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Jahresversammlung

Nazi-Lieder: Schule reagierte energisch

Die Kaminkehrerinnung fährt mit ihren Lehrlingen in die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und organisiert Workshops.
Von Andreas Friedl

Bei den Kaminkehrern gab es innerhalb der Innung einige Wechsel. Foto: Friedl
Bei den Kaminkehrern gab es innerhalb der Innung einige Wechsel. Foto: Friedl

Mühlbach.Gut 130 aktive Kaminkehrer, davon knapp zehn Prozent solche, die bereits im Ruhestand sind, verfolgten am Freitagvormittag mit großer Aufmerksamkeit die Jahresversammlung der Kaminkehrer-Innung der Oberpfalz, in ihrem Schulungszentrum in Mühlbach, Gemeinde Dietfurt.

Der Einladung von Innungsobermeister Peter Wilhelm zu dieser Veranstaltung waren auch Vertreter der Regierung der Oberpfalz, sowie Landesinnungsmeister Heinz Nether aus Nürnberg gefolgt. Nach seiner Begrüßung sprach Wilhelm gleich ein paar Personalangelegenheiten an. Mit Matthias Meindl, Chamerau, übernahm zum 1. Juni 2017 dieser den Kehrbezirk in seiner Heimat und wurde mit Andreas Raab, einem sogenannten Freien Kaminkehrer in die Innung aufgenommen. Weiter erwähnt Wilhelm, dass Stefan Vögerl die beste Meisterprüfung im Jahre 2017 abgelegt habe. In seinen weiteren Ausführungen sagte Wilhelm den Innungsmitgliedern, dass die Kaminkehrer-Innung der Oberpfalz sehr gut aufgestellt sei und im abgelaufenen Berichtszeitraum keine nennenswerten Schadensfälle in Verbindung mit Feuerungsanlagen zu verzeichnen waren: „Ein Verdienst, den wir uns auf unsere Fahnen schreiben dürfen.“ Zudem ließ er seine Mitgliedern wissen, dass in diesem Jahr, vom 13. bis 18. Mai, der Landesverbandstag in Schwandorf stattfinde und die Kaminkehrer sich an den Veranstaltungen beteiligen möchten.

Unverblümt und ohne Umschweife sprach er dann ein Thema an, dass vor einigen Wochen in und dann außerhalb der Kaminkehrerschule Mühlbach für Unruhe gesorgt hatte, die Verbreitung von Nazi-Liedgut durch einen Ausbilder: „Diese Geschichte ist für das Handwerk gut ausgegangen. Die Medien haben uns gut bewertet. Das Kaminkehrerhandwerk wurde in keine braune Ecke gestellt“, so Wilhelm und führte weiter an: „Wir haben uns sofort von diesem Ausbilder und diesen Themen distanziert.“

„Eine von vielen Aussagen“: Bezirkskaminkehrermeister Ludwig Meier aus Velburg sagte zu den angeführten negativen Vorfällen: „So etwas kann und darf nicht geschehen.“ Wie der engagierte Innungsobermeister weiter anführte, werden im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung in Mühlbach, die Lehrlinge eine Fahrt in das ehemalige Konzentrationslager nach Flossenbürg unternehmen. Zudem werden Veranstaltungen und im Zusammenarbeit mit der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) Werkshops durchgeführt, dass so etwas nicht und nie mehr vorkomme. Im Verlauf der Veranstaltung wurden weitere Interna angesprochen.

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