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Geschichte

Neue Stolpersteine in Neumarkt verlegt

Sieben symbolische Pflastersteine erinnern in der Bahnhofstraße an jüdische Opfer des Nationalsozialismus.
Von Luis Münch

Am Montagnachmittag setzte Gunter Demnig die Stolpersteine. Foto: Münch
Am Montagnachmittag setzte Gunter Demnig die Stolpersteine. Foto: Münch

Neumarkt.Den Gehweg an der Bahnhofstraße 14 zieren seit Montagnachmittag vier Stolpersteine. Die Steine erinnern an Ludwig und Karolina Landecker sowie Berthold Landecker und Selma Hutzler, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Es handelt sich um ihr ehemaliges Anwesen.

Nur wenige Meter weiter setzte der Künstler Gunter Demnig drei weitere Stolpersteine. Vor dem Haus an der Bahnhofstraße 20 wird an Sophie, Leonhard und Martin Landecker erinnert.

Das P-Seminar des Ostendorfer Gymnasiums, geleitet von Studienrat Matthias Meyer, das die Verlegung der Stoplersteine begleitet, ist Pate von zwei Stolpersteinen. „Mit ihren Spenden machen sie möglich, dass Namen, derer wir heute gedenken, nie vergessen werden“, dankte die Schülerin Laura Polster den Paten. Die Stolpersteine seien eine Erinnerung und ein Zeichen der Wachsamkeit für zukünftige Generationen.

„Wir müssen die Menschen dazu bringen, darüber nachzudenken, wie wir mit Menschen umgehen, die ein Defizit haben“, sagte Gertrud Heßlinger, Mitglied der Initiative Stolperstein und zweite Bürgermeisterin. Heutzutage würden Menschen auf Objekte und Zahlen reduziert werden.

Am selben Tag wurden auch Stolpersteine in Sulzbürg verlegt.

Berthold und Selma Landecker wurden über Regensburg nach Piaski deportiert und 1942 dort ermordet. Im gleichen Jahr erlitten Sophie und Leonhard Landecker das gleiche Schicksal. Ludwig Landecker fiel 1938 Misshandlungen im Neumarkter Gefängnis zum Opfer, seine Frau Karolina wurde 1942 in Ausschwitz ermordet. Martin Landecker verstarb 1940 in Hartheim.

Man müsse dafür sorgen, dass sich die Koordinaten nicht weiter nach rechts verschieben, so die zweite Bürgermeisterin.

Sie rief dazu auf, Partei für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte zu ergreifen, „damit sich solche Taten nicht wiederholen.“ „Damit so etwas nicht wieder passiert, brauchen wir auch euch junge Menschen“, sagte sie in Richtung der P-Seminaristen. Auch Seminaristen aus dem vergangenen Jahr besuchten die Stolpersteinverlegung.

„Es darf nicht sein, dass Leute, die eine Kippa tragen, heutzutage Angst haben müssen, geschlagen zu werden“, sagte Dekanin Christiane Murner. Laut Helmut Himmler, stellvertretender Landrat, würden die Ungeister der Vergangenheit, wie der „menschenverachtende Rassismus“, 73 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus wieder lebendig werden. Die Dekanin wünsche sich, dass man sich noch mehr Menschen ins Gedächtnis rufe, die so viel Unrecht erlebt haben.

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