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Politik

Neumarkt setzt auf die Energiewende

Gertrud Heßlinger will den Wandel vorantreiben. Auch die Häuser in der Innenstadt sollten mit Photovoltaik ausgestattet werden, fordert sie.
von Nikolas Pelke

Gertrud Heßlinger machte sich als Bürgermeisterin für die Energiewende stark. Foto: Pelke

Neumarkt.Selbstredend trete die Stadt Neumarkt der „Initiativgruppe 100 Prozent erneuerbare Energien Bayern“ bei, sagt zweite Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger bei der Vorstellung der Initiative am Montag in Nürnberg. Schließlich stünden die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Zentrum des politischen Handelns der Stadt. „Langfristig ist die ,Null-Emission-Stadt auf der Basis regenerativer Energien und die Halbierung des Energieverbrauchs bis spätestens 2050 unser Ziel“, sagt Heßlinger selbstbewusst. Die Stadt gewähre Zuschüsse für neue Fenster und unterstütze Besitzer, die ihr Haus besser dämmen wollen.

Ziel der Initiative ist, die dezentrale Energiewende zu retten. Die geplanten Novellierungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die geplanten Vergrößerung der Abstandsregelungen für Windräder bedrohen nach Ansicht der Initiative den Ausbau der alternativen Energien. „Unser Ziel ist es, eine von den großen Konzernen unabhängige Energieversorgung auf der Basis von 100 Prozent regenerativer Energien zu erreichen“, sagt Heßlinger. Zum Beweis, dass dieses ehrgeizige Ziel durch die Regierungen in Berlin und München bedroht seien, hält sie einen Tagblatt-Artikel in die Kameras. In dem Beitrag mit der Überschrift „Luft für Windräder wird dünner“ warnt der Direktor der Stadtwerke davor, dass die Einführung der 10-H-Regel das Aus für die Projekte im Heiligenholz in Neumarkt bedeuten würde. Die zwei geplanten Windräder dürften nicht so hoch gebaut werden. Dadurch seien die Windkraftanlagen nicht mehr wirtschaftlich.

„Dann könnten wir in Mittelfranken nur noch einen Offshore-Windpark auf dem Brombachsee bauen“, sagt Erich Wust, der schon 18 kleine Windparks in Franken mit Beteiligung der Bürger und regionalen Banken auf den Weg gebracht hat. Auch Heßlinger wurmt es, dass die Energiewende nun in die Hände der großen Konzerne gelegt werden solle. „Die Braunkohle-Förderung ist ein Rückschritt“, findet Heßlinger und kritisiert, dass auch die Bevölkerung Fukushima teilweise schon wieder vergessen habe. Deshalb brauche es die Initiative und diesen „Aufschrei“ für eine Energiewende „von unten“.

Bei vielen Unternehmen würden Abfälle anfallen, die für die Energieerzeugung verwendet werden können. In diesem Sinne wolle Heßlinger die Arbeit ihrer Vorgängerin fortsetzen. Freilich wolle sie auch selber Akzente im Bereich Energiewende setzen. Schließlich sei Heßlinger als Verfechterin der alternativen Energien in Neumarkt bekannt. „In dem Bereich können wir noch vieles tun in Neumarkt“, ist sich Heßlinger sicher. Beispielsweise könne die Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden ausgebaut werden. Auch die Dächer in der Innenstadt könnten mit Solaranlagen ausgerüstet werden. „Das ist mein Lieblingsthema“, gibt Heßlinger zu. Auch sollten sich die Bürger noch stärker an der Energiewende beteiligen können. „Auch hier gibt es noch viel Entwicklungsbedarf. Derzeit haben wir nur eine Anlage mit Bürgerbeiteilung.“ Dies wolle sie ändern und betont: „Ich bin als zweite Bürgermeisterin hier und nicht als Kommunalpolitikerin.“ Deshalb vertrete sie die offizielle Position der Stadt.

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