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Politik

Neumarkt: UPW erklärt ihren Verkehrsplan

Parkplätze, Autoaufkommen, Radfahrer – Jakob Bierschneider hat zehn Vorschläge erarbeitet. Einen davon findet er provokativ.
von Bettina Dennerlohr

UPW-Vorsitzender Bernhard Lehmeier, Fraktionsvorsitzender Martin Meier und Verkehrsreferent Jakob Bierschneider präsentierten die Vorschläge. Foto: bt
UPW-Vorsitzender Bernhard Lehmeier, Fraktionsvorsitzender Martin Meier und Verkehrsreferent Jakob Bierschneider präsentierten die Vorschläge. Foto: bt

Neumarkt.Auf relativ geringem Raum stehen gleich mehrere Großprojekte an – so beschreibt UPW-Fraktionsvorsitzender Martin Meier die Situation in Neumarkt. Jakob Bierschneider, Fraktionsmitglied und Verkehrsreferent des Stadtrats, hat daher ein Konzept für einen Verkehrsplan rund um die Großprojekte erarbeitet. Mit diesen zehn Punkten erhebe die UPW „keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit“ sagt Meier. Das Konzept sei eher als Diskussionsgrundlage für alle Stadtratsmitglieder zu sehen. Er hoffe auf einen „interfraktionellen Gesamtkonsens“.

Parkplatz umgestalten

Rund um Bad, Park, die Realschulen und die geplante Hochschule sei der Parkdruck enorm, sagt Bierschneider. In den 60er- und 70er-Jahren seien für die angrenzenden Hochhäuser weniger Stellplätze als Wohnung geplant worden. Bierschneiders Vorschlag lautet daher: den Parkplatz in der Remontenstraße neu gestalten. Zusätzliche Bepflanzung, wasserdurchlässige Befestigung, kostenfrei, zugänglich für jedermann sind seine Schlagworte. Dort könnten 75 Parkplätze geschaffen werden. Weitere Diskussionen um Parkplätze am Bad sollten dagegen beendet werden, findet Bierschneider: „Die derzeit 231 Parkplätze für das Bad sind ausreichend.“

Die Vorschläge im Überblick sehen Sie hier:

Wegfallen müssten laut Bierschneiders Konzept die Parkplätze an der Mühlstraße zwischen den beiden Realschulen. An ihrer Stelle könnten Geh- und Radweg ausgebaut werden. „Die Sicherheit der Schüler geht vor“, sagt Bierschneider. Der Parkplatz in der Remontenstraße könne den Wegfall der Stellplätze ausgleichen. Außerdem schlägt Bierschneider vor, die Mühlstraße in diesem Abschnitt auf 30 Kilometer pro Stunde zu begrenzen.

Auch davon wären die Schüler betroffen: Der Verkehrsreferent schlägt vor, die Bushaltestelle von der Seelstraße in die Weiherstraße zu verlegen. Besser um die Ecke Sand-/Kapuzinerstraße kommen würden die Busse mit einem abgeschrägten Gehweg, sagt Bierschneider. Für die Realschülerinnen bleibe der Weg gleich und auch für die Realschüler halte sich die Entfernung in Grenzen. „So könnten wir die Seelstraße verkehrsärmer machen“, sagt Bierschneider.

Direkt an dieses Areal schließt sich der Stadtpark an. Hier schlägt Bierschneider vor, den neugestalteten Park mit einem Radweg zu erschließen. „500 Studenten werden ihre Räder nicht durch den Park schieben. Das ist eine Illusion“, sagt Bierschneider. Ein Radweg legalisiere, was schon jetzt in der Praxis passiere. Das Radfahrer und Fußgänger Wege durch einen Park gemeinsam nutzen können, zeigten Beispiele in anderen Städten. Bierschneider nennt den Westpark oder den Englischen Garten in München: „Außerdem würden wir so die Mühlstraße entlasten.“

Wo ein Radweg ist, da braucht es auch Abstellmöglichkeiten, findet Bierschneider. Er plädiert daher für „sichere, überdachte und beleuchtete Abstellplätze für Räder“. So könne auch verhindert werden, dass die Polizei nach Veranstaltungen im Park eine Vielzahl von Fahrraddiebstählen bearbeiten müsse. Innenstadtreferent Bernhard Lehmeier schlägt außerdem vor, die Abstellplätze mit Ladestationen für E-Bikes zu kombinieren. Platz für Räder braucht es darüber hinaus auch rund um die Residenz, sagt Bierschneider: Der Platz sei derart herausgehoben, dass dort zwischen Hofkirche und Reistadel kein Chaos entstehen dürfe.

Das sagt unsere Autorin über das Konzept:

Kommentar

Blick auf das große Ganze

Die UPW hat ein Zehn-Punkte-Papier vorgelegt. Als Arbeits- und Diskussionsgrundlage bezeichnen es die Verantwortlichen. Unabhängig von Parteienpolitik...

Einen seiner Vorschläge nennt Bierschneider „ein bisschen provokativ“: ein Pendel-E-Bus, der Autofahrer am Parkplatz am Volksfestplatz einsammelt und in die Innenstadt fährt. Unterer Markt, Oberer Markt, Bahnhof, Bad, Park, Hochschule, Klinikum, Neuer Markt – das könnte sich Bierschneider als Haltestellen vorstellen: „Wer in der Innenstadt arbeitet, könnte kostenfrei parken und günstig in die Innenstadt fahren.“ Schon 100 bis 200 Autos pro Tag weniger würden die Innenstadt entlasten.

145 Stellplätze kompensieren

Schließlich hat sich Bierschneider Gedanken für den Fall gemacht, dass der Tabak-Thumann-Parkplatz für die Hochschule benötigt wird. 145 Stellplätze befinden sich aktuell dort und auf dem Parkplatz Hotel Wunder. Bei Bedarf könnte ein Parkdeck unterhalb eines neuen Gebäudes der Hochschule oder an der Mädchenrealschule gebaut werden. Beides seien aber teure Lösungen, sagt Bierschneider. Überhaupt müssten alle Vorschläge auf Machbarkeit und Kosten-Nutzen-Relation geprüft werden. „Die Beteiligung von Verkehrsverbänden, BN und Polizei ist selbstverständlich“, so Bierschneider. Er sieht für seine Vorschläge ein Zeitfenster von zwei bis drei Jahren. Nächster Wunsch der UPW: Der Verkehrsausschuss soll über die Vorschläge beraten.

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