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Gericht

Neumarkt: Bewährungsstrafe für Schläger

Ein 19-Jähriger hat im vergangenen Jahr in Neumarkt heftig zugeschlagen – nun will er sein Leben ändern.
Von Gerd Schlittenbauer

Das Neumarkter Gericht beschäftigt sich mit einer Körperverletzung. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Neumarkt.Das Schöffengericht hatte am Mittwoch viel zu tun. Über viereinhalb Stunden musste das Gremium am Amtsgericht tagen, um im Falle der Körperverletzung, die ein 19-jähriger Arbeitssuchender im Oktober vergangenen Jahres in Neumarkt begangen hat, zu einem Ergebnis – sprich einem Urteil zu kommen.

Einer der Gründe für die lange Dauer der Verhandlung war ein Verständigungsgespräch auf Anregung von Verteidiger Markus Meier, das einen möglichen Strafrahmen zwischen zehn und 15 Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre, zur Bewährung, zum Ergebnis hatte. Voraussetzung dafür war allerdings ein Geständnis des Angeklagten.

Dieser hat, wie er schließlich zugab, einem fast gleichaltrigen Bäcker-Azubi „zwei bis drei Faustschläge“ ins Gesicht verpasst. Der Geschlagene trug einen Nasenbeinbruch davon und verlor einen Zahn. Die Verletzungen sind immer noch nicht ganz ausgeheilt, so dass das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dr. Marcel Dumke schließlich in seinem Urteil von „erheblichen Verletzungen“ sprach.

Mit der Faust traktiert

Zuerst hatte der Angeklagte behauptet, der Angegriffene habe ihn nach einem ersten Schlag verfolgt, stolpern lassen und ihn mit der Faust traktiert, worauf er blind rückwärts geschlagen habe und den anderen ins Gesicht traf, so dass dieser blutete. Dass er vom Geschädigten verfolgt und zu Boden gebracht worden sei, konnte in der Beweisaufnahme allerdings nicht nachgewiesen werden und so landete man allseits bei der Überzeugung, der 19-Jährige habe wohl nach einem kurzen Streit zugeschlagen. Dieser ging der Tat voraus, denn der Angeklagte hatte sein Gegenüber gefragt, warum dieser so bös schaue. Er schaue immer so, habe der andere geantwortet - und alsbald entzündete sich die Rauferei. Nachdem der Geschädigte die Faust abbekommen hatte, wurde es ihm mulmig und mit zwei Schlägen in den Bauch wollte er bewirken, dass der Angeklagte von ihm ablasse – was auch gelang. Schon zwei Mal war der 19-jährige Angeklagte aufgefallen, was Einträge im Bundeszentralregister wegen Drogenmissbrauchs und Körperverletzung dokumentieren. Und auch eine Gefängnisstrafe hatte er schon vorzuweisen. Doch nun, dies versicherte er dem Gericht, wolle er sein Leben komplett ändern, sich um seinen im vorigen Jahr geborenen Sohn kümmern und niemals mehr vor Gericht landen.

Mahnung vom Richter

Dass dies auch nicht ratsam ist, schärfte ihm der Richter nochmal ein: „Sie sind auf dem richtigen Weg, aber bei der kleinsten Kleinigkeit landen Sie wieder hier – und dann wird die Strafe möglicherweise vollstreckt!“

Im zur Verfügung stehenden Rahmen wählten Richter Dr. Dumke und die Schöffen 14 Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung.

Zwei Jahre bekommt der Angeklagte einen Bewährungshelfer und außerdem gibt es 90 Stunden Arbeitsauflage zu absolvieren, ein sozialer Trainingskurs muss beendet werden. (ngs)

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