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Politik

Neue Kita bietet Platz für 74 Kinder

Im Neumarkter Stadtrat wurde das Konzept mit Containern vorgestellt. Da die Miete so teuer ist, will der OB Module kaufen.
Von Eva Gaupp

  • Im Freystadt besteht bereits ein provisorischer Kindergarten mit Containern. Eine vergleichbare Einrichtung entsteht in Neumarkt. Foto: Regnet
  • Das Selbsthilfegruppenhaus in Pölling wird ab Mitte Oktober saniert. Deshalb treffen sich die Gruppen derzeit im Rennbühlweg 72. Foto: Gaupp

Neumarkt.Früher hatte das Bild von Wohncontainern eher ein negatives Gschmäckle. Heute sind sie eine wichtige Alternative, wenn es um Zwischenlösungen geht. In Containern werden heute nicht mehr nur Arbeitstrupps auf Baustellen untergebracht, sondern auch Büros, medizinische Einrichtungen und Kindergärten. So auch in der Brunnenstraße. Bis die Stadt eine neue Kita mit Kindergarten und -krippe in der Nachbarschaft gebaut hat, werden auf einem 1600 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Brunnenstraße/Wolfsteinstraße Container für 74 Kinder und rund zehn Betreuungspersonen aufgestellt. Notwendig wird diese Lösung, weil das Landratsamt es abgelehnt hat, bestehende Kindertagesstätten aufzustocken.

An der Ecke Brunnenstraße/Wolfsteinstraße entsteht übergangsweise für drei Jahre ein Kindergarten mit -krippe. Foto: Gaupp
An der Ecke Brunnenstraße/Wolfsteinstraße entsteht übergangsweise für drei Jahre ein Kindergarten mit -krippe. Foto: Gaupp

Aufgrund der enormen Nachfrage sind die Preise für Container inzwischen stark angestiegen. Insofern rechnet das beauftragte Architekturbüro Berschneider + Berschneider mit Mietkosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro für die drei geplanten Jahre. Eine Summe, die Oberbürgermeister Thomas Thumann veranlasst hat, an einen Kauf zu denken. „Die Container können wir auch danach vielfältig einsetzen. Die Miete ist einfach weg.“ Nach jetzigem Stand wäre ein Kauf der Containermodule um etwa 200.000 Euro teurer und die Investition hätte sich nach knapp fünf Jahren amortisiert. Der Vorschlag fand im Stadtrat Zustimmung und so wird das Projekt zweigleisig ausgeschrieben: als Mietkonzept oder mit dem Kauf von Containern. Der Stadtrat wird dann entscheiden.

Zwei neue Krippen-Gruppen

Was schon feststeht, ist das Raumkonzept, das der Projektleiter des Architekturbüros, Roland Feierle, in der Sitzung am Donnerstagabend vorstellte. So sollen zwei Krippengruppen für Kinder bis drei Jahre entstehen, außerdem zwei Kindergartengruppen für drei bis sechs Jahre. Es gibt Schlaf-, Ess-, Gruppen- und Verwaltungsräume, außerdem jeweils große Freiflächen. Was mit dem Garten passiere, wenn die provisorische Kita nicht mehr gebraucht werde, wollte FDP-Stadträtin Helga Hoerkens wissen. Immerhin würden etwa 260.000 Euro in die Außenflächen gesteckt. Das sei noch nicht klar, lautete die Antwort des OB.

Gegenüber des Eingangs besteht sogar schon ein Parkplatz. Foto: Gaupp
Gegenüber des Eingangs besteht sogar schon ein Parkplatz. Foto: Gaupp

UPW-Fraktionsvorsitzender Martin Meier erkundigte sich nach der Verkehrsinfrastruktur. Der Eingang werde extra auf die ruhige Brunnenstraße hin gelegt, führte Stadtbaumeister Matthias Seemann aus. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befinde sich bereits ein Parkplatz, dort könnten Eltern bequem halten, wenn sie ihre Kinder brächten.

Heßlinger mahnt bessere Planung an

Zweite Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger freute sich zwar über die zusätzlichen Betreuungsplätze, zeigte sich jedoch in ihrer früheren Kritik an der städtischen Planung bestätigt. Vor zwei Jahren habe sich die die SPD für mehr Betreuungsplätze stark gemacht. Damals sei der Antrag nicht behandelt worden mit dem Hinweis, es werde eine Elternbefragung durchgeführt und dies sei grundsätzlich Aufgabe der Verwaltung. Von OB Thumann habe sie sich anhören müssen, die Stadt kenne durchaus den Bedarf. „Aber offenbar besteht doch ein Druck, sonst bräuchten wir nicht jetzt diese Interimslösung“, so Heßlinger.

Thumann gab zu, dass die Stadt immer etwas hinter dem Bedarf herhinke. Erst müsse die Stadt den Bedarf ermitteln, dann müsse das Landratsamt diesen auch anerkennen. Und dann könne die Stadt erst die Plätze einrichten. „Auf Vorhalt etwas zu machen, halte ich nicht für sinnvoll.“ Aber man müsse schnell reagieren.

Das hat die Stadt vor: Noch in den nächsten Wochen soll das Gelände für die Kita eingeebnet werden, damit die Container im Frühjahr aufgestellt werden können. Noch im ersten Halbjahr 2020 könnten dann die Kinder kommen.

Jürgen Kohler verabschiedet sich

Der frühere Leitende Rechtsdirektor Jürgen Kohler verabschiedete sich im Stadtrat. Foto: Dr. Franz Janka
Der frühere Leitende Rechtsdirektor Jürgen Kohler verabschiedete sich im Stadtrat. Foto: Dr. Franz Janka

Die Sitzung des Stadtrats nutzte der ehemalige Leitende Rechtsdirektor Jürgen Kohler, um sich zu verabschieden. Wegen einer Knie-Operation hatte er dies nicht mehr vor der Sommerpause geschafft. Er bedankte sich bei den Kollegen und Kommunalpolitikern für die gute Zusammenarbeit, erwähnte aber auch, dass das wachsende Misstrauen einiger Stadträte gegenüber der Verwaltung nicht gerechtfertigt sei. Mehr Wertschätzung wäre wichtig für eine konstruktive Zusammenarbeit. Weil die Diskussionen jedem Stadtrat nur zu gut im Gedächtnis sind, erntete Kohler auch einige Lacher, als er fröhlich verkündete: „Ich werde die Stadtratssitzungen vermissen“. OB Thomas Thumann überreichte dem 64-Jährigen zum Abschied ein Präsent und bedankte sich für die geleistete Arbeit.

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Stadtrats-Splitter

  • Bürgertreff:

    Weil die neue Gemeinschaftseinrichtung in Pölling an der alten Schule rund 4,5 Millionen Euro an Förderung erhält, müssen auch bestimmte soziale Angebote erfüllt werden. Dazu gehört ein sogenanntes „Integrationsmanagement“ mit festen Mitarbeitern. Der Stadtrat hat beschlossen, eine noch unbestimmte Anzahl an Stellen im nächsten Haushalt 2020 dafür einzuplanen. Details werden noch besprochen.

  • Schlossbad:

    Der Stadtrat hat weitere Aufträge für das Schlossbad vergeben. So wurden das Kassensystem für 237.000 Euro und die Trockenbau-Decken für 1,17 Millionen Euro eingekauft. Außerdem wurde beschlossen, für das Saunadeck Thermo-Esche statt Douglasie als Fußboden zu verwenden. Diese sei zwar teurer, aber haltbarer. Gegen die Vergabe hat nur Dieter Ries (FLitZ) gestimmt, weil die Gruppierung das Projekt grundsätzlich ablehnt.

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