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Neuer Standort für Feuerwache Neumarkt

Die Stadt Neumarkt ließ mehrere Alternativen prüfen. Kritik gab es wegen fehlender Wohnungen für die Einsatzkräfte.
Stefanie Roth

Welcher Standort in Neumarkt ist für die Einsatzkräfte schnell erreichbar? Symbolfoto: Jens Wolf/dpa
Welcher Standort in Neumarkt ist für die Einsatzkräfte schnell erreichbar? Symbolfoto: Jens Wolf/dpa Foto: picture alliance/dpa

Neumarkt.Wenn die Feuerwehr ausrückt, zählt jede Minute. Die Einsatzkräfte müssen in kürzester Zeit die Feuerwache erreichen, schnelle Anfahrtswege sind wichtig. Daher hat der Stadtrat neben dem jetzigen Standort drei Alternativen für die neue Feuerwache in Neumarkt prüfen lassen: Das Flugfeld, den Alten Bauhof und den Kurt-Romstöck-Ring.

Am Ende stimmte die Merheit der Stadträte in der jüngsten Sitzung am Mittwoch mit fünf Gegenstimmen für den Standort am Kurt-Romstöck-Ring. Doch einige Räte äußerten ihre Bedenken, denn Wohnungen für die hauptberuflichen Feuerwehrleute sind am neuen Standort nicht vorgesehen.

Risiko-Objekte erreichen

Hier am Kurt-Romstöck-Ring in Neumarkt wird die neue Feuerwache entstehen. Foto: Stefanie Roth
Hier am Kurt-Romstöck-Ring in Neumarkt wird die neue Feuerwache entstehen. Foto: Stefanie Roth Foto: Stefanie Roth

Das Architekturbüro Schnabel+Partner aus Kötzting kam zu folgenden Ergebnissen: Die Sanierung des jetzigen Standorts in der St. Florian Straße sei für rund 11,9 Millionen Euro möglich, eine neue Wache am Alten Bauhof für rund 12,7 Millionen Euro und den Kurt-Romstöck-Ring für 12,5 Millionen Euro. Wichtige Kriterien dabei: Risiko-Objekte und andere bebaute Flächen müssen rasch erreichbar sein. Ebenso wichtig: Die Einsatzkräfte selbst müssen die Feuerwache zügig ansteuern können, um von dort gemeinsam auszurücken.

Der jetzige Standort der Feuerwache weist nach der durchgeführten Standortanalyse deutliche Defizite im Osten und Südosten der Stadt auf. Oberbürgermeister Thomas Thumann sprach sich für den Standort am Kurt-Romstöck-Ring aus, zumal keine andere Nutzung vorgesehen sei.


Die Kosten im Blick

Die alte Feuerwache in Neumarkt in der Florianstraße. Foto: Roth
Die alte Feuerwache in Neumarkt in der Florianstraße. Foto: Roth Foto: Stefanie Roth

Markus Weber von Schnabel+Partner wies darauf hin, dass es bei der Förderung einen Millionenunterschied geben könne. Es gebe die Hoffnung, dass der Turm am neuen Standort gefördert werde. Damit ergebe sich eine Restbelastung von rund 8,8 Millionen Euro für die Stadt Neumarkt. Hinzu kommen die monatlichen Unterhaltskosten von etwa 9000 Euro.

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Stadtrat Günther Stagat (SPD) thematisierte einen ganz anderen wichtigen Punkt: „Wie kommen die Feuerwehrler da hin?“ Er fragte sich, ob sie wohl von Ampeln - wie etwa die an der Obi-Kreuzung - gebremst werden. Außerdem wollte er wissen, ob Wohnungen für hauptamtliche Feuerwehrleute vor Ort eingeplant seien.

Keine Wohnungen vorgesehen

Stadtbaumeister Matthias Seemann erklärte, dass keine Unterkünfte vorgesehen seien, weil das Umfeld neben der Bahnlinie nicht geeignet sei. Umso passender sei dies allerdings für die Feuerwache. Verkehrsplanerisch habe er den Standort überprüfen lassen und ein positives Signal bekommen.

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Stagat ließ sich davon nicht überzeugen, für ihn sei das Konzept nicht schlüssig. Daraufhin holte Oberbürgermeister Thomas Thumann einen Mann nach vorne, der seine Meinung zum geplanten Standort äußern sollte. SBI Christian Kürzinger sagte: „Sicherlich gibt es an diesem Standort und an anderen das Problem, dass Feuerwehrler anrücken. Das ist überall so.“ Mit den Planern sei über eine zusätzliche Einfahrt übers Gymnasium gesprochen worden. Er empfinde den Standort am Kurt-Romstöck-Ring ebenfalls wie OB Thumann besser als am Alten Bauhof.

Kurt-Romstöck-Ring erweitern

Weber wies darauf hin, dass der Bereich am Kurt-Romstöck-Ring bei Bedarf auch noch erweitert werden könne. Als es um Detailfragen ging, teilte der Stadtbaumeister mit, dass es sich um ein „fiktives Raumprogramm“ handle, nicht aber um einen Architektenentwurf. Es sei lediglich eine Darstellung der Machbarkeit.

An der Obi-Kreuzung klagen viele Autofahrer über Stau. Foto: Roth
An der Obi-Kreuzung klagen viele Autofahrer über Stau. Foto: Roth Foto: Stefanie Roth

Stadträtin Ursula Plankermann (SPD) hakte ebenfalls wegen des Verkehrs nach: „Die SPD hat vor gefühlt 100 Jahren einen Antrag gestellt, dass die Obi-Kreuzung ein Kreisverkehr wird. Wenn die Straßen voll sind, funktioniert das nicht, selbst wenn die Feuerwehr ausrückt. Wir sind nicht für den Standort“, sagte sie. Oberbürgermeiser Thumann zeigte sich hingegen zuversichtlich: Wenn die Sperrung an der Obi-Kreuzung aufgehoben sei, dann werde sich die Lage entspannen.

Alten Standort behalten

Was, wenn Einsatzkräfte schnellstmöglich vor Ort an der Feuerwache sein müssen, aber Ampeln ausbremsen? Foto: Roth
Was, wenn Einsatzkräfte schnellstmöglich vor Ort an der Feuerwache sein müssen, aber Ampeln ausbremsen? Foto: Roth Foto: Stefanie Roth

Zweite Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger (SPD) hätte wie Stagat gerne Wohnungen für die Einsatzkräfte im Konzept gesehen: „Das wäre schon hilfreich gewesen.“ Stadtrat Dieter Ries (Flitz) hielt ebenso wie Helga Hoerkens (FDP) an einer ganz anderen Lösung fest. Eine Sanierung der alten Feuerwache in der Florianstraße. Dazu hätte sich Ries eine zweite Feuerwache im Südosten vorgestellt - und wenn es schon nicht anders geht, dann favorisiere er die Lösung am Alten Bauhof. „Durch diesen Bau erreichen wir keine bessere Sicherheit“, sagte er über den Kurt-Romstöck-Ring.

Stadtrat Markus Ochsenkühn (CSU) sah ebenfalls Probleme wegen des regulären Verkehrsaufkommens auf die Feuerwehr zurollen, gestand aber auch: „Den perfekten Standort gibt es nicht. Den gibt’s in keiner Stadt.“ Stadtrat Martin Meier (UPW) wunderte sich, warum es überhaupt noch eine Diskussion gab: „Über 80 Prozent Abdeckung der Risiko-Objekte - das Ziel ist erreicht. Die Gutachten liegen vor. Die Argumentationen in Dauerschleife kann ich nicht nachvollziehen. Für die anderen Standorte spricht so gut wie nichts.“

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