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Literatur

Neue Veranstaltungsreihe in Berching

Die Autorin Gerda Stauner eröffnet am Freitag „LiteraturRaum Schranne“. Sie ersetzt die Literaturwoche im Herbst.
Von Alexandra Nurtsch

Gerda Stauner eröffnet am Freitag die Reihe „LiteraturRaum Schranne.“ Sie liest aus ihrem Buch „Sauforst“. Foto: Christian Segerer
Gerda Stauner eröffnet am Freitag die Reihe „LiteraturRaum Schranne.“ Sie liest aus ihrem Buch „Sauforst“. Foto: Christian Segerer

Berching.Die Literaturwoche war 15 Jahre lang fester Bestandteil des Berchinger Kulturkalenders. Doch damit ist nun Schluss. „Ich möchte das Ganze etwas anders organisieren“, sagt Gerlinde Delacroix. Im Herbst gebe es so viele Veranstaltungen in Berching, die sich teilweise überschnitten. „Wir überfordern unsere Bürger.“

Künftig soll Literaturbegeisterten mehr Zeit und Raum für Buchvorstellungen gegeben werden. Die Stadt Berching bietet zusammen mit der Stadtbücherei das ganze Jahr über Autorenlesungen an. So soll vermieden werden, dass zu viele Autorenlesungen in einem engen Zeitraum stattfinden, wie das bislang bei der Literaturwoche war. „Es ist einfach schade, wenn so gute Autoren bei uns in Berching sind und dann gehen so wenig Leute hin“, sagt Delacroix.

Drei Lesungen stehen fest

Die neue Veranstaltungsreihe trägt den Titel „LiteraturRaum Schranne“ und die Lesungen beginnen immer um 19.30 Uhr. Die ersten drei Termine stehen bereits fest. Am Freitag liest die Oberpfälzer Autorin Gerda Stauner aus ihrem zweiten Roman. „Sauforst“. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Oberpfälzer Familie Beerbauer. Wie schon in ihrem Erstling „Grasmond“ dient die Heimat der Autorin als Kulisse für den Roman mit Blick in die Vergangenheit.

Anton Beerbauer begibt sich nach dem Tod seiner Mutter auf eine Reise. Beflügelt und angetrieben vom Wunsch nach Höherem, scheitert er auf der Suche nach seiner Bestimmung immer wieder an seiner Rastlosigkeit. Über 150 Jahre später setzt sich seine Urenkelin Annette nach dem Tod ihrer eigenen Mutter mit dem außergewöhnlichen Familienschicksal der Beerbauers auseinander.

Die zweite Lesung ist am Freitag, 27. April. Jules Vitrac, den Berchingern bekannt als Veronika Rusch, stellt ihren neuesten Krimi „Der Teufel von Eguisheim“ Kreydenweiss & Bato ermitteln vor. Im elsässischen Eguisheim wurden Wanderer von einem tollwütigen Reh attackiert. Die Vorfälle häufen sich, bald gibt es einen Toten – und er bleibt nicht der Einzige. Im Dorf glaubt man, die wilde Kreatur wehre sich gegen den Menschen. Die Polizisten Kreydenweiss und Bato sind anderer Meinung.

Weitere Infos zu den Lesungen finden Sie hier:

Die drei Lesungen

  • 2. März:

    Gerda Stauner stellt am Freitag ihr Werk „Sauforst“ vor. Die Autorin von Kriminalromanen wurde 1973 in Seubersdorf geboren. Bei der Veranstaltung in der Schranne spielen in stimmungsvoller Ergänzung zu den Textpassagen Manfred Mederer mit der Quetschn und Adi Spangler mit der Gitarre akustische Versionen moderner Mundartlieder. „Die Besucher dürfen sich auf feinfühlige Interpretationen ausgewählter Stücke von Max von Milland, Schinderhannes oder Hubert von Goisern freuen“, kündigt Gerlinde Delacroix an. Zusätzlich wird es eigene Stücke der Musiker zu hören geben.

  • 27. April:

    Veronika Rusch ist eine erfolgreiche Schriftstellerin und Juristin. Sie veröffentlicht Bücher unter den Pseudonymen Jules Vitrac, Fiona Blum und Franziska Weidinger. Sie lebt mit ihrer Familie in Oberbayern. In ihren Krimis um das Elsässer Ermittlerduo Kreydenweiss & Bato verbindet sie ihre berufliche Erfahrung in Sachen krimineller Abgründe und ihr Faible für vertrackte Rätsel mit einer großen Liebe zu Frankreich. Die Veranstaltung in der Schranne findet in Zusammenarbeit mit der KEB Neumarkt statt. Musikalisch begleiten werden Danièle Wittl und Michael Braun. Die Besucher werden zudem mit kulinarischen Spezialitäten verwöhnt.

  • 11. Mai:

    Rainer Bischof wurde 1947 in Wien geboren. Er ist Komponist und hat Bücher und Essays zur Philosophie, Kulturgeschichte und Musik verfasst. Am 11. Mai stellt er sein Werk „Humanistisches Manifest. Ein Versuch“ vor. (na)

Delacroix hat die beiden Autorinnen beim Literarischen Speed Dating kennengelernt. Bei der Auswahl der Autoren achtet sie auf Heimatnähe und folgt Trends, wie dem zum Heimatkrimi. Sie bekommt auch Tipps von Leuten, die von einem Buch begeistert waren. Delacroix hat die Erfahrung gemacht, dass die Autoren gern nach Berching kommen. „Sie sind ganz überrascht, dass hier so viel geboten ist.“ Immer wieder kommen auch Autoren auf sie zu, die ihr Buch in Berching vorstellen wollen – wie Rainer Bischof.

Bischof war bereits einmal in Berching zu Gast und hielt beim Neujahrsempfang einen Vortrag. Nun liest er am 11. Mai aus seinem neuen Buch „Humanistisches Manifest: Ein Versuch“. Laut Verlagsangaben ist das zentrale Anliegen des Werkes, der durch Gewalt, Ungerechtigkeit und Inhumanität bedrohten Welt ein Korrektiv entgegenzusetzen. In Form eines humanistischen Manifests unternimmt Bischof den Versuch, der Vernunft und Aufklärung den Rang zurückzugeben, den ihr die Ideologen des Extremismus streitig zu machen suchen. Wo Inhumanität zum gültigen Gedankengut wird, sind Mensch, Kultur und Natur in ihrer Existenz gefährdet, heißt es weiter. Unbildung und Verblendung greifen dann Raum. Vermag es die Rückbesinnung auf humanistische Werte und ein humanistisches Menschenbild der grassierenden Inhumanität entscheidend entgegenzuwirken? Dieses Buch versucht es.

Literaturnacht im Oktober

Feste Bestandteile der Literaturwoche waren das Autoren Speed Dating und die Literaturnacht. Beide Veranstaltungen will Delacroix beibehalten. Das Speed Dating findet am 16. November statt. „Wenn nicht so viele Termine rund herum sind, kommen vielleicht auch ein paar Besucher mehr.“ Bei den Autoren jedenfalls habe sich die Veranstaltung herumgesprochen. „Sie kommen gern und nutzen das Speed Dating, um ihr Netzwerk zu vergrößern und um sich auszutauschen.“

Zu einem wahren Publikumsmagneten hat sich die Literaturnacht entwickelt. Autoren lesen an verschiedenen Orten aus ihren Werken. Delacroix will sie – bis auf ein paar organisatorische Änderungen – beibehalten. Das neue Konzept ist noch nicht ganz ausgereift. Fest steht, dass die Eröffnung am 19. Oktober mit Musik und Kabarett aufgepeppt und so zu einem Höhepunkt der Literaturnacht werden soll. Die Lesungen beginnen um 20 Uhr. Im Literaturcafé plant Delacroix den Abschluss der Veranstaltung mit einer Verlosung. Statt Stempel soll es Nummern geben, die dann in einen Lostopf geworfen werden. „Nach 15 Jahren muss man einfach mal was wagen“, sagt die Organisatorin über das neue Konzept.

Was auch beibehalten wird, ist der Lesenachmittag für Kinder in der Vielfalt. Termin ist 15. Oktober ab 14 Uhr.

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