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Justiz

Neue Richterin am Amtsgericht Neumarkt

Nicole Asmus wurde am Montag vereidigt. Sie ist für Zivilsachen zuständig.
Von Helmut Sturm

Nicole Asmus ist neue Richterin für Zivilsachen am Amtsgericht. Foto: Helmut Sturm
Nicole Asmus ist neue Richterin für Zivilsachen am Amtsgericht. Foto: Helmut Sturm

Neumarkt.Seit Samstag gehört Nicole Asmus als Richterin zum Amtsgericht Neumarkt. Am Montag wurde sie vor der öffentlichen Verhandlung einer Strafsache von Dr. Harald Müller, dem Direktor des Neumarkter Amtsgerichtes, als Richterin feierlich vereidigt.

Die 27-Jährige wird sich in Zukunft mit zahlreichen Zivilsachen und Zwangsvollstreckungen beschäftigen. Dazu gehören Streitigkeiten des täglichen Lebens wie Verkehrsunfälle, Miet- oder Vermietstreitigkeiten, strittige Gebrauchtwagenkäufe und die Streitigkeiten im Zusammenleben der Menschen auf engem Raum – die Nachbarschaftsstreitigkeiten.

Richterin Nicole Asmus ist eine gebürtige Schwandorferin, ging dort bis zum Abitur zur Schule und studierte anschließend Jura in Regensburg. Logisches Denken gehörte zu ihren Begabungen – das Fach Physik als Leistungskurs belegt dies. Der Gedanke ans Jurastudium entstand im Laufe der Schulzeit unspektakulär, aber konsequent. Ihre Referendarzeit verbrachte sie beim Landgericht in Amberg.

Zwei Jahre in Amberg gearbeitet

Zweieinhalb Jahre arbeitete Nicole Asmus vor ihrer Richtertätigkeit bei der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht in Amberg. Diese Vorverwendung ist in der bayerischen Justiz üblich. Beide Tätigkeiten seien grundverschieden und vom Ansatz her kaum miteinander zu vergleichen, betont Nicole Asmus.

Ein wenig aufgeregt ist sie vor ihrem ersten Fall doch. Eine langwierige Geschichte steht zur Verhandlung. „Im Zivilrecht ist man immer dicht am Menschen und spürt, wie starke Emotionen einer Lösung des Problems im Wege stehen können.“

Ihr Bestreben in der Ausführung des Richteramtes sieht Nicole Asmus nicht begrenzt auf die reine Rechtsprechung: Fakt – Fakt – Urteil. Ihr Ziel ist es weitergehend, einen möglichen Frieden zwischen den Parteien herbeizuführen. „Die Parteien sollen im Anschluss an den Urteilsspruch wieder friedlich miteinander weiterleben können.“ Deshalb will sich Richterin Asmus Zeit nehmen für ihre Verhandlungen. „Anfangs einer Verhandlung sind beide Parteien gestresst und verharren auf ihren Standpunkten.“ Im Gespräch wird dies zunehmend besser und die eigentlichen Probleme kristallisieren sich so deutlicher heraus.“

Anders als im Strafrecht ist einer Verhandlung im Zivilrecht ein Gütetermin vorgeschaltet. Hier wird versucht, den Sachverhalt einer gerichtlichen Einigung zuzuführen, ohne ein Urteil zu sprechen. Eine zufriedenstellende Lösung für beide Parteien könne sich so ergeben.

An Arbeit mangelt es am Amtsgericht Neumarkt nicht. 500 Verfahren sind pro Jahr zu erledigen. Amtsgerichtsdirektor Dr. Harald Müller gab beim Pressegespräch am Mittwoch schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das, was Nicole Asmus in ihrer Richtertätigkeit in Neumarkt so erwarten wird. „Eine große Bugwelle an aufgelaufenen Verfahren schieben wir nicht vor uns her.“ Nach dreieinhalb Monaten erfolgt im Zivilverfahren der Urteilsspruch.

Zwei Sitzungstage pro Woche

Zwei Sitzungstage verteilen sich über eine durchschnittliche Arbeitswoche. Am ersten Sitzungstag habe Dr. Müller es so gehalten, dass er im Stundenrhythmus eine Verhandlung angesetzt habe. Sechs Sitzungen seien so zu schaffen. Für den zweiten Verhandlungstag der Woche habe er sich die komplizierteren Fälle mit mehreren Zeugen, Sachverständigen und Gutachtern vorgenommen. Diese komplizierteren Fälle habe Dr. Müller als besonders herausfordernd empfunden. „Selbst nach jahrelanger Tätigkeit als Richter habe ich in den sich über Stunden hinziehenden Verhandlungen immer wieder etwas Neues dazugelernt.“

Richterin Nicole Asmus lebt mit ihrem Mann, ebenfalls Jurist, im Amberger Raum und pendelt jeden Tag nach Neumarkt. Beide reisen gerne in fremde Länder, um deren Menschen und ihre Kultur kennenzulernen.

Die Oberpfalz hat es der gebürtigen Schwandorferin aber angetan. „Nirgends anders möchte ich wohnen oder arbeiten.“ Deswegen war sie auch erfreut über die Möglichkeit, am Amtsgericht Neumarkt als Richterin tätig zu sein. Zur Entspannung malt sie gerne.

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