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Kultur

Neuer Regisseur bringt neue Ideen mit

Am Wochenende steigt zum dritten Mal die Landpartie. Es gibt eine Wanderung mit Theatereinlagen, Essen, ein Konzert und Überraschungen.
Von Dagmar Fuhrmann

Joseph Berlinger. Bei einem Fahrradunfall hat er sich die Arme gebrochen.

Berching. Wer am Samstag oder Sonntag zum dritten Mal an der Landpartie teilnimmt und denkt, er wisse, wie es da zugeht, könnte sich getäuscht haben. Könnte. Denn: Was genau bei der Landpartie im Gluckjahr 2014 passiert, bleibt natürlich eine Überraschung.

Aber soviel darf verraten werden. Der in Regensburg lebende Autor Joseph Berlinger hat heuer die Regie übernommen und er hat natürlich einen ganz anderen Ansatz als die Akteure der Regensburger Stadtmaus, die bisher die Landpartie auf Spuren des Komponisten C.W. Glucks gestaltet haben.

Unterwegs mit Burney

Während es sich bisher um eine Art Erlebnisführung gehandelt hat, wird es heuer Theaterbilder mit szenischen Dialogen geben. Dabei wird eine Hauptrolle einem gewissen Charles Burney zukommen. Burney hat Reisebeschreibungen verfasst, in denen er unter anderem von persönlichen Begegnungen mit vielen bedeutenden Musikern wie Wolfgang und Leopold Mozart, Gluck oder Carl Philipp Emanuel Bach berichtet. Sie sind auch für die moderne Musikgeschichtsschreibung von großer Bedeutung. Dieser Burney wird die Wanderer überallhin begleiten, sie informieren und eine Art Mittlerfunktion übernehmen.

Beginnen wird die Landpartie, wie schon vor zwei Jahren beim Gluck-Museum. Danach geht es zu einem der historischen Berchinger Gebäude. Berlinger sagt, er habe sich Berching genau angeschaut und den Gluckfreunden 15 historische Gebäude genannt, die für ihn als Bühne für die erste Station in Frage kamen. Es sei den Bemühungen der Familie Frenzel zu verdanken, dass schließlich dieses eine Gebäude genutzt werden darf.

Überhaupt die Gluckfreunde: Es sei von Anfang an ein Vergnügen gewesen mit Rudolf Eineder, Ursula Lindl, Elke Frenzel, Christian Eisner und Susanne Reisewitz zusammenzuarbeiten. In diesem Team habe immer gute Stimmung geherrscht und es sei niemand dabei gewesen, der unwirsch auf Berlingers diverse Wünsche reagiert habe. Als Beispiel für einen Wunsch – der allerdings unerfüllt bleiben musste –- nennt er das Ziffernblatt einer Kirchturmuhr. Eigentlich hätte er am liebsten ein original Ziffernblatt gehabt – und zwar mitten im Wald. Rudi Eineder habe ihm aber klargemacht, welchen Aufwand es für die Gluck-Freunde bedeutet hätte, ein tonnenschweres Ziffernblatt zu transportierten. Nun darf es auch ein leichter Nachbau sein. Natürlich sei er in einem solchen Fall zu einem Kompromiss bereit. So lautete auch die Absprache: Das Künstlerische bleibt alleine dem Regisseur überlassen, über die Umsetzung lässt sich reden.

Auch das ist vielleicht ein weiterer Unterschied zu den beiden vorausgegangenen Landpartien: Dieses Mal geht es nicht immer darum, die Details so zu gestalten, dass sie in Glucks Zeit passen. „Ich erlaube mir künstlerische Freiheiten, zum Beispiel die, ein Wiener Lied einzubauen, das es damals noch nicht gegeben hat.“

Zwei Transportmittel

Das gilt auch für die Kostüme. So wird bei einer Szene modernistische Bekleidung zu sehen sein. Leider habe es der Etat nicht zugelassen, die Kostüme selber zu schneidern, daher kann die Kostümbildnerin Sandra Münchow ihr Können nicht vollständig unter Beweis stellen. Die Kostüme stammen daher aus einem Fundus. Belastbarkeit ist auch von den Musikern gefragt, die ihre Instrumente tief in den Wald schleppen müssen.

Noch etwas sei am Ende verraten. Heuer müssen die, die auf Landpartie gehen, nicht allzuviel laufen. Es ist lediglich eine längere Strecke zur Steinernen Rinne zu laufen, ansonsten kommen verschiedene Transportmittel zu Einsatz. Ausdrücklich verraten sollen wir aber, dass am Ende – beim Essen – Marie Antoinette auftreten wird. Die Teilnehmer sollen keine Scheu haben, sich die Sache dort näher anzuschauen und zu ihr hinzugehen.

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