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Fasching

Narren feiern auch ohne Kaiser

Den bayrischen Chinesen steht wohl eine kaiserlose Zeit bevor. Die Dietfurter Narren wollen trotzdem ausgiebig feiern.
Von Markus Rath

Der Thron von Kaiser Fu-Gao-Di, hier bei der Schlüsselübergabe im ersten Jahr seiner Regentschaft, ist noch immer verwaist.  Foto: Archiv
Der Thron von Kaiser Fu-Gao-Di, hier bei der Schlüsselübergabe im ersten Jahr seiner Regentschaft, ist noch immer verwaist. Foto: Archiv

Dietfurt.Revolution in Bayrisch China: Der Faschingsauftakt findet ohne einen Regenten statt. Nachdem Manfred Koller alias Fu-Gao-Di samt Hofstaat in Würde abgetreten ist, hat die Kaiserfindungskommission um Bürgermeisterin Carolin Braun noch keinen Nachfolger gefunden. Wie schon 1956, 1957 und im Jahr 2000 wird Dietfurt wohl auch in der Saison 2020 ohne einen Kaiser auskommen müssen. Das hatte Braun auf der ersten Faschingssitzung bekannt gegeben (wir berichteten). Die Gruppe habe viele Personen angesprochen, leider gab es bei den Befragten viele Gründe, die vor allem gegen eine Amtszeit in der Saison 2019/2020 sprächen. Man sei jedoch zuversichtlich, dass man in der Saison 2020/2021 wieder ein „Oberhaupt des Chinesenfaschings“ finden werde. Folglich werden die Chinesen am 11. November, anders als sonst, nicht das Rathaus stürmen, um die Schlüsselgewalt und die Herrschaft auf den Kaiser zu übertragen.

Fasching

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Motto wird die Kaisersuche

Das Motto, das bei der Eröffnungszeremonie um 19.30 Uhr vor dem Rathaus bekannt gegeben wird, macht genau diese Situation zum Thema und dreht sich um die Suche nach einem Kaiser oder einer Kaiserin. Anstelle der Kaisergruppe mit Hofmarschall, hat nun ein Arbeitskreis bestehend aus Faschingsnarren und Vereinsvertretern die Planungen zusammen mit den Verantwortlichen der Stadt übernommen. Damit wird aus der chinesischen Monarchie zumindest für ein Jahr eine Räterepublik.

Hier sehen Sie die Bilder vom diesjährigen Chinesenfasching:

Dietfurt Chinesenfasching

Trotzdem gibt es im Umfeld keine Zweifel, dass der Fasching auch ohne Kaiser ein tolles Event werden kann. „In unserer Hymne heißt es schließlich ‚Chinesen aus Bayern, die wollen immer feiern und nicht nur der Kaiser auch andre machen mit‘ und das zeigt doch, dass unser Fasching nicht nur vom Kaiser lebt“, sagt Pia Pritschet vom Tourismusbüro. Denn: „Der Kaiser ist zwar ein wichtiger Bestandteil des Chinesenfaschings, aber den wirklichen Reiz machen die vielen Gruppen aus, die sich am Fasching beteiligen“, ist sich Thomas Leopold aus Dietfurt sicher.

Zudem sei ja noch gar nicht sicher, dass sich bis zum Unsinnigen Donnerstag nicht doch noch eine Person findet, die das Amt übernimmt. Pritschet: „Wir werden unser Programm auf jeden Fall so aufbauen, dass der Kaiser auch später in der Saison noch einsteigen kann.“

Faschingsauftakt

  • Treffpunkt:

    Um 19.15 Uhr Aufstellung vor dem Gasthof Schei-Pi (Gasthof Scheippl). Dann findet von der Scheippl-Bruck aus der „Sturm auf das Rathaus“ statt.

  • Eröffnungszeremonie:

    Um 19.30 Uhr Faschingsauftakt vor dem Rathaus. Danach geht es zum Gasthof „Zum Bräu-Toni“ zum gemütlichen Beisammensein mit dem bayrisch-chinesischen Kulturattaché Karl-Heinz Bauer.

Auch unter den Dietfurtern ist das kaiserlose Jahr kein Anlass zur Sorge. „Fasching ist ein Lebensgefühl und platzt auch heuer – wie jedes Jahr – am 11.11. aus uns heraus! Mit und ohne Kaiser! Wer’s ned glaubt – kummt’s und schaut’s!! Kille wau!“, kommentiert Karl Ferstl die Lage.

Gelbes Fieber im Kindergarten

Kein Wunder: „Schon im Kindergarten wird den Kindern die Geschichte des Dietfurter Chinesenfaschings erzählt, sie werden mit dem gelben Fieber infiziert und freuen sich jedes Jahr sehr auf den Unsinnigen“, erzählt Claudia Lindl aus Mühlbach. Es gebe ein einheitliches Kostüm und der Kindergarten stellt beim Faschingsumzug die größte Gruppe. Lindl: Vielleicht ist da schon ein Kaiser der Zukunft dabei.“

Für Michael Weigl aus Dietfurt ist es genau diese Tradition, die von Kindesbeinen an weitergegeben wird, die das Faschingsgeschehen ausmacht. „Deswegen werden wir ihn auch ohne Kaiser feiern. Unser Fasching lebt nicht alleine vom Kaiser, sondern auch sehr stark von den Vereinen und Gruppen, die mitmachen, und natürlich von den vielen Besuchern, die alle Jahre nach Dietfurt kommen.“

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