mit den kreativen Ideen umgehen, die auf die unterschiedlichste Art und Weise entstanden sind.

Wolfgang Reisewitz (63), Mitglied der Gluckfreunde, war es zum Beispiel besonders wichtig, den Namen Berching und den Komponisten Willibald Gluck als Berchinger Alleinstellungsmerkmal nach außen zu tragen. Deshalb hat er die Begriffe Gluck und Post miteinander verbunden: „Gluck, mit dem gleich in der Nähe liegenden Museum, ist quasi der Hausherr der neuen Halle. Die Post steht für mich nicht nur für die ehemalige Poststation und das Hotel in der Nachbarschaft, sondern auch noch für die Übermittlung von Nachrichten und Medien, für Kommunikation“, erklärt er seine Herangehensweise.

Die Vorschläge und ihre Bedeutungen

  • Berchitrom:

    Wortschöpfung aus Berching und dromos (griech. Weg)

  • Forum am Sulzufer:

    Der Fluss als Namensgeber

  • Hechtenkäfig und Hechtenstadel:

    Der Berchinger Hecht ist Wahrzeichen der Stadt.

  • Laurentinum:

    Wohlklingender Name mit Bezug auf das Lorenzviertel

  • Kuberl:

    Abkürzung für Kultur-Berching-Lebensraum

  • KuKuBe:

    Abkürzung für Kunst-Kultur-Berching

  • Oppidum 883:

    883 wird Berching erstmals urkundlich erwähnt.

  • Saal 43:

    Die Großgemeinde Berching hat 43 Ortsteile.

  • Kultur Manufaktur:

    Manufaktur spannt den Bogen weg von der heutigen robotergesteuerten Fabrikation in einer Fabrik zurück zur manuellen Darstellung der künstlerischen Fähigkeiten der Akteure.

  • Holzspitz:

    Die spitzen Giebel des Daches werden mit rautenförmigen Strukturen aus Holz verkleidet.

  • Mittendrin:

    die Lage der Kulturhalle mitten in der Stadt

  • GLUCKpost:

    Verbindung zwischen dem Komponisten und dem Standort neben dem Hotel Post

  • Postraum:

    Das neue/alte Hotel Post in der Nachbarschaft

  • Villa Pirihinga:

    das Dorf Berching, nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 883

Und nichts anders passiere in einer Kulturhalle. Zudem sei die Poststation auch ein Ort, an dem man früher zu seinen Reisen aufbrach, und auch dafür sei Gluck ja bekannt.

Für Reisewitz war es eine Ehrensache, sich bei der Namensgebung einzubringen. „Ich mache so etwas sehr gerne. Ich habe mir zum Beispiel auch ein Radtrikot gestaltet, auf dem Gluck und Berching abgedruckt sind.“ Er komme damit viel rum und wolle so die Bekanntheit der Stadt steigern und ihre Vorzüge nach außen tragen.

Brainstorming der Frauenunion

Es sei nicht einfach, einen guten Namensvorschlag für die Kulturhalle zu finden, erzählt Regine Burger. „Die Berchinger Bevölkerung muss sich mit dem Namen identifizieren, er muss aber auch überregional funktionieren, damit wir deutschlandweit damit werben können.“ Die Frauenunion habe sich deshalb extra zu einem Brainstorming getroffen und entsprechende Vorschläge eingereicht.

Inzwischen ist auf der Baustelle die neue Kulturhalle schon deutlich zu erkennen.  Foto: Veronica Platzek
Inzwischen ist auf der Baustelle die neue Kulturhalle schon deutlich zu erkennen. Foto: Veronica Platzek

Mein Wunsch wäre „Laurentinium“. Zum einen habe die Bezeichnung einen schönen Klang, zum anderen stehe die Kulturhalle im Lorenzviertel, dem ältesten Teil Berchings, das durch die Lorenzkirche geprägt werde. Doch egal, wie die Entscheidung ausgeht: „Ich hoffe, dass am Ende nicht ein Allerweltsstadel oder so etwas Ähnliches heraus kommt.“

Jetzt haben erst einmal die Zeitungsleser das Wort, die auf der Internetseite der Mittelbayerischen 14 Tage lang abstimmen dürfen. Das Ergebnis des Votings wird dann veröffentlicht und an die Stadt weitergegeben.

Das letzte Wort wird dann allerdings der Arbeitskreis „Kulturhalle“ haben, in dem auch die Kulturschaffenden mit vertreten sind. Er tagt am 12. Dezember und wird dann den Namen festlegen. Platzek: „Ein einzigartiger Namen ist für die Profilbildung der Räumlichkeit, somit für das Marketing erforderlich. Und damit wollen wir gleich zu Beginn des neuen Jahres anfangen.“

Mehr aus Neumarkt und Umgebung:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht