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Medizin

Neue Fachärzte für Parsberg

Es gibt erste Schritte für ein Haus der Gesundheit. Die internistische Praxis von Dr. Rainer Munzinger wird erweitert.
Von Günter Treiber

Bürgermeister Josef Bauer (l.) begrüßt die Ärzte (v.l.) Johannes Heck, Rainer Munzinger und Andreas Röschl in den neuen Praxisräumen. Foto: Treiber
Bürgermeister Josef Bauer (l.) begrüßt die Ärzte (v.l.) Johannes Heck, Rainer Munzinger und Andreas Röschl in den neuen Praxisräumen. Foto: Treiber

PARSBERG.Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer zeigte sich sichtlich erfreut, dass die Ärzte-Gemeinschaft Dr. Andreas Röschl und Dr. Johannes Heck aus dem Ärztehaus in Neumarkt die Praxis im Krankenhaus nicht nur übernommen, sondern jetzt auch maßgeblich erweitert haben.

„Ich bin heilfroh“, so der Bürgermeister, „dass diese Praxis da ist, denn einen Internisten gab es bisher in Parsberg nicht“. Die Praxis sei sehr wichtig im Hinblick auf das geplante „Haus der Gesundheit“, das nebenan über dem Bunkerkrankenhaus entstehen soll. „Und außerdem freut es mich, dass wir unseren Dr. Rainer Munzinger nicht verlieren, der in langwierigen Verhandlungen die Genehmigung für eine Praxis erhalten hat“.

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„Denn“, so erklärt es jetzt Dr. Munzinger, „bisher konnte ich als Chefarzt des Kreiskrankenhauses nur Patienten aus der Region um Parsberg behandeln, jetzt können in meine Praxis Patienten von überall her kommen“.

Dass die Gemeinschaftspraxis Rösch-Heck die Räumlichkeiten und Geräte im Haus angemietet haben, sei der erste Schritt in Richtung Haus der Gesundheit, denn sie werden die Ersten sein, die dort einziehen.

Verbindung zu Neumarkt

Ein weiterer Vorteil werde sein, so erläutert Dr. Munzinger, dass damit eine enge Verbindung zur Gemeinschaftspraxis in Neumarkt bestehe. Dort praktiziert Dr. Johannes Heck als Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologe sowie Leistungsdiagnostik. Dr. Andreas Röschl ist ebenfalls Facharzt für Innere Medizin und Kardiologe. Als weiterer Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie und Osteologie ist Dr. Peter Spiegel dabei. Drei Fachärztinnen für Allgemeinmedizin kommen hinzu.

Dr. Rainer Munzinger war der Meinung, dass die Menschen draußen wissen sollten, wie es jetzt weitergeht und vor allem, was in der Praxis untersucht und behandelt werden kann. Während das Neumarkter Tagblatt zum Gespräch in den neuen Räumen war, wurde dort bereits fleißig auf- und umgeräumt, wobei sich die drei Ärzte nicht scheuten, ihren Arztkittel beiseitezulegen und kräftig mit anpackten.

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Praxis ist halbtags geöffnet

Die Patienten erwarten nun vier Räume. Neben Büro und Untersuchungsraum für Dr. Munzinger liegen die Rezeption und der sogenannte „Aufwachraum“ für die Patienten, die mit einer Endoskopie untersucht wurden. Die Praxis wird zunächst nur halbtags geöffnet sein.

„Ich suche aber intensiv zu meinen vier medizinischen Fachangestellten weitere Mitarbeiterinnen, dann können wir auch ganztags die Praxis öffnen“, betonte Dr. Munzinger.

Die Praxisgemeinschaft hat auch eine Anzahl an Geräten angemietet. Das sind Ultraschallgerät mit Doppler, Gefäßdoppler, Bauchultraschall, Schilddrüsenultraschall, Herzultraschall, mit dem auch der Brustkorb untersucht werden kann, sowie ein Schluckecho möglich sei. Dr. Rainer Munzinger wird auch weiterhin Magen- und Darmspiegelungen sowie Belastungs-EKG und Langzeit-EKG anbieten.

Was kann die erweiterte Praxis leisten?

  • Geräte:

    Vorhanden sind Ultraschallgerät mit Doppler, Gefäßdoppler, Bauchultraschall, Schilddrüsenultraschall, Herzultraschall. Mit dem Herzultraschall kann auch der Brustkorb untersucht werden sowie ein Schluckecho erstellt werden.

  • Untersuchungen:

    Dr. Rainer Munzinger wird auch weiterhin Magen- und Darmspiegelungen vornehmen und bietet zudem die Möglichkeit eines Belastungs-EKG und eines Langzeit-EKG an.

  • Altbau:

    Es werden weiterhin Räume für viele medizinische Möglichkeiten benötigt. Man braucht Räume für eine Kurzzeitpflege und für die im Nebengebäude befindliche Tagespflege.

  • Geschichte:

    Der Altbau des Krankenhauses Parsberg ist eines der wenigen noch vorhandenen baulich markanten historischen Gebäude in Parsberg. Die Kapelle im Krankenhaus ist ein Kleinod und hat vielen Patienten in schweren Stunden geholfen. (pgt)

Das Tagblatt fragte auch bei Dr. Andreas Röschl und Dr. Johannes Hecknach, wie alles begann und wie der Kontakt nach Parsberg zustande gekommen war. „Uns haben Klinik-Vorstand Peter Weymayr und Dr. Wolfgang Bärtl im Oktober vergangenen Jahres angesprochen“, sagte Dr. Röschl, „und uns gefragt, ob wir Interesse an der Einrichtung einer Zweigpraxis in Parsberg haben“.

Ein holpriger Start

„Es hat uns oft schlaflose Nächte bereitet“, beginnt Dr. Heck zu erzählen, „vor allem, weil wir alles Mögliche und Unmögliche Stück für Stück genehmigen lassen mussten“. Es sei das gewesen, so Dr. Röschl, das so manche Arztpraxis unnötig beschäftige, eine Bürokratie, die einen ausbremse. Allein schon bis Dr. Rainer Munzinger alle Genehmigungen hatte, um als Internist in diese Praxis einsteigen zu können, habe es Monate gedauert.

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Ärzte setzen sich für Parsberger Bürgermeister ein

Was die Schließung des Parsberger Krankenhauses angeht war Dr. Johannes Heck der Meinung, dass der Grund dafür nicht in Parsberg zu suchen sei. „Den Parsberger Bürgermeister trifft da keinerlei Schuld“, fügte Dr. Andreas Röschl an. „Im Gegenteil, was wir mitbekommen haben, hat sich Herr Bauer mit aller Macht für den Erhalt eingesetzt“. Nur gedankt habe es ihm niemand, sondern stattdessen habe man ihn im Regen stehenlassen.

Der Krankenhaus-Altbau mit Kapellenerker Foto: Günter Treiber
Der Krankenhaus-Altbau mit Kapellenerker Foto: Günter Treiber

Unverständnis kam bei allen Anwesenden darüber auf, warum sich die politischen Parteien Parsbergs, die FW-PWG und die SPD/Grüne, allen voran als Sprecher Michael Forster, gegen den Erhalt des Krankenhaus-Altbaus ausgesprochen hätten.

Dr. Munzinger berichtet, dass auch weiterhin Möglichkeiten zur medizinischen Betreuung bestehen sollten. Wie er erfahren habe, bestehe Interesse an der Einrichtung eines Schlaflabors. Man brauche aber auch Räume für eine Kurzzeitpflege und für die im Nebengebäude untergebrachte Tagespflege des BRK.

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