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Justiz

Neumarkt: Falsches Zeugnis flog auf

Eine junge Frau hatte sich ihr eigenes Führungszeugnis ausgestellt. Der Schwindel brachte sie nun auf die Anklagebank.
Von Andreas Friedl

Die Angeklagte legte bei einer Bewerbung ein gefälschtes Führungszeugnis vor. Foto: Kleinschmidt/dpa

Neumarkt.Um bei einem möglichen neuen Arbeitgeber ohne Tadel und ohne schlechten Ruf dazustehen, stellte im April des vergangenen Jahres eine 31-jährige Frau ihr eigenes Führungszeugnis her und brachte es dann auch in Umlauf – sprich sie legte es bei ihrer Bewerbung vor. Das angeschriebene Unternehmen fand das Dokument etwas seltsam und ließ es überprüfen. Letztendlich bekamen dies dann auch die Polizei, später die Staatsanwaltschaft und folglich das Gericht mit.

Nun, ein gutes Jahr nach dieser Tat, musste sich die junge Frau wegen dieser Urkundenfälschung am Donnerstagnachmittag vor Richter Rainer Würth verantworten. Wie sich nach der Verlesung der Anklage durch Staatsanwältin Julia Fischer herausstellte, hatte die Angeklagte Angst, dass die ein paar Tage zuvor vom Gericht ausgesprochene Geldstrafe in dem Führungszeugnis stehen könnte. So versuchte sie über eine Vorlage im Internet ihr Glück beim Erstellen des Dokuments, wobei sie, wie schon angeführt, aufflog.

Auf die Frage von Richter Würth: „Stimmt es oder nicht?“, meinte die Verkäuferin: „Ja, ich hatte Angst, dass da was drin steht“, worauf Würth antwortete: „Da haben sie einen schönen Bock geschossen.“ „Und drum sitz ich jetzt hier“, so die reumütig wirkende Angeklagte. Die 31-jährige gelernte Verkäuferin führte weiter an, dass ihr jetziger Chef von dieser „Verfehlung“ weiß. In ihrem Plädoyer sagte die Vertreterin der Anklage, dass sich der Sachverhalt so zugetragen habe, wie es in der Anklageschrift stehe. Unter anderem führte Staatsanwältin Julia Fischer weiter an: „Die staatliche Sanktion hat nicht gewirkt“, und forderte schließlich eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 20 Euro.

Richter Rainer Würth kam dann in seinem Urteil auf die gleiche Summe, jedoch legte er der Angeklagten 80 Tagessätze zu je 30 Euro auf, welche die Frau in Raten abzahlen kann. Zudem muss sie für die Kosten des Verfahrens aufkommen. Richter Würth gab der Verkäuferin, die ohne Anwalt, aber mit Betreuerin gekommen war, noch mit auf den Weg: „Ich will sie hier nicht mehr sehen.“ Da beide Parteien – Staatsanwaltschaft und auch die Angeklagte – auf Rechtsmittel verzichteten, wurde das Urteil noch vor Ort rechtskräftig.

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