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Engagement

Nepalhilfe Beilngries finanziert Schulen

Dank der Unterstützung können Hunderte Kinder nach dem Erdbeben wieder unterrichtet werden. Das Ehepaar Petschl war vor Ort.
Von Michael Rebele

Zahlreiche Gäste hatten sich zur Eröffnung der neuen Schule in Ratanpur eingefunden. Foto: Ralf Petschl
Zahlreiche Gäste hatten sich zur Eröffnung der neuen Schule in Ratanpur eingefunden. Foto: Ralf Petschl

Beilngries.Entwicklungshilfe in Nepal lässt sich nicht vom Schreibtisch aus erledigen. Diese wichtige Erkenntnis ist auch die Triebfeder für die regelmäßigen Projektreisen der Verantwortlichen der Nepalhilfe Beilngries. So hatten sich im Februar der Vorsitzende Ralf Petschl und seine Ehefrau Ingrid für eine Woche auf den Weg in das Himalayaland gemacht. Schon im Vorfeld war mit den lokalen Koordinatoren Sunil Shrestha und Shyam Pandit ein umfangreiches Programm abgestimmt worden.

Feierlich wurden Ingrid und Ralf Petschl aus Beilngries in Ratanpur begrüßt. Foto: Ralf Petschl
Feierlich wurden Ingrid und Ralf Petschl aus Beilngries in Ratanpur begrüßt. Foto: Ralf Petschl

Das Erfreuliche dazu bereits vorab: Die erdbebenbedingten Sanierungsarbeiten an den 20 Schulen der Hilfsorganisation im Sindhupalchok-Distrikt laufen wie geplant. An 13 von ihnen sind die Arbeiten mit einem Kostenaufwand von insgesamt rund 800 000 Euro bereits abgeschlossen. Die restlichen sollen bis zum Jahresende 2019 folgen.

Neue Schule für 240 Kinder

In dieser betroffenen Region liegt auch das neue Schulgebäude von Kubinde, das erste Ziel der Beilngrieser, um dort an den Einweihungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Abseits der erwähnten Erdbebenschäden und deren Behebung ist es das erste Projekt, das die Nepalhilfe neu in Angriff nehmen konnte. Das zweistöckige Gebäude ergänzt das bestehende Schulhaus und bietet mit seinen sechs Klassenzimmern zusätzlichen Platz für bis zu 240 Schüler.

Eine weitere Einweihung gab es in dem Bergdorf Ratanpur im Distrikt Tanahun, westlich von Kathmandu in Richtung der Touristenmetropole Pokhara. Zwölf Monate nahm der Neubau des zweigeschossigen Bauwerks mit acht Klassenzimmern in Anspruch, für das 120000 Euro aufzubringen waren. Künftig werden darin etwa 250 Kinder unterrichtet.

Nach einer wahrlich abenteuerlichen Fahrt empfing Shyam Pandit die Beilngrieser. Er ist dort geboren und aufgewachsen. Mit viel Herzblut hatte Pandit gerade diesen Bau initiiert und begleitet, der das wahrlich in die Jahre gekommene Lehmgebäude ersetzt.

Die Jüngsten führten zur Feier des Tages Tänze auf. Foto: Ralf Petschl
Die Jüngsten führten zur Feier des Tages Tänze auf. Foto: Ralf Petschl

Nach der Ankunft aller Ehrengäste begleiteten Musikanten und Tänzer sie zur neuen Schule. Solche Feierlichkeiten lassen sich die Dorfbewohner natürlich nicht entgehen und so war der Schulhof sehr gut gefüllt. Es folgte ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Reden der Lokalpolitiker, aufgelockert durch Tanzeinlagen. Höhepunkt war die Eröffnung des neuen Schulgebäudes durch den Abgeordneten unter der Assistenz von Ralf und Ingrid Petschl. Eine Erinnerungstafel ziert fortan die Außenmauer des Gebäudes. Zur Freude der Schulleitung überreichte Ralf Petschl einen symbolischen Scheck über 10000 Euro für die dringend benötigte Schulausstattung.

Sichtlich erfreut nehmen die Frauen von Ratanpur die eingetroffenen Kunststoffrohre in Empfang. Foto: Ralf Petschl
Sichtlich erfreut nehmen die Frauen von Ratanpur die eingetroffenen Kunststoffrohre in Empfang. Foto: Ralf Petschl

Überraschend und nicht minder beeindruckend war für die Beilngrieser das Zusammentreffen mit dem lokalen Frauenkomitee im Gemeindehaus. Da viele Männer aus Ratanpur im Ausland arbeiten müssen, haben die Frauen deren Aufgaben übernommen. Sie übergaben den Beilngriesern ein Bittschreiben zur Finanzierung eines Wasserleitungsprojektes. Schließlich sind sie es, die das kostbare Nass auf beschwerlichen Wegen heranschaffen müssen. Ein Leitungssystem mit mehreren Entnahmestellen soll da künftig Abhilfe schaffen.

Kleidung und ein Staubsauger

Natürlich stand auch der Besuch des Shaligram Kinderhauses auf dem Programm. Unter großem Hallo übergaben Ralf und Ingrid Petschl für jedes der Kinder ein Gastgeschenk in Form von modischen Kleidungsstücken. Auch das Zubehör für eine weitere Gartenschaukel und ein neuer Staubsauger fanden regen Beifall. Die Besucher hatten die Gelegenheit, an einer Sitzung des Kinderhauskomitees teilzunehmen und erfuhren so auch von den geplanten Maßnahmen, wie etwa der Pflasterung des Hofes, womit die Verschmutzung des Hauses verringert werden soll.

Ralf Petschl eröffnete mit Politikern und Mitarbeitern die Schule in Kubinde. Foto: Ralf Petschl
Ralf Petschl eröffnete mit Politikern und Mitarbeitern die Schule in Kubinde. Foto: Ralf Petschl

Wahrlich erfreulich war der Ausgang der Einladung ins Social Welfare Council (SWC), beim Sozialministerium. Dessen Bewertung muss sich das Kinderhaus der Nepalhilfe alle fünf Jahre stellen. Mehrere Tage ist dann ein Mitarbeiter vor Ort, beobachtet die Abläufe, unterhält sich mit dem Personal, prüft die Bücher und erstellt dazu seinen detaillierten Evaluierungsbericht.

Wie schon beim letzten Mal fiel das Ergebnis erneut rundum sehr positiv aus und so zählt das „Shaligram Bal Griha“ mit zu den besten Einrichtungen seiner Art in Nepal, wie der leitende Direktor bekundete. Ein Resümee, mit dem Ingrid und Ralf Petschl nach einer wahrlich ausgefüllten Woche auch beruhigt die Heimreise antreten konnten.

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